Frankreich: Chinesischer Staatskonzern will bei Peugeot einsteigen

Der französische Autobauer braucht mehr Geld. Deshalb überlegen die französische Regierung und der Staatskonzern Dongfeng Motor aus China, bei Peugeot einzusteigen. Insgesamt sollen so drei Milliarden Euro in das Unternehmen fließen. Sieben Milliarden hatte der Konzern bereits vom französischen Steuerzahler erhalten.

Mit jeweils einem potentiellen Einsatz von 1,5 Milliarden Euro würden der französische Staat und der chinesische Staatskonzern Dongfeng Motor zwischen etwa 20 und 30 Prozent von Peugeot halten. Dies hätte zufolge dass die Gründer-Familie des Autoherstellers ihre derzeitige Mehrheit verlieren würden.

Der mögliche Einstieg von Dongfeng Motors ist kein Zufall. Peugeot betreibt mit demchinesischen Staatskonzern  bereits ein Unternehmen in China: DPCA. Die neuen Kapitalspritze für Peugeot würde dann auch mit einer Ausweitung des der DPCA einhergehen. Dadurch sollen zukünftig noch mehr Peugeot-Fahrzeuge und Peugeot-Technik auf dem chinesischen Markt platziert werden.

Die schlechten Absatzzahlen in Europa haben Peugeot schwer mitgenommen. Mehr als die Hälfte der 100 größten europäischen Autowerke sind zu weniger als 75 Prozent ausgelastet und daher wahrscheinlich unrentabel. Peugeot hat bereits mit Sparmaßnahmen begonnen. In den kommenden zwei Jahren soll 11.200 Stellen gestrichen werden. Allein vergangenes Jahr machte das Unternehmen ein Minus von fünf Milliarden Euro. Aus diesem Grund hatte das Peugeot bereits Staatshilfen in Höhe von sieben Milliarden Euro zugesprochen bekommen. Doch wie die aktuellen Entwicklungen zeigen, reicht die Finanzspritze nicht aus.

Der französische Finanzminister wollte am Samstag noch keine Stellungnahme dazu abgeben. Ein Sprecher von Peugeot jedoch bestätigte Reuters, dass das Unternehmen derzeit „neue industrielle und gewerbliche Projekte und Finanzierungsmöglichkeiten mit verschiedenen Partnern“ studiere. Insidern zufolge soll sich gerade eine Delegation aus französischen Regierungsvertretern, Firmen-Managern und Bankern für weitere Verhandlungen nach China reisen.

Kommentare

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  1. hugin sagt:

    CHINESEN INVESTIEREN IN EUROPA
    Sehr kluge Strategie ! So haben sie ihre (Wertlosen) Dollars in feste Werte angelegt.
    Die Europäer werden bei der kommenden Dollar-Entwertung blöd schauen !

  2. fan sagt:

    Und die EU-Kleinkrämer und Polit-Spießer krümeln sich immer weiter in das €uro-Dilemma vor und verlieren eine Welt-Position nach der anderen..!

    Es kommt der nicht mehr ferne Tag, an dem Deutschland durch unsere Polit-Idioten zur „Chinesischen Werkbank“ weiter und weiter runtergestuft wird – Merkel und Schäuble und Brüssel machen’s möglich..!

  3. Andre T sagt:

    Der Anfang vom Ende

  4. Raus aus Deutschland sagt:

    Die französische Regierung hatte Peugeot VERBOTEN weiter Handel mit dem Iran zu treiben und Peugeot mußte den Verkauf seiner Auto nach dem Iran dann einstellen.

    Das gab dann hohe Verluste und Massenentlassungen.

    Jetzt soll der Staat wieder mit Geld helfen?

    Für Peugeot als Firma wäre es gut wenn die Chinesen einsteigen.
    Selbstverständlich(!!) werden dann aber erhebliche Arbeitsplätze nach China verlagert werden.
    Das weiß mitlterweile sogar meine Putzfrau das sowas passiert wenn ein Betrieb von Chinesen übernommen wird.
    Geschäftlich sicher eine gute Entscheidung von China.
    Volkswirtschaftlich eine Katastrophe für Frankreich und seine Staats-Bürger!