Höhere Sozialversicherungs-Beiträge belasten Unternehmen

Im kommenden Jahr kommen auf Arbeitnehmer und Arbeitgeber deutlich höhere Sozialabgaben zu. Für die überwiegende Mehrheit der Versicherten ändere sich jedoch nichts, sagt das Arbeitsministerium. Doch die Erhöhung der Beitragsgrenze belastet die deutsche Wirtschaft mit 3,6 Milliarden Euro jährlich. Für innovative Unternehmen ist das keine Einladung, sich in Deutschland anzusiedeln.

Am Mittwoch gab das Bundesministerium für Arbeit und Soziales bekannt, dass die Beitragsgrenzen für Sozialabgaben ab dem kommenden Jahr wieder angehoben werden. Für das Ministerium handelt es sich aber nur um eine Lapalie. Schließlich würden die „Rechengrößen turnusmäßig angepasst“, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums.

Die entsprechende Präzisierung des Ministeriums auf Nachfrage der Deutschen Mittelstands Nachrichten:

„Das (die genaue Höhe der Belastung für die Arbeitnehmer, Anm. d. Red.) lässt sich leider nicht belastbar beziffern. Denn es hängt von einer Reihe von Faktoren ab, z.B. der Frage, wer wann in welchem Maße in 2014 über der aktuellen Beitragsbemessungsgrenze verdienen wird bzw. heute schon verdient und damit ab 1. Januar 2014 höhere Sozialabgaben entrichten muss. Da Sozialabgaben steuerlich absetzbar sind und dies wiederum u.a. mit der Kinderzahl, dem Einkommen des Ehepartners etc. zusammenhängt, und weil sich ggf. die Höhe der Beitragssätze ab Januar 2014 verändert, lässt sich schlicht nicht sagen, wie viele Beschäftigte davon betroffen sein werden.“

Die Beitragsbemessungsgrenzen werden ab 2014 so angehoben, dass ab einem monatlichen Bruttogehalt von 3.937,50 Euro höhere Sozialabgaben gezahlt werden müssen. Dadurch kommen, je nach exakter Höhe des Einkommens, jährliche Mehrkosten in Höhe von bis zu 251 Euro auf die Arbeitnehmer zu. Da die Beiträge zur Sozialversicherung in Deutschland fast zur Hälfte vom Arbeitgeber und zur Hälfte vom Arbeitnehmer bezahlt werden, kommen die Mehrkosten auch auf die deutschen Arbeitgeber zu.

Dem Bundesministerium zufolge hat dies aber auf die meisten Deutschen keine Auswirkung: „Für die weit überwiegende Mehrheit der Versicherten ändert sich die Beitragsbelastung durch die neuen Werte im Jahr 2014 nicht.“

Im August lag die Zahl der Erwerbstätigen mit Wohnsitz in Deutschland bei etwa 41,82 Millionen, so das Statistische Bundesamt. Dem DIW zufolge liegt dabei der Anteil der Selbständigen bei 11,7 Prozent, fast 4,9 Millionen. Das durchschnittliche Gehalt der Deutschen liegt derzeit bei etwa 3.447 Euro. Von den nahezu 37 Millionen Arbeitnehmern erhalten nach DGN-Berechnungen etwa 20 Prozent ein Bruttogehalt, das über der Grenze von 3.937,50 Euro, also 7,4 Millionen Arbeitnehmer.

Bei jährlichen Mehrkosten in Höhe von bis zu 251 Euro pro Arbeitnehmer wären dies immerhin bis zu 1,857 Milliarden Euro mehr, die die Arbeitnehmer, die über der Beitragsgrenze sind, insgesamt bezahlen müssen. Auf die Arbeitgeber kommen dementsprechend ebenfalls jährliche Mehrkosten von fast 1,857 Milliarden Euro zu. Das belastet die deutsche Wirtschaft mit Mehrkosten in Höhe von 3,6 Milliarden Euro jährlich.

Gerade für kleine und mittlere Unternehmen ist es oft entscheidend, wie hoch die Sozialabgaben sind. Ein mittelständischer Unternehmer überlegt es sich zweimal, ob er es sich – gerade in unsicheren Zeiten – leisten kann, einen Mitarbeiter fest anzustellen. Ein innovatives Unternehmen, das hochbezahlte Fachkräfte braucht, wird nie einen Bail-Out bekommen. Es muss rechnen. Je weniger Abgaben für den Staat entrichtet werden, desto mehr Leute können beschäftigt werden.

Nur die Selbstbeschränkung des Staates kann dazu führen, dass Unternehmen in Deutschland hohe Löhne und Gehälter zahlen können. Und zwar an die Mitarbeiter. Nicht an den Staat.

Kommentare

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  1. Siggy sagt:

    Alles nur Umverteilung. Höhere Beiträge – gestiegene Kosten bei der ärztlichen Grundversorgung und beste Preis für die Pharmaprodukte. Der Michel zahlt treu und brav und die Creme der Nationen machen Kasse. Wenn in diesem System keiner mehr Kasse machen kann oder nicht mehr die Kohle der arbeitenden Menschen zugespielt bekommt, ist es kollabiert. Sicherlich auch der einzige Weg, aus diesem verantwortungslose parasitäre System mit vielen Schmerzen auszusteigen. Lieber ein Ende mir Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

  2. maus sagt:

    Der Staat verzichtet ganz bestimmt nicht an mehreinnahmen ! Im Gegenteil der Staat ist nicht besser wie die Banken und verhällt sich auch so .Er benutzt auch noch die kleinsten Lücken um an jeden Cent des Bürgers heranzukommen ! ( Würden die Bürger Ihr Geld in den Socken aufbewahren gäbe es längst eine Sockensteuer ) Danach verzockt der Staat das Geld der Steuerzahler ! Das durchschnittliche Gehalt der Deutschen liegt 3.447 Euro Brutto ? Die meißten Gehalter in den Firmen liegen bei 1.480 Euro Brutto ,und viele noch darunter ! Warum wohl können sich so viele kaum noch übers Wasser halten ? Und die Armut immer mehr zunimmt ? Suppenküchen in den Städten förmlich explodieren ? .Ursula von der Leyen änderte den Armutsbericht ab weil er nicht in Ihr Weltbild passte im März 2013 !

    http://www.Zeitonline.de /Bundesregierung schönt Armutsbericht

    http://www.Spiegelonline.de / Münchhausen-Check das kleingedruckte im Armutsbericht

    Dem Bürger wird sowiso immer dreister in die Tasche gegriffen !

    • lesefuchs sagt:

      …und die armen geschäftsführer der armen unternehmen können sich nur noch corsa & Co. leisten! schon ätzend zu sehen wie viele der „böser Staat“ Propaganda auf den Leim gehen. Streich doch mal alle Hilfen vom Staat (Subventionen). mal sehen wie weit die Privatunternehmen incl. banken dann kommen!!!