Energieanbieter fordern Reform der EU-Energiepolitik

Zehn Energieunternehmen haben sich zusammengeschlossen, um gegen die EU-Energiepolitik zu protestieren. Sie fordern Reformpläne von der Kommission, einen Kostenstopp und ein Ende der bestehenden Subventionen für Ökostrom.

Zehn europäische Stromkonzerne haben eine gemeinsame Stellungnahme zur EU-Energiepolitik abgegeben und fordern grundlegende Reformen der bestehenden Ökostrom-Förderung. „Es fehlt eine Strategie im europäischen Energiesektor“, sagte RWE-Vorstandsvorsitzender Peter Terium bei einer gemeinsamen Pressekonferenz.

Die Unternehmen fordern einen Stopp bei den steigenden Energiepreisen für Firmen und Verbraucher. Durch die hohen Steuern und Umlagen würden Investitionen vernichtet. Die Planungssicherheit gehe verloren, die Energieversorgung sei gefährdet und die klimaschädlichen Emissionen nähmen zu.

Neben RWE und Eon aus Deutschland haben sich auch die Chefs von Vattenfall aus Schweden, GDF Suez aus Frankreich, die spanischen Firmen Iberdrola und Gas Natural, Enel und Eni aus Italien, das niederländische Unternehmen Gasterra und der tschechische CEZ-Konzern dem Appell an die Europapolitiker angeschlossen.

Nach eigenen Angaben haben die zehn Unternehmen über 213 Millionen Strom- und Gaskunden in Europa. Der Weckruf an die EU solle mehr Ordnung in der Branche herbeiführen. Diese sei in einer kritischen Lage.

Das Subventionssystem für erneuerbare Energie solle abgeschafft werden, fordern die Energieanbieter. Ökoenergie solle in den regulären Markt integriert werden. Man müsse auf die Nutzung von wettbewerbsfähigen Energiequellen zurückgreifen, anstatt Geld in Techniken zu stecken, die noch nicht marktreif seien. Europa sei noch weit von einem einheitlichen Energiebinnenmarkt entfernt. Die Vorgaben der EU widersprächen den nationalen Regelungen der Mitgliedstaaten.

Die EU kommentierte den Appell der Energieversorger nicht direkt. Eine Sprecherin von EU-Energiekommissar Günther Oettinger (CDU) sagte: „Zu Beginn war es gut, die Erneuerbaren zu fördern. Aber wir haben gesehen, dass das auch zu sehr hohen Abgaben führt.“ Deswegen gebe es viele Mitgliedstaaten, die ihre Fördersysteme bereits reformiert hätten oder dies planten, sagte die Sprecherin einem Bericht des Magazins Unternehmen-heute.

Um die Energieversorgung in Europa sicherzustellen, will die EU-Kommission den Ausbau des Netzes vorantreiben. Insgesamt sollen 250 Projekte umgesetzt werden, 22 davon aus Deutschland. Diese Großprojekte erhalten Fördergelder in Höhe von sechs Milliarden Euro, heißt es in einer Mitteilung der EU-Kommission. Ziel ist die Vernetzung der einzelnen Energiemärkte und eine breitere Streuung der Energiequellen.

„Wir müssen sichergehen, dass unsere begrenzten Mittel sinnvoll eingesetzt werden. Die EU-Gelder sollten dort gewährt werden, wo sie für die europäischen Verbraucher die größten Vorteile bringen“, sagte Oettinger. Zudem verspricht sich der Energiekommissar dadurch, neue Investoren anlocken zu können.

Zu den deutschen Projekten innerhalb des EU-weiten Ausbaus des Energienetzes zählen die Nord-Südanbindung von Schleswig-Holstein nach Bayern, um die Energie aus den Windparks in den Süden transportieren zu können, sowie die Anbindung vom brandenburgischen Eisenhüttenstadt nach Polen. Bei beiden Projekten handelt es sich um Vorhaben, die für mindestens zwei EU-Mitgliedstaaten von Nutzen sein sollen.

Kommentare

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  1. maus sagt:

    Energieanbieter wollen das die Subventionen für Ökostrom gestoppt werden ?Nutzung von wettbewerbsfähigen Energiequellen ? Und was soll das geschwafel von Klimaschädlichen Emissionen ? Oettinger hat gesprochen ? Weiß er selbst was er da von sich gibt ? Er ist für die Atomenergie ,die gefahren werden wohl erst ernstgenommen wenn bei uns was passiert ist .Das die meißten AKW veraltet und keineswegs sicher sind wird nicht wahrgenommen ! Oder das Oettinger Investoren anlocken will ? Die über Leichen gehende Investoren für Fracking ? verseuchte Böden ,Gewässer ,und Grundwasser gleich Inklusive !
    EU Gelder ( eher Gelder der Steuerzahler ) soll nur dahin gehn was den meißten Gewinn verspricht und Ordendlich die eigenen Taschen füllt ! Die sollen aber Uns nicht erzählen das was sie wollen gut für das Volk ist und lasst die Umwelt da raus ! Atom ,sind die Folgen grausam ,Fracking zerstört und vergiftet die Umwelt ,Mensch und Tiere ,und was hat das schwarze Gold schon alles angerichtet ? Herr Öettinger und die vielen Energieunternehmer sollen Ihre Macht und Profit Gier nicht auf den Grabstein der Erde schreiben ! Zitat ; Ich bin von jener Kraft die stets vom guten spricht ,und stets das böse schafft !