Deutsche Exporte gehen im August deutlich zurück

Die Ausfuhren fielen im August deutlich geringer aus, als von Experten erwartet worden war. Im Vergleich zum Vorjahr beträgt das Minus 5,4 Prozent. Als Gründe werden die politischen Probleme in Nordafrika, im Nahen Osten sowie der Shutdown in den USA angeführt. In Katar können mittelständische Baufirmen aber vom Bau-Boom für die Fußball-WM 2022 profitieren.

Waren im Wert von 85,3 Milliarden Euro wurden im August ausgeführt. Diesem Wert stehen 72,2 Milliarden Euro gegenüber, die für Waren aus dem Ausland ausgegeben wurden. Bei den Exporten entspricht das einem Rückgang von 5,4 Prozent und bei den Importen von 2,2 Prozent im Vergleich zum Augst 2012, berichtet das Statistische Bundesamt (Destatis).

Die Außenhandelsbilanz schloss mit einem Überschuss von 13,1 Milliarden Euro ab. Im August 2012 gab es noch ein Plus von 16,3 Milliarden Euro.

Die Leistungsbilanz – die Berücksichtigung der Salden für Dienstleistungen, Erwerbs- und Vermögenseinkommen, laufende Übertragungen sowie Ergänzungen zum Außenhandel – beträgt 9,4 Milliarden Euro. Vor einem Jahr waren es noch 13,2 Milliarden Euro.

Der Warenexport in die Mitgliedstaaten der EU nahm im Vergleich zum Vorjahr um 3,9 Prozent ab. „Der Süden Europas – und dazu zähle ich auch Frankreich – hängt nach wie vor durch“, sagte Anton Börner, Präsident des Außenhandelsverbandes BGA dem SWR. „Von dort werden auch in den kommenden zwölf Monaten noch keine Impulse kommen.“

Die Exporte in Länder außerhalb der EU nahmen um 7,2 Prozent ab. Begründet wird das mit verschiedenen Faktoren. Zum Einen erfordert die unsichere politische Situation im Nahen Osten mehr Vorsicht bei den deutschen Exporteuren. Bestellungen gehen zurück.

Zum Anderen ist der Schuldenstreit in den USA noch im Gange. „Alles ist dort in Wartestellung, Investitionen werden aufgeschoben“, so Börner. Das Wachstum werde aber noch kommen.

Im schlechtesten Fall erwartet der BGA-Präsident eine Stagnation des Exports. In China gebe es jedoch noch Kapazitäten. „Dort hat die deutsche Wirtschaft noch viel Platz.“ Ähnliches gelte für Lateinamerika und teilweise auch für Afrika.

Im arabischen Katar kann die mittelständische Bauwirtschaft derzeit vom anhaltenden Boom profitieren. Bis 2022 werden dort zum Start der Fußball-WM 2022 etwa 200 Milliarden US-Dollar in den Bau neuer Einrichtungen investiert, zeigte die Deutsche Auslandshandelskammer in einer Informationsveranstaltung auf. Deutsche Firmen sollten die Chancen nutzen, die sich ihnen auf der arabischen Halbinsel eröffnen.

Kommentare

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  1. Cecylia sagt:

    Der Mensch hat noch einen Vorzug vor der Maschine – er ist imstande sich selbst zu verkaufen. S.J.Lec.

  2. maus sagt:

    Die EU hat Uns nichts gutes gebracht ! Alle EU Staaten stehen vor dem Bankrott ! Da hilft auch noch so glühendes schönreden nichts ! Nicht mal ein Fass Alkohol würde es besser aussehen lassen ! Die Länder haben Endlos Schulden . Versuche mit einsparungen das zur Lasten der Völker geht ,bringt nur Arbeitslosigkeit und Armut mit sich . Wie soll da die Wirtschaft wachsen ? Alles wird nur noch künstlich am leben gehalten ! Doch der Crash kommt mit Sicherheit ! Und der wird gewaltig sein !
    Die Leidtragenden werden wir sein,das Volk !