Plastiktüten: Aus Abfall und Wärme wird Hightech

Australische Forscher geben Plastiktüten ein zweites Leben als Baustein für hochsensible Elektronik. Der Recyclingprozess verläuft so, dass keine neuen Giftstoffe entstehen.

Australische Forscher der Universität von Adelaide eine unglaubliche Zweitkarriere für die Haushaltshelfer entdeckt. Sie nutzen den darin enthaltenen Kohlenstoff um daraus sogenannte Kohlenstoff-Nanoröhrchen herzustellen. Zwar verwendet man dieses winzig kleine Recyclingprodukt noch nicht in handelsüblichen Produkten, aber wegen der hervorragenden Materialeigenschaften gelten Kohlenstoff-Nanoröhrchen als eines der wichtigsten Hightech-Materialien der Zukunft.

Hergestellt wurden die Nanoröhrchen, die 1991 das erste Mal entdeckt wurden, zuerst aus Ethanol. Dann kamen die Forscher auf die Idee, es mit jeder beliebigen Kohlenstoff-Quelle zu versuchen – also auch mit alten Plastiktüten. Dazu wurden Stücke aus den Tüten verdampft. Die Wissenschaftler brachten im neuen Verfahren die Kohlenstoffschichten nach und nach an eine Aluminiumoxid-Membran an. So lassen sich Form und Ausmaße besonders gut kontrollieren. Da das Verfahren ohne Katalysatoren oder Lösungsmittel auskommt, werden Plastikabfälle verwertet, ohne dass nebenbei Giftstoffe entstehen.

Die außergewöhnliche Strombelastbarkeit (etwa das Tausendfache von Kupferdrähten) und die Wärmeleitfähigkeit der Röhrchen bieten beispielsweise Einsatzorte als Papier-Akkus, hochempfindliche Sprengstoffsensoren oder Stoffe, die Strom aus Körperwärme gewinnen, wie die Universität mitteilte.

Seit der Handel in den 1960-Jahren begann, die Einkäufe seiner Kunden in Plastiktüten zu verpacken, haben die praktischen Helfer die Haushalte auf allen Kontinenten erobert. Lange sah man darin kein Problem, man machte sich um die lange Lebensdauer der Plastiktüten keine Gedanken. Das hat sich in den vergangenen Jahren geändert.

Heutzutage gibt es in den Weltmeeren große Müllstrudel voller alter Einkaufstüten – über die Größe streiten sich Experten, Fakt ist aber: sie sind da, brauchen Jahre um in immer kleinere Teilchen zu verfallen und sind deswegen besonders umweltschädlich. In vielen Ländern, wie etwa Frankreich, Italien oder der Schweiz, wurden Plastiktüten im Handel mittlerweile verboten.

Kommentare

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  1. Wolfgang Bernard sagt:

    LEUTE DENKT DOCH MAL NACH;
    kein Mensch fischt die Plastik-Tüten aus dem Meer.
    Wenn man sie doch von der Industrie frei Haus geliefert bekommt,
    zu einem geringeren Preis als das sammeln aus dem Meer und reinigen kostet.

  2. maus sagt:

    Das erste was sich gut anhört ! Und brauchbar zu sei scheint !