Hersteller profitieren kurzfristig von sinkenden Energiepreisen

Die Erzeugerpreise sind im August überraschend stark gefallen. Grund dafür sind fallende Energiepreise. Im Vergleich zum Vorjahr zahlt die Industrie zwei Prozent weniger für Energie.

Im August haben deutsche Produzenten ihre Preise so stark gesenkt wie zuletzt im März 2010. Die Preise fielen im Schnitt um 0,5 Prozent. Experten hatten mit einem leichten Anstieg der Preise gerechnet. Der Index der Erzeugerpreise misst die durchschnittliche Preisentwicklung von Rohstoffen und Industrieerzeugnissen, die in Deutschland hergestellt und verkauft werden.

Auslöser für die Preissenkung waren die um zwei Prozent geringeren Energiekosten. Strom wurde knapp fünf Prozent billiger. Leichtes Heizöl ging um neun Prozent zurück und der Preis für Diesel fiel um etwa sechs Prozent. Auch die Vorleistungsgüter wurden billiger. So kostete Metall 5,9 Prozent weniger als noch vor einem Jahr, berichtet Reuters.

Die Nahrungsmittelpreise sind hingegen um insgesamt 3,7 Prozent gestiegen. Butter wurde um 44 Prozent teurer als im Vorjahresmonat. Die Milchpreise kletterten um 20 Prozent. Der Preisanstieg lässt vermuten, dass auch die Verbraucherpreise für Lebensmittel deutlich ansteigen dürften. Ein Rückgang ist kurzzeitig nicht zu erwarten: „Diese Entwicklung bei den Nahrungsmitteln geht wohl noch eine Weile so weiter“, sagte Postbank-Volkswirt Thilo Heidrich.

Die Produzenten von Rohstoffen und Industriegütern gehören zum Verarbeitenden Gewerbe, zu den Energie- und Wasserversorgern und zum Bergbau. Die sinkenden Preise lassen auf Überkapazitäten schließen. Ist das Angebot zu hoch oder die Nachfrage zu gering, gelingt es den Produzenten nicht, die Preise stabil zu halten, berichtet das Magazin Querschüsse.

Die Erzeugerpreise gelten auch als Frühindikator für die Entwicklung der gesamten Inflation. Im September ist die Inflation in Deutschland zurückgegangen und liegt derzeit bei 1,4 Prozent, berichtet das Statistische Bundesamt (Destatis), was wiederum auf sinkende Preise für Kraftstoff zurückzuführen ist.

Die Entwicklung der Preise in Deutschland spiegelt sich auch in Europa wieder. Hier sanken die Erzeugerpreise um 0,8 Prozent. Die gesamte Inflation im Euro-Währungsraum liegt bei 1,1 Prozent auf einem sehr tiefen Stand. Zwar dürften die Preise bis zum Ende des Jahres wieder leicht steigen. Der Anstieg der Inflation „dürfte sich mittelfristig aber noch im Rahmen halten“, sagte Heidrich.

Denn die USA und Japan befinden sich in einem Wettlauf um die höchste Inflationsquote. Die US-Zentralbank Fed druckt jeden Monat 85 Milliarden Dollar, um den Wert der Währung zu drücken und die Finanzmärkte mit frischem Geld zu versorgen. In Japan geschieht Ähnliches: Die Regierung will den Wert des Yen so stark wie möglich senken, um dem Exportsektor einen Preisvorteil zu verschaffen. Der Euro gerät so unter Aufwertungsdruck.

Für deutsche Unternehmen bedeuten die sinkenden Erzeugerpreise kurzfristig günstigere Betriebsbedingungen. Sie sollten sich aber nicht darauf verlassen, dass die Preise für Energie weiter fallen. Im Verlauf der Energiewende wurden Unternehmen und Privathaushalte ständig mit einem Anstieg der Preise konfrontiert.

Einerseits treibt die Umlage für das Erneuerbare-Energien-Gesetz die Strompreise in die Höhe. Andererseits erhöhen die Energieversorger ihrerseits die Preise und rechtfertigen dies mit steigenden Investitionskosten.

Kommentare

Dieser Artikel hat einen Kommentar. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. maus sagt:

    Die Preise steigen immer höher für den Verbraucher ,und es sind bei weitem nicht nur sichtbare Preise ! Immer mehr werden wir mit Mogelpackungen regelrecht überschwemmt ! Neues Produkt oder new , und das bedeutet z.B. in der neuen Verpachung sind statt 500 ml jetzt 400 ml enthalten oder z.B. Windeln kleiners aber dickeres Packet statt 45 Windeln jetzt 37 Stück enthalten ! Oder Frischkäse statt 200 g neue Verpackung verbesserte Rezeptur aber jetzt mit 175 g Bei Schockomüslie waren plötzlich nur noch vereinzelt Nüsse enthalten ,später auch weniger Schockostückchen ,verwässerter Eistee ! Nur um einige Beispiele zu nennen ! Doch der Verbraucher bekommt das nur mit wenn er genau drauf schaut ,oder er es beim Geschmack merkt das da was nicht mit stimmt ,und wenn er immer weniger Ware für sein Geld bekommt ! Wo ist da mal unser Verbraucherschutz ? Für die Konzerne wird viel gemacht,aber für uns Bürger rein nichts ! Nicht mal gegen solche Betrügereien ! Uns werden nur alle erdenklichen Kosten aufgedrückt ,und Abgezockt bis zum letzten Hemd,und das nehmen Sie sich auch noch !