Experiment: Künstlicher Blitz lädt Handy-Akku auf

Es ist machbar: Ein Handy wurde mit Spannungen aus der Luft wieder aufgeladen. Dafür wurde Energie von 200.000 Volt durch eine 30 Zentimeter kleine Lücke gejagt. Ob die Technik serienmäßig produziert werden kann, ist noch unklar.

Wie man spektakulär leere Akkus aufladen kann, bewiesen kürzlich Forscher der Universität Southampton mittels eines künstlichen Blitzes. Mit der gewaltigen Energie, die so freigesetzt wurde, konnte ein Nokia Lumia 925 aufgeladen werden.

Bei dem Versuch wurde Wechselstrom mit einem Spannungswandler auf 200.000 Volt gebracht und durch eine nur 30 Zentimeter große Lücke gejagt. Der künstliche erzeugte Blitz setzte dabei Energie frei, die auf der anderen Seite von einem zweiten kontrollierenden Spannungswandler wieder eingefangen und sozusagen beruhigt wird, wie die Universität bekanntgab.

Zur Begeisterung der Forscher konnten die Schaltkreise des Handys das „beruhigte“ Signal stabilisieren. So war es möglich, das Handy auf diese außergewöhnliche Weise aufzuladen. Bei dem Versuch handelt es sich um eine Machbarkeitsstudie, die als Experiment in Kooperation mit dem Handy-Hersteller durchgeführt wurde.

Für die Forscher des Tony Davies High Voltage Laboratory, dem durchführenden Institut, ist der Versuch natürlich nicht nachahmenswert. Es gehe ihnen vielmehr darum, die Grenzen der Technologie zu erweitern. Das Anzapfen von Naturkräften könne beispielsweise Energiequellen für Gebiete mit schlechter Versorgungsleistung hervorbringen. Das liegt noch in weiter Ferne, denn alleine für das Laborexperiment und das Akkuaufladen brauchte es eine komplexe Versuchsanordnung.

Die Entdeckung der Forscher beweist, dass es möglich ist, Geräte mit Spannung zu laden, die sich durch die Luft bewegt. Ein Trend, der natürlich verlockend ist, denn in Zukunft soll kabelloses Aufladen Standard werden. Und die Forscher bezeichnen dieses Experiment als einen großen Schritt in diese Richtung.

Denn moderne Smartphones, Tablets oder Notebooks sind wahre Energiefresser. Die Hersteller sind sich dessen bewusst und suchen auch nach Möglichkeiten, die Laufzeit zu verlängern. So gab es bereits Versuche mit menschlichem Urin oder Reishülsen. Diese bleiben als Überbleibsel nach der Reisernte übrig, haben aber einen sehr hohen Siliziumgehalt, den Wissenschaftler zu Herstellung von Super-Akkus nützen wollen.

Kommentare

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  1. Raus aus Deutschland sagt:

    Zitat: So gab es bereits Versuche mit menschlichem Urin oder Reishülsen.

    Also da muß ich schmunzeln, ganz nach dem Motto:
    Einmal auf das eigene Handy pinkeln und schon funktioniert es wieder.

    Wie bekloppt sind die Leute???