Europa: Autoindustrie vor schwerer Krise

Im September sind mehr Autos verkauft worden als im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die schlechte Nachricht: Es wird für die Autobranche trotzdem der schlechteste September seit zehn Jahren, dem Beginn der Aufzeichnungen.

Die Anmeldungen von Neuwagen stiegen im EU-Durchschnitt um 5,4 Prozent zu, das sind knapp 1,16 Millionen neu zugelassener Wagen, wie der Herstellerverband ACEA in Brüssel mitteilte. Obwohl deutsche Autobauer europaweit gut abschnitten, ist der Markt zuhause hart umkämpft. Europas größter Autobauer VW verzeichnete ein Plus von 5,4 Prozent im Vergleich zu September 2012 – und liegt damit genau im Durchschnitt. Vor allem Seat (+14,9 Prozent) und Skoda (+16,2 Prozent) wirkten sich positiv auf die Europabilanz von VW aus. BMW gelang ein Plus von 6,3 Prozent europaweit, Daimler verbuchte europaweit ein Plus von 12,5 Prozent.

Grund zur Entspannung gibt es für die Autohersteller dennoch nicht: In Summe wurden in den ersten neun Monaten 2013 9 Millionen Neuwagen zugelassen, dass ist ein Rückgang von 3,9 Prozent zum Vergleichszeitraum 2012. Außerdem sind in der Statistik von ACEA keine Information zu Tageszulassungen zu finden. Also jene Pkw, die nur auf dem Papier angemeldet werden, um von den Autohäusern als Rabattwagen verkauft werden zu können.

Seit fünf Jahren befindet sich der Automarkt in der Krise, wirklich durchatmen kann keiner der Konzerne. Einzig in Großbritannien machte die Automobilbranche 2013 kontinuierlich Gewinn: plus 10,8 Prozent zu 2012. Die größten Rückgänge gab es hingegen in Zypern (- 38,9 Prozent) und den Niederlanden (- 29,4 Prozent). In Deutschland selber wurden in den ersten neun Monaten 6 Prozent weniger Neuwagen verkauft als im Vergleichszeitraum 2012.

September-Sieger in Deutschland war Opel mit +13,2 Prozent, so das Kraftfahrt-Bundesamt. Verlierer hingegen Mini (- 33,8 Prozent) und Smart (- 6,6 Prozent). Mit 532 Neuanmeldungen von Elektroautos in Deutschland verzeichnete diese Sparte ein Plus von 197,2 Prozent; 713 neu zugelassene Erdgasautos entsprechen einem Plus von 77,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat.

Kommentare

Dieser Artikel hat 7 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. biersauer sagt:

    Deutschland mit 0,2% Elektrovehikeln, dagegen Norwegen mit über 8,8% EVs, das ist deutlich genug.

  2. hugin sagt:

    DIE FETTEN JAHRE SIND VORBEI !
    Die Zeiten, wo immer das neueste Modell gekauft wurde sind vorbei ! Es wird weniger gefahren und der Wagen länger genutzt. Jetzt drängt noch China auf den europäischen Markt und Autofirmen werden in den Osten ausgelagert. Die Folge ein Heer von Arbeitslosen, welche den Haushalt belasten, zusätzlich sinken Kaufkraft und Steuereinnahmen. Wieder ein Schritt näher zum Zusammenbruch des EURO und der EU!

    • Rudi sagt:

      Sehr geehrter hugin,

      …und das versucht uns die Politik als Fortschritt zu verkaufen!
      Es soll ja Menschen geben, die an dieses EU glauben…!?

  3. Andres Müller sagt:

    Zieht man die zusätzlichen Rabatte von den Stückzahlen ab, dann entsteht ein Kurve die der Realität näher kommt. Neuanmeldungen haben deshalb nicht mehr den gleichen Stellenwert wie vor einem Jahr, oder gar 5 Jahren. Die Rabatte auf die Neuwagen drücken auch noch auf die Verkaufspreise der Occasionen, was bedeutet das wir im Automobilmarkt insgesamt inflationäre Tendenzen haben, welche kurioser Weise im Warenkorb der staatlichen Inflationsbemessung nur als Deflation in der Statistik erscheint (Der Wertezerfall von Occasionen wird dort nicht erfasst, nur der Neuwagenpreis). Da jedoch das Automobil, wenn es gekauft wurde, für Private einen hohen Anteil am eigenen Vermögen einnimmt, ist die Inflation für das mobile Individuum deutlich spürbar.

  4. Hans von Atzigen sagt:

    Das sind denn wohl die Ersten Anzeichen auf dem Weg in die Ernüchterung. Im Windschatten der sog. Globalisierung insbesondere Deregulierung der Kapitalmärkte wurde enorme Liquidität (Geldmenge) aus dem Nichts generiert. Die Zentralbanken spielten nur noch, oft blinde Zaungäste, deren Funktion beschränkte sich auf die Einhaltung der nominellen Inflationsraten = Leitzinsermittlung. Das Ganze weitestgehend unter Ausklammerung der Fundamentalen und entscheidenden Realwirtschaftsergebnisse. Bekanntlich platzte 2008 die Globalisierungsgeldblase. Es
    drohte ein massiver Nachfrage= Absatzmarkteinbruch. Die Notenbanken haben und mussten mit geschöpfter Liquidität eingreifen. Die Notenbanken haben der geplatzten Geldblase lediglich neue Luft zugeführt. Luft die durch das LOCH der 2008 geplatzten Geldblase ins Nirwana entweicht. Dumm nur das LOCH wird immer grösser. Zunehmend geht den Notenbanken die Puste aus. Es entweicht mehr Luft als der ,,geretteten,, Geld = Nachfrageblase schadlos zuführbar ist. Folge, der Geldblase= Nachfrageblase droht ein erneutes Schrumpfen. Dies wiederum hat unmittelbare und direkte Auswirkungen auf die Absatzmärkte in Form von sinkender bis einbrechender Absatzmarktsolvenz. Fundamental offen ist nur noch eine Frage, wie lange kann dieses Irrenspiel NOCH funktionieren??? Da hat eine erdrückende Mehrheit von sog. Berufs-Ökonomen, eine satte Generation, oberjämmerlich Versagt. Die Politik ist dem Irrenspiel Blind und Blauäugig hinterhergewatschelt = Glückseligkeitstrottel. Tja und die Realwirtschaftsgrössen nicht minder Blind und Blauäugig. Die sind dem Irrealen Traum eines scheinbar unerschöpflichen niemals endenden Absatzmarktes erlegen.
    Da zeichnet sich ein verdammt böses erwachen ab. Ganz klar nicht nur für die ganz kleinen Verlierer die, die Folgen diese Irrenspieles längst deutlich verkraften MÜSSEN ZUNEHMEND ABSEHBAR geht es auch schrittweise den ,,GROSSEN,, ans Eingemachte. Endstation: Die letzten Grossen werden von der Riesenmeute betrogener ,, Hunde,, gebissen = Saufen zuletzt auch selber ab. Amen.
    Freundliche Grüsse
    http://www.hans-von-atzigen.ch

  5. Frank sagt:

    Ich dachte, es geht den Deutschen so gut wie nie.

    Dank Bundes“umwelt“minister freie Fahrt für freie Bürger mit vollem Rohr!

  6. Hülsensack sagt:

    Nun erhielt ich endlich die Tageszulassung verdeutlicht.
    Aber den Sinn dieses Machwerks erkenne ich trotzdem noch nicht. Wenn man Rabatt geben will, muß die Kiste auf dem Papier angemeldet gewesen sein. Warum nun dies, kann man nicht einen Rabatt auch ohne diesen „Verkaufszauber“ dem Kunden zukommen lassen?
    Machenschaften, welche mir die Haare aufrichten.