Troika ratlos: Schulden in Spanien steigen erneut

Spaniens Schuldenberg wird immer größer. Im kommenden Jahr dürfte dieser die eine Billion-Euro-Marke erreichen. Damit ist die spanische Regierung sehr weit von einem ausgeglichenen Haushalt und den Troika-Zielen entfernt.

Vergangene Woche warnte der Gouverneur der spanischen Zentralbank davor, dass die Regierung das Defizit-Ziel für dieses Jahr wieder einmal nicht erreichen könnte. Es gebe „gewissen Risiken“, so Luis Linde. Das Defizit soll von 6,84 Prozent im vergangenen auf 6,5 Prozent des BIP in diesem Jahr gesenkt werden.

„Die Umsetzung des Haushaltsplans für das zweite Halbjahr muss von der Verwaltung sehr genau befolgt werden, um Abweichungen am Ende des Jahres zu vermeiden“, zitiert die spanische El Pais Linde. Vor allem die anhaltende Rezession mache diese Aufgabe schwierig, so der Governeur. Wie eng der finanzielle Spielraum der spanischen Regierung ist, zeigte sich bereits im September: Eine neue Rentenreform soll die automatische Anpassung der jährlichen Rentenerhöhungen an die Inflation ab 2014 abschaffen. Eine Ersparnis von 33 Milliarden Euro soll so beispielsweise erzielt werden.

Probleme bei dem Erreichen der Troika-Ziele bereitet vor allem der immense Schuldenberg dem Land. Der Gouverneur und das Finanzministerium rechnen damit, dass die Staatsverschuldung Ende 2014 die Eine-Billion-Euro-Marke überschreiten wird. Um dies überhaupt noch verhindern zu können, bedürfte es schon so etwas wie Primärüberschüssen, so der Gouverneur der Zentralbank. Davon ist Spanien aber noch weit entfernt.

Im kommenden Jahr wird die öffentliche Verschuldung etwa 98,9 Prozent des BIP erreichen, teilte die Regierung vergangene Woche mit. Deutlich mehr als die geschätzten 94,2 Prozent, so El Pais. Zuletzt hatte Spanien eine Verschuldung von mehr als 100 Prozent zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Dementsprechend kann Spanien nur hoffen, dass die EU-Kommission ihre Reform bei der Berechnung der Defizite durchsetzen kann. Dies würde das Defizit Spaniens deutlich schmälern.

Kommentare

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  1. Miesmacher sagt:

    Das kapitalistische System wird an den Maßlosigkeiten der Großbanken durch wenige Auserwählte sturmreif geschossen. Das ist aber Kalkül!! Sie wissen, daß man dieses System nicht mehr retten kann! Darum wird es durch einen großen Krieg wieder in Gang gesetzt. Nichts Neues unter der Sonne!

  2. maus sagt:

    EU Staaten sind in eine nie endenden Endlosschlaufe der Schulden gefangen ! Bis das ganze System zusammenbricht ! Und das recht gewaltig !

    Zitat;

    Ich bin ein Teil von jener Kraft,die stets vom Guten spricht ,und stets das Böse schaft !

    Die Geister die ich rief ,werd ich jetzt nicht mehr los !

  3. Steuerzahler sagt:

    Erfahrung ist fast immer eine Parodie auf die Idee. (Goethe)

  4. Cuibono sagt:

    KEIN RESET, nicht dasselbe böse Spiel immer wieder von vorne. SYSTEMWECHSEL!

    Die Schulden müssen derzeit immer weiter steigen, so ist das heutige Kreditgeld-Aufschuldungssystem.
    Geld synonym Kredit. Schulden können zwar zurückgezahlt werden, aber in dem Umfange als die Schulden geschrumpft werden, schrumpft auch die gesamt umlaufende Geldmenge.
    Also null Schulden = null Cent im Umlauf=null Wirtschaftstätigkeit. Ohne Geld ist kein Kauf mehr möglich, nur noch Tausch.

    Heute gilt: Ohne vorherigen Kredit und Zinsenpflicht desselben existiert kein Geld.

    Dieses Kreditgeldschöpfsystem ist völlig irr, es ist eine Zinsengeldumwälzpumpe ohnegleichen und liefert die verfügbare Gesamtgeldmenge den allein geldschöpfenden Banken aus.

    Es wird Zeit für ein staatliches Vollgeldsystem mit einer fixen Geldmenge, Geld also, was bei Geburt nicht kreditgeschöpft geboren, also nicht rückzahlpflichtig ist, sondern das als echter realer positiver WERT geboren und in den Umlauf gebracht wird.

    Man kann dieses Vollgeld nach dessen nicht-rückzahlpflichtigen primären Inverkehrbringen durch den Staat ( Staatsausgaben etc) später untereinander gegen Zinsen weiterverleihen. Es wäre also keine Abschaffung von Zinsen. Zinsen stören nämlich nicht, wenn ihre Zahlung die gesamt verfügbare Geldmenge nicht berührt, sie wären vielmehr ein gerechtes Entgelt für höheren Fleiss.

    Mit staatlichem Vollgeld hätten die Volkswirtschaften endlich ein friktionsfreies Tausch- und stabiles Wertaufbewahrungsmittel, denn dieses Voll-Geldsystem würde den ständigen Deflationen und Inflationen und den hiedurch hervorgerufenen Wirtschaftskrisen ein Ende setzen. Daher Systemwechsel dringend nötig.

    Ein Reset bedeutet nur, daß man Guthaben und Schulden streicht und die realen Pfänder den Gläubigern ausgehändigt werden.
    Und die böse Aufschulderei wieder von vorne beginnt.

  5. Jens sagt:

    RESET

  6. Leopold sagt:

    Ratlos? Warum? Da kann man doch einfach noch mehr retten! Sparen tut sowieso niemand, bei der lockeren Geldpolitik der EU!

  7. ron sagt:

    Was für eine merkwürdige Überschrift,
    die Schuldenberge jedes einzelnen Staates wachsen stetig und schier unaufhörlich.
    In Deutschland z.B. in jeder Stunde!!! um ca. 3 Millionen €.
    Und allein in Deutschland beträgt der Zinsdienst ca 60 Mrd.€ pro Jahr.
    Das sind 400.000 Eigenheime zu je 150.000 € pro Jahr wohlgemerkt.
    Nur mal so, um die Dimensionen ein bißchen verständlich zu machen

    • Cuibono sagt:

      So ist das System, es hat einen zwingenden Aufschuldungsautomatismus in sich. DAS ist das große Problem.

      ALLE sind hilflos darin gefangen, kein Einzelner kann was dagegen tun, Sparen erwürgt die Wirtschaft und bringt Deflation. Aufschulden bringt weitere Lasten und verschärft die Lage.

      Das perverse System geht seinem unerträglichen Ende zu. Am Ende steht die Wohlstandsvernichtung.

      Und aufgrund der Globalisierung und der enormen Macht der Systemverteidiger und der leider außerordentlichen Schwäche demokratisch regierter Nationen, gibt es keinen, der hart einschreiten und das Problem lösen kann, bevor es zu schweren Schäden kommt.

      Man kann sich nur selbst schützen und in Realwerte flüchten, so gut es geht.

  8. Wolfgang sagt:

    und dann droht da noch die Bankenrettung in Spanien in Höhe von mindestens 270 Mrd. Euro:
    http://www.zerohedge.com/news/2012-09-28/how-oliver-wyman-manipulated-spanish-bank-bailout-analysis