Rentnern in Deutschland geht es vergleichsweise gut

Laut Global Age Watch Index ist Deutschland nach Schweden und Norwegen das attraktivste Land für Rentner. Der große Unterschied zu Skandinavien: Deutschlands Rentner haben viel weniger Geld zur Verfügung als die Nordeuropäer.

Mehr als 26 Prozent der deutschen Bevölkerung sind über 60 Jahre alt – Tendenz steigend. Derzeit ist Deutschland unter den ersten drei Ländern, die am besten für Rentner geeignet sind, zeigt der aktuelle Global Watch Index 2013 der UN. Allerdings gibt es einige Umstände in Deutschland, die in den kommenden Jahren das Leben der Rentner in Deutschland nicht mehr ganz so rosig aussehen lassen.

Vier Bereiche hat der Global Watch Index untersucht: Die Einkommenssicherheit, das Gesundheitssystem, Arbeit und Bildung und das aktive Umfeld (was können Rentner in dem Land unternehmen). Im direkten Vergleich zu Frankreich, Österreich und Finnland fällt auf, dass Deutschland in zwei von vier Bereichen mit Abstand die besten Noten erreichte. Mit Blick auf die potentiellen Aktivitäten für Rentner lag Österreich etwas vor Deutschland. Bei der  Einkommenssicherheit schnitt Deutschland allerdings im Vergleich zu Frankreich, Österreich und Finnland am schlechtesten ab.

„Die Rentenreformen 2001 und 2004 haben zu geringeren Renten geführt und dieser Trend wird sich fortsetzen“, heißt es in dem Abschnitt des Global Watch Index zu Deutschland. „Die Notwendigkeit für zusätzliche private Vorsorge im Alter ist ebenfalls gestiegen.“ Zudem seien die Erwerbstätigenquoten gesunken, kritisiert der Index.

Insgesamt haben nur Schweden und Norwegen bei dem Index besser abgeschnitten als Deutschland. Länder wie Montenegro, Moldawien und Russland haben von allen 195 untersuchten Ländern die schlechtesten Bedingungen für Rentner. Innerhalb der EU ist Polen mit Rang 62 das schlechteste Land für Rentner.

Aufgrund der Haushaltskürzungen und der anhaltenden Rezession in der EU wird sich die Situation der Rentner in der EU in den kommenden Jahren jedoch eher verschlechtern. Die wachsende Zahl der Älteren Menschen trägt zu dieser Entwicklung bei. Immerhin hat Europa mit 22 Prozent den höchsten Anteil der Menschen im Alter von über 60 Jahren, so die UN.

Kommentare

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  1. hugin sagt:

    AUS RENTNER WERDEN HARTZ IV EMPÄNGER
    Die Politiker haben nicht den Mut die Sozialbeiträge auf ein notwendiges Mass anzuheben. Es soll jeder privat vorsorgen und in eine Renten-Versicherung einzahlen. Wer heute einzahlt, wird in 15 Jahren auf Grund des EURO-CRASH praktisch alles verlieren, aber das verschweigen die Polit-Amateure, welche mit ihrer Politker-Pension dann ein sorgloses Leben führen werden.

  2. BS-Rentner sagt:

    Es ist eine Lüge wenn von den „verantwortlichen“ Politikern behauptet wird, dass es den deutschen Rentnern gut geht. Wir haben eine bundesweite Armut von über 14 % mit steigender Tendenz zu verzeichnen. Die Armutsspirale wird sich zwangsläufig immer schneller drehen. Die Niedriglöhne, Senkung der Rentenbeiträge und unsinnige Zusatzversicherungen (Riester usw.) die sich kein Niedriglöhner leisten kann, tun das Übrige. Wir müssen endlich dazu kommen, dass ALLE Personen sich an dem Solidarsystem beteiligen, also von A-Z, Arbeiter, Angestellte, Beamte, Politiker, Selbständige, Freiberufler, Künstler usw.
    Nur DAS ist eine funktionierende Solidargemeinschaft.
    Deutschland ist das einzige Land in Europa, dass sich den Luxus erlauben kann eine Kaste zu unterhalten, die keine Beiträge in die gesetzliche Sozialkasse abführt. –
    Wir Rentnerinnen werden in unzumutbarer Weise benachteiligt.
    Folgende Daten von 2000 bis 2013 sind belegbar:
    13,18 % Rentenerhöhung
    25,00 % Erhöhung der Beamtenbezüge
    21,30 % Inflationsrate
    25,20 % Diätenerhöhung (Bundestag)

  3. syssifus sagt:

    In der Überschrift der Meldung, fehlt das Wort „noch“.