Obamas Schuldenchaos führt zu Nervosität in Europa

Das Gelddrucken in den USA wird weitergehen. Die europäische Wirtschaft gerät zunehmend unter Druck. Der Euro wird aufgewertet und gefährdet Exportländer wie Deutschland.

Der Streit zwischen Republikanern und Demokraten über den weiteren Schuldenweg Amerikas hat am Dienstag mit der Schließung der Regierungsbehörden einen publikumswirksamen Höhepunkt erreicht.

Theoretischen müssen sich die Parteien nun bis zum 17. Oktober auf eine Erhöhung der Schuldenobergrenze einigen. Sonst ist die einstige Weltmacht an diesem Tag technisch genauso pleite wie Griechenland.

Einigen sich die Demokraten und Republikaner nicht auf die Anhebung der Schuldenobergrenze wären die US technisch pleite. Rechnungen und Schuldenrückzahlungen wären nicht mehr möglich. „Es wäre schlimmer als 2009“, zitiert die New York Times Prebay Thibault des französischen Vermögensverwalters Quilvest Gestion. Auch der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney, machte am Dienstag noch einmal die Tragweite der aktuellen Situation deutlich: „Die Folgen sind nicht absehbar, aber sie sind katastrophal, keine Frage.“

Doch dazu wird es nicht kommen: Zum einen glauben Beobachter in Washington, dass die Eskalation zum jetzigen Zeitpunkt dazu führen wird, dass sich die Parteien auf eine neue Schuldenobergrenze einigen werden. Vor allem die Republikaner sind unter Druck, weil sie in den Umfragen eindeutig als die bösen Buben gesehen werden.

Doch Präsident Barack Obama hat noch eine zweite Trumpfkarte in der Hand: Artikel 4 des 14. Amendments der Verfassung schreibt fest, dass die USA ihren Schuldenverpflichtungen immer nachkommen müssen. Die Regelung stammt aus der Zeit der Gründung der Staaten, als die Südstaaten die Nordstaaten wegen der hohen Kriegsschulden erpressen wollten. Obama kann also theoretisch unbegrenzt weiter Geld drucken lassen.

Das Magazin The Atlantic hatte dazu bereits im Jahr 2011 – als der Budget-Konflikt zum ersten Mal zu eskalieren drohte – eine fiktive Rede Obamas entworfen, mit der der Präsident vor sein Volk treten und eine Notmaßnahme verkünden wird. Dazu werden einfach neue Schuldscheine gedruckt – und die Regierung kann weitermachen wie bisher.

Im Grunde würde sich an der amerikanischen Schuldenpolitik nichts ändern: Am Dienstag äußerten Beobachter die Erwartung, dass eine Fortsetzung des Defizitstreits die US-Notenbank Federal Reserve veranlassen dürfte, das unbegrenzte Gelddrucken einfach weiter fortzusetzen.

Seit Dienstagmorgen sind hunderttausende Staatsbedienstete der USA im Zwangsurlaub. Museen sind geschlossen, Behörden ebenfalls. Die Finanzmärkte reagierten bisher relativ gelassen auf den Shutdown. Doch das könnte lediglich die Ruhe vor dem Sturm sein. Entscheidend sind die Dauer des Shutdowns und die anstehenden Verhandlungen zur Anhebung der Schuldenobergenze.

Die Börsen reagierten daher am Dienstag gelassen auf den Konflikt. Für sie ist entscheidend, dass weiter gedruckt wird, um genügend Spielgeld zur Verfügung zu haben.

Investor Marc Faber warnt unterdessen, dass es durch das hemmungslose Drucken zu einer massiven Inflation der globalen Vermögenswerte kommen werde.

In der Tat ist die einzig offene Frage, wann das Spielgeld als solches enttarnt und das Kartenhaus in sich zusammenbricht. Es ist denkbar, dass die Amerikaner die Zahlen noch einige Zeit weiter manipulieren können, damit die Computer an den Börsen glauben, dass die US-Wirtschaft weiter wächst.

So lange es geht, werden die Amerikaner versuchen, in einem beispiellosen Währungskrieg die Inflation zu exportieren, am liebsten in die Schwellenländer.

Das größte Risiko bei dieser Taktik ist China: Wenn die Chinesen mit einem Abverkauf der US-Staatsanleihen beginnen, weil sie die Kreditblase im eigenen Land nicht unter Kontrolle bekommen, dann dürfte die Entscheidung bevorstehen.

Allerdings ist auch denkbar, dass sich Chinesen, Amerikaner und Russen darauf verständigen, die EU ins offene Messer laufen zu lassen und ihnen den Schwarzen Peter der Inflation zuzuschieben.

Der Euro ist noch vergleichsweise stark. Die Zahlen in den Eurostaaten sind unverändert schlecht, die Schulden weiter gestiegen.

Eigentlich ein ideales Crash-Szenario.

Wie die Schuldenkrise in den USA auch enden mag, es ist davon auszugehen, dass Investoren die Staatsanleihen nicht mehr lange als sichere Investition betrachten. Investoren würden Angst kriegen, sagt Horst Löchel, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Frankfurt School of Finance and Management: „Sie werden Geld aus den Vereinigten Staaten und Europa zurückzuziehen. Sie werden in Bargeld oder Gold oder was auch immer investieren, aber nicht Staatsschulden. (…) Dann sind wir zurück in der Euro-Krise.“

Wie stark die Verflechtungen zwischen den USA und der EU sind, zeigte sich in den vergangenen eineinhalb Jahren auch in der Geldpolitik der Zentralbanken. Je nachdem, welche Entscheidung die Fed bzw. die EZB fällte, zog die jeweils andere Nationalbank nach.

Ziehen sich die Investoren aus dem EU-Staatsanleihenmarkt zurück, wäre Draghi unter erheblichem Zugzwang. Die Zinssätze für italienische Anleihen sind nur noch nicht in die Höhe geschossen, weil Draghi vergangenen Herbst versicherte, auf jeden Fall einzugreifen. Doch einigt man sich in den USA nicht auf eine Anhebung der Schuldenobergrenze und die USA gehen pleite bzw. Obama druckt trotzdem weiter, könnten Draghis Worte allein nicht mehr reichen.

Steigende Renditen würden bedeuten, dass es für Staaten wie Italien und Spanien noch schwieriger wird, neue Schulden zu machen bzw. diese zu restrukturieren.

Aber auch ohne die Problematik der Schuldenobergrenze wird der Shutdown in den USA nicht ohne Folgen für Europa bleiben. Vor allem, wenn dieser länger als nur zwei Wochen anhält. Tatsächlich sind die USA noch immer der größte Handelspartner Europas. Schrumpft die US-Wirtschaft  und fehlen die Gehälter in den Geldbörsen der US-Bürger, sinkt die Nachfrage nach europäischen Produkten. Sinkt auch noch der Dollarkurs, findet eine Aufwertung des Euros statt. Die Produkte aus der EU werden teurer und finden weniger Abnehmer.

Ein starker Euro ist vor allem Gift für die Staaten in Südeuropa. Der Euro stieg am Mittwoch deutlich gegenüber dem Dollar.

Kommentare

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  1. Stefan Wehmeier sagt:

    Balla balla

    „Der gordische Knoten: Einer der Faktoren, der den Markt gerade ausbremst, ist die Haushaltssperre in den USA. Rein aus parteitaktischem Geplänkel haben es Republikaner und Demokraten tatsächlich soweit kommen lassen, dass es zum zweiten Mal seit Bill Clinton zum „Shutdown“ kommt. Die beiden verfeindeten politischen Lager Demokraten vs. Republikaner – und innerhalb dieser Partei vor allem die fast schon extremistische ultrakonservative Bewegung der Tea Party – konnten sich auf keinen Haushalt einigen.
    …Aber bevor man in Panik verfällt, sollte man auch die positiven Entwicklungen sehen. Im Wall Street Journal war zu lesen, dass führende Republikaner bereits überlegen, ihre harte Haltung aufzugeben und die Zustimmung zum Haushalt nicht mehr an den Verzicht auf die Obama-Gesundheitsreform zu binden. Mehr noch: die gleichen Parteivertreter überlegen, gleich einer umfassenden Einigung zuzustimmen, die auch eine Anhebung der Schuldengrenze beinhaltet! Kommt diese Einigung tatsächlich, würde das der Zerschlagung des Gordischen Knoten gleichen und die Märkte würden steil gehen!“

    http://www.boersennews.de/nachrichten/thema/die-woche-der-wahrheit/707620

    Wir erfahren hier von balla-balla-news, dass man sich in „God´s own country“ ja eigentlich nur um die Obama-Gesundheitsreform streitet, und sobald man sich selbst erlaubt hat, sich weiter verschulden zu dürfen, ist ja alles wieder in Butter und wir sehen einer glorreichen Zukunft entgegen.

    Wer seinen Verstand noch nicht an der Garderobe abgegeben hat, sollte sich besser fragen: Warum glauben Politiker, es könnte in „dieser Welt“ (zivilisatorisches Mittelalter) eine wie auch immer geartete Finanz- oder Wirtschaftspolitik geben, mit der sich die „Finanzkrise“ (globale Liquiditätsfalle) überwinden ließe? Antwort: Wenn nicht einmal die „Experten“ der Zentralbanken wissen, was Geld eigentlich ist,…

    http://www.swupload.com/data/Geld-Geldmengen-Geldillusionen.pdf

    …verstehen es die „Spitzenpolitiker“ noch viel weniger:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/02/schuldenbremse-und-wachstum.html

    Die zweite intelligente Frage lautet: (Abgesehen davon, dass sie sich von den Dümmsten regieren lässt) – wie kann eine Menschheit, die bereits Raumfahrt betreibt (und in „God´s own country“ schon wieder einstellen musste), so dumm sein, Massenarmut, Umweltzerstörung, Terrorismus und Krieg in Kauf zu nehmen und heute vor der größten anzunehmenden Katastrophe der Weltkulturgeschichte stehen, obwohl schon seit einem Jahrhundert das Wissen zur Verfügung steht, um in allgemeinem Wohlstand auf höchstem technologischem Niveau in einer sauberen Umwelt und selbstverständlichem Weltfrieden zu leben?

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/10/wohlstand-fur-alle.html

  2. Hans von Atzigen sagt:

    Offen ist nur noch wie schnell und mit welchen Begleiterscheinungen der Zusammenbruch der Weltwirtschaft ablaufen wird. Ein rascher dramatischer Zusammenbruch oder ein elendes Siechtum bis zum Zusammenbruch. Alles deutet auf Siechtum. Das heisst die Geldpumpe wird bis zum Absurdum weiterlaufen. Denn ein anderes Rezept ist nicht in Sicht. Tja der Obama der war und ist sich offenbar nicht bewusst das er bereits bei seiner ersten Wahl Präsident eines Schrotthaufens wurde und ist. Mit einer nüchternen Analyse und einer Realistischen Vision hätte der allenfalls noch das eine oder Andere Retten können!? Grundsätzlich jedoch gilt die Fundamentalen Weichen wurden bereits in den 80 iger Jahren falsch gestellt. Das lässt sich nicht mehr aus der Welt schaffen. Der Amerikanische Traum, eben ein Traum aus dem Amerika und die Welt so langsam aufwachen. Ein Traum bar jeglicher nüchterner Verantwortung und Realität. Grauenhaft LEIDER hat die Menschheit einmal mehr nichts aber auch gar nichts aus der eigenen Geschichte gelernt. Neu sind nur die Irren Dimensionen Flächendeckend Global.
    Schuldig oder Unschuldig letztlich beissen den Letzten die Hunde. Und dieser letzte könnte der Obama sein.
    Entschuldigung es bleibt nur noch eine Feststellung.
    Elende Verfluchte Scheisse.
    Freundliche Grüsse
    http://www.hans-von-atzigen.ch

  3. Tommy Rasmussen sagt:

    03.10.2013 – Das generelle Problem was wir haben ist die Tatsache, daß schon mal 50 % der Einkommen vom Staat gezahlt werden. Das sind Steuergelder. Warum sollte ein Polizist beispielsweise Einkommenssteuer zahlen, von dem Geld dann später Polizisten bezahlt werden. Umverteilungs-Unsinn. Ein Beamter erwirtschaftete ja kein Geld, er lebt von Steuern, also von Geld, das ein anderer erwirtschaftet hat. Irgendwer muß Wertschöpfung betreiben, und das sind

    1. immer weniger
    2. werden denen immer mehr Gelder weggenommen
    3. werden die von immer mehr Leistungsempfängern reguliert
    4. die Wertschöpfenden inzwischen weniger als die, die von Umverteilung leben, somit hat sich die Demokratie erledigt, denn wer stimmt für 10 % Spitzensteuersatz und Entlassung von 90 % der Beamten?

    Wird Zeit für einen Crash, denn so geht das System nicht mehr weiter
    http://martin-schweiger.com/2013/10/03/deutscher-umverteilungswahnsinn-in-kurzfassung/

  4. wilheln bush sagt:

    Oh wie gut, dass ich schon 2008 Lunte gerochen habe und abgehauen bin. Weg aus Deutschland und den totalen Versagern in der Politik.
    Hin nach Schweden, wo ich weit oben Haus und Grund besitze, mitten im Wald. Mit ganz viel Lebensmittelreserven und viel Werkzeug zum Holzmachen und Hühnern, damit ich nicht so alleine bin.
    Ach, was bin ich froh!

  5. Fritz sagt:

    Nicht Obama lässt weiter Geld drucken. Das macht völlig unabhängig die FED und diese Bank gehört 9 Privatbanken. Diese bestimmen die grosse Politik. Obama ist nur ein Handlanger der Finanzoligarchen.

  6. maus sagt:

    Die großen Finnanzbosse der Banken haben Ihren Sitz in den USA. Aber Ihre Srippenzieher in alle EU Staaten ! Sie sind alle eine große Familie der Zocker und Spekulanten , und die sind es die ,die Politiker aller EU Staaten lenken ,und die wahren Regierenden sind ! Immer mehr wird aus Brüssel beschlossen , das unsere Politiker nur noch umsetzen !
    http://www.Focus.de/wie sich goldman sachs die welt untertan macht

  7. Ich sagt:

    Warum soll ein schwacher Dollar schlecht sein für Europa?

    Wenn die Amis über ihre Verhältnisse leben und ihre Währung zu Wertlospapier machen, muss man ihnen die Qualitätsprodukte dann hinterherwerfen?

    Natürlich können sie sich dann nichts mehr leisten, aber wenn sie sich haben pleite gehen lassen, können sie sowieso nichts mehr bezahlen.

    Schlecht ist nicht der schwache Dollar, sondern dass die Amis kein Geld mehr haben, um einzukaufen. Sie haben halt was anderes oder etwas Unproduktives (Waffen?) gekauft oder nicht genug gearbeitet, um weiter einkaufen zu können.

    Das ändert dann eben den Markt. Muss man als Verkäufer mit leben können. Ist natürlich bitter, wenn ein Markt wegbricht. Hätte man vielleicht rechtzeitig dazu beitragen können, dass die Kunden intelligenter sind und sich nicht in die Armut reiten?

  8. Hülsensack sagt:

    Den Geldwahnsinn in seinem Lauf hält kein Ochs mit Esel auf!

  9. Deutscher Wahnsinn sagt:

    Die Amerikaner haben 1929 überlebt und sie werden wieder auf die Beine kommen.
    Für die EUrozone sehe ich schwarz, denn hier werden die Menschen mit Euro Ideologie unterdrückt, pardon, zusammengehalten- politische Unruhen und evtl. Europa Krieg sind die Folgen.
    Wie lange wird es dauern bis die Euro- Gefangene Pleiteländer für ihre Freiheit kämpfen werden? Können die deutsche wahnsinnige Politiker alle retten?
    Wird die Eurozone auseinander gehen, dann ist Deutschland echt pleite. Und kein EUro Staat wird seine Bevölkerung für Deutschland aushungern lassen.

  10. Wolfgang sagt:

    Das Gelddrucken der USA gefährdet Exportländer nicht, denn viele Preise sinken nun: z.B. Energie und Rohstoffe. Das Gelddrucken der USA gefährdet die USA selbst. Sollte der Dollar als Reservewährung abgeschafft werden, wäre das das Ende der USA.

    • Schwacher Dollar sagt:

      Wer soll dann die deutsche Ware kaufen?
      Schon heute sind die US Häfen voll mit Schiffen, die auf Entladung warten.

      • pascot sagt:

        deutsche!

        deutsche könnten deutsche waren kaufen.
        in deutschland könnte investiert werden.
        strassen,brücken,schulen,kitas,etc….

        produzierte waren,könnten von deutschlands ärmsten gekauft werde.die würden in deutschland konsumieren und etwas für deutschlands binnenwirtschaft bringen.
        das was wir tun,waren ins ausland liefern und fleissig anschreiben lassen.

        amerika die grösste wirtschaft der welt.fusst in erster linie auf konsum.
        sie leben über ihre verhältnisse,auf kosten der restwelt .
        sozusagen ein volk das die welt nicht nur militärisch erpresst,sie sind auch deren grösste parasiten.

        • Davidse sagt:

          Da wundere ich mich, dass mit dem Ostblock und mit der DDR auch nicht richtig geklappt hat. Warum? 🙂