Verkehrstechnik: Autos kommunizieren mit Kreuzungen

Fahrzeuge sollen in Zukunft mit Straßenkreuzungen und anderen Verkehrsteilnehmern in Verbindung stehen, so die Zukunftsvision von Forschern der Uni Ulm. Dafür bräuchte es ein massives Aufgebot an Kameras und Sensoren.

Die angeblich sicherste Kreuzung Deutschlands befand sich in diesen Tagen in Aschaffenburg. Dort haben Wissenschaftler zu Forschungszwecken sowohl Autos als auch Straßenkreuzung mit technischen Hilfsmitteln ausgestattet. Projektziel war, die Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer zu erhöhen.

Unbestritten ist, dass Kreuzungen Unfallschwerpunkte sind. Ein Drittel aller Verkehrsunfälle mit Personenschaden passieren an diesen Knotenpunkten, so das Statistische Bundesamt. Vier Jahre haben Experten aus Industrie und Forschung für das Projekt zusammengearbeitet, um diese Gefahrenquelle sicherer zu machen, gab die Universität Ulm bekannt.

Die zu bekämpfende Problematik: Gerade bei Kreuzungen werden Gefahren oft verdeckt und so nicht rechtzeitig erkannt. Ein typisches Beispiel: Ein Fußgänger, der zwischen zwei parkenden Autos auf die Fahrbahn tritt. Hier soll die neue Technologie ansetzen.

Lasersensoren und Kameras an Ampeln und Laternenmasten übertragen die aus verschiedenen Perspektiven ermittelten Daten an das Fahrzeug. Dort sollen sie zu einem Gesamtbild zusammengefügt werden. Gleichzeitig hat die Daimler AG eine Situationsanalyse beigesteuert, die darüber hinaus die aktuelle Konstellation an der Kreuzung sowie mögliche Handlungsoptionen der Verkehrsteilnehmer untersucht – und die Wahrscheinlichkeit für ihr Eintreten berechnet.

In zahlreichen Studien wurde bewiesen, dass mangelnde Aufmerksamkeit und schlechte Sicht die häufigsten Unfallursachen sind. In diesem Projekt wurde als Antwort darauf erstmals ein fahrzeugübergreifender Informationsaustauch realisiert. In Kombination mit der Situationsanalyse soll der Fahrer vor schwierigen Situationen gewarnt und gefährliche Situationen wie Notbremsungen vermieden werden.

Die Kommunikation zwischen Kreuzung und Fahrzeugen hat laut Forschern funktioniert. Sie gehen davon aus, dass entsprechend aufgerüstete Fahrzeuge in einigen Jahren marktreif sein werden. Dazu müssten aber ganze Straßenzüge mit Kameras und Sensoren bestückt werden.

Kommentare

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  1. biersauer sagt:

    Diese Theorie des zukünftigen Verkehrs entspricht meinem Projekt auf
    http://www.reformprojekte.at/de/node/295128?backlink=de/ideas%3Fpage%3D2
    Die technischen Voraussetzungen dazu sind reell.
    Der Elektroverkehr mit der dabei verwendeten Technik, bietet für solche Entwicklungen geradezu ideale Voraussetzungen.
    Nur, ist Deutschland wiederum hintennach, mit 0,2%, gegenüber Norwegen mit über 8% der E-Flotte.

  2. Michael H sagt:

    ..1984…

    Orwell hat es genau beschrieben!