Online-Shopping: Konsumverhalten der Schweizer ändert sich

Der Konsum in der Schweiz geht zurück. Die Schweizer schauen auf den Preis und wollen billiger an ihre Produkte kommen. Besonders auffällig: Lebensmittel werden gern im Ausland gekauft.

Die Einkaufsangewohnheiten der Schweizer ändern sich. Viele Konsumenten suchen Inspirationen beim Einkaufen und informieren sich zunächst online, bevor sie ihre Entscheidung treffen. Der Preis eines Produktes wird zunehmend wichtiger, ein Vergleich zur Routine.

Über 50 Prozent der Befragten einer Studie vom Forschungszentrum für Handelsmanagement an der Universität St. Gallen gaben an, gelegentlich im Ausland einzukaufen, um Waren billiger zu erhalten. Sogar Lebensmittel aus dem Ausland werden gerne eingekauft: „45% der Befragten kaufen Lebensmittel ab und zu im Ausland ein. Im Jahr 2012 waren das noch 37%.“ Die Suche nach Abwechslung und die Gelegenheit für einen Ausflug helfen den Schweizern bei der Entscheidung, ihr Geld im Ausland auszugeben.

Untersucht wurden fünf Schweizer Detailhandelsbranchen: Lebensmittel, Bekleidung, Möbel, Elektronik und Sport. Befragt wurden rund 1.800 Einkäuferinnen und Einkäufer in den Fußgängerzonen der Deutsch- und Westschweiz.

In allen Bereichen sind die Informationen auf den Hersteller-Webseiten für die Konsumenten wichtiger geworden. Der Anteil der Käufer von Sportartikeln, die auf Internetinhalte vertrauen, stieg um 36,7 Prozent. „Auch beim Kauf von Elektronik (Wachstum: 30.4%), Bekleidung (Wachstum: 25%), Möbeln (Wachstum 21%) und Lebensmitteln (Wachstum: 8%) werden Webseiten in der Vorkaufphase relevanter“, heißt es in einem Bericht von Schweizmagazin.ch.

Käufer orientieren sich dabei an Suchmaschinen für Online-Preise, Blogs und Internetforen. Die Wachstumsraten der Online-Recherche betragen bei Sportartikeln 58 Prozent, „91% bei Möbeln und 150% bei Bekleidung“. Auch das Online-Shopping wird immer beliebter.

Labels- und Produktkennzeichnungen verwirren die Kunden. Nur ca. zwei Drittel der Befragten gab an, die Labels und Kennzeichnungen seien verständlich und glaubwürdig. Über die Hälfte der Verbraucher findet es zugleich wichtig, beim Einkauf verständliche Informationen über die Herkunft der Produkte zu bekommen. Mit wachsendem Alter steigt auch das Bedürfnis nach mehr Informationen beim Shopping.

Kunden sind über Branchengrenzen hinweg genervt von Läden, die ständig ihre Regale umstellen oder ein zu großes Sortiment haben. Immer mehr Schweizer finden sich in ihren bevorzugten Einkaufsläden nicht mehr zurecht. „Sogar ca. 15 Prozent der Konsumenten geben an, nie das im Laden zu finden, wonach sie suchen.“

Produkte aus der Region und ihre Natürlichkeit sind die wichtigsten Kriterien für den Einkauf von Lebensmitteln. Hier ist der Preis nur nachrangig wichtig.

Im August ist der UBS-Konsumindikator leicht zurückgegangen. Der Privatkonsum bleibt jedoch die Stütze der Schweizer Wirtschaft.

Die Schweizer haben wieder mehr Lust auf Urlaub im eigenen Land. Die Hotelübernachtungen der Inländer sind leicht gestiegen. Der Index zur Geschäftslage im Detailhandel ist im August gar von -4,5 auf +3,5 Punkte geklettert.

Nur die Immatrikulationen von Neuwagen gingen leicht zurück (-1,1 Prozent). Die gesamte Automobilindustrie in Europa leidet unter der Krise. Da hilft auch eine gesteigerte Inspiration der Konsumenten wenig.

Kommentare

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  1. Ich sagt:

    So ist die freie Marktwirtschaft.

    Die Kunden wählen sich die Verkäufer frei aus, nach ihren eigenen Kriterien.

    Besser als Gängelung und Planwirtschaft auf jeden Fall.

    • Hans von Atzigen sagt:

      Marktwirtschaft? Im Grundsatz zweifelsfrei Ja.
      Der Haken. Seit mehr als zwanzig Jahren leben wir mit einer über die Geldpumpe manipulierten Marktwirtschaft. Der Ökonomie dem Markt ist es egal wie sich Dummheiten schimpfen. Weder das eine noch das andere können eines NICHT ein Ökonomie-Perpetuum- Mobile schaffen.
      Das war ist und bleibt ein gefährlicher Traum.
      http://www.hans-von-atzigen.ch