Innovationen und Mitbestimmung machen Unternehmen erfolgreich

Wenn die Geschäftsführung eng mit den Betriebsräten zusammenarbeitet, werden Neuerungen besser von den Angestellten umgesetzt. Der Widerstand gegenüber Innovationen fällt dann geringer aus. Je kritischer die Arbeitnehmervertreter, desto besser das Ergebnis, sagt eine Studie.

Wer in seinem Unternehmen Änderungen einführen will, sollte den Betriebsrat mit an Bord holen. Das zahle sich aus betriebswirtschaftlicher Sicht ebenso aus wie für die Beschäftigten. Denn mit einem Betriebsrat im Rücken, der auch zu Auseinandersetzungen mit den Chefs bereit ist, sind Mitarbeiter eher bereit, sich auf Neuerungen einzulassen.

Bei Prozessinnovationen – etwa der Zusammenlegung von Zentralbereichen, der Verschlankung von Arbeitsprozessen, neuen Arbeitszeitregelungen oder neuer Software  – ist es besser, wenn die Angestellten beteiligt sind und die Neuerungen mittragen. In 46 Unternehmen untersuchten Wissenschaftler mittels ausführlicher Interviews, wann die Angestellten eine konstruktive Rolle im Innovationsprozess spielen, so der idw.

Die Skepsis der Beschäftigten gegenüber der Veränderung von Altbewährtem ist oft sehr hoch. Die Studie der Hans-Böckler-Stiftung kam zu dem Ergebnis, dass hier die Betriebsräte am besten ansetzen könnten – noch vor Management und Geschäftsführung.

Der aktive und passive Widerstand der Mitarbeiter kann besser abgebaut werden, wenn diese stärker in die Neuerungen miteinbezogen werden. Je skeptischer und kritischer die Betriebsräte gegenüber der Geschäftsführung wahrgenommen werden, desto höher ist das Vertrauen der Mitarbeiter in sie.

Die Forscher haben beobachtet, dass die Betriebsräte auch selbst zur treibenden Kraft im Innovationsprozess werden können: wenn sie als Anwalt „für sozial verträgliche und wirtschaftlich sinnvolle“ Neuerungen auftreten.

Der wichtigste Erfolgsfaktor für betriebliche Neuerungen sei, die dabei auftretenden Konflikte konstruktiv auszutragen. Das setze allerdings eine Machtbalance voraus. Nur starke Betriebsräte seien in der Lage, Konflikte konstruktiv und mit positiven Folgen für beide Seiten zu lösen. Wobei mit „starken Betriebsräten“ jene gemeint sind, die auch vom Management als einflussreich angesehen werden. Das Potenzial der Betriebsräte verbessere sich, wenn diese mehr Mitbestimmungsrechte bei Betriebsänderungen hätten, so die Studie.

Kommentare

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  1. c-nes sagt:

    Wenn die Hans-Böckler-Stiftung eine „Studie“ in Auftrag gibt, dann steht das Ergebnis schon vorher fest. So ist das bei allen Partei Stiftungen. Die Studie wurde um das Ergebnis herum geschrieben.

  2. Hans von Atzigen sagt:

    Das Ergebnis der Studie ist im wesentlichen Richtig.
    Leider wird ein erheblich mitentscheidender Faktor ausgeklammert.
    Die Kompetenz der des Unternehmers. Denn letztlich muss der Unternehmer oder Verwalter des Kapitals die Schlussverantwortung Tragen.
    Die Kompetenz des Unternehmers ist der Kernfaktor.
    Leider Spielt die Qualifizierung des Unternehmers zu oft eine Untergeordnete Rolle und Gewichtung.
    In aller Regel ist die Betriebswirtschaftliche Kompetenz der Unternehmer gut bis sehr gut. Die Volkswirtschaftliche Kompetenz jedoch sehr oft verheerend Unterentwickelt.
    Global – Ökonomische sehr oft nicht einmal Ansatzweise vorhanden.
    Ohne mindestens Kern- Grobraster-Kompetenz des Unternehmers ist ein nachhaltig wirkendes positives Betriebswirtschafts und Gesamtwirtschaftsergebnis nicht möglich.

  3. Stefan Wehmeier sagt:

    Noch erfolgreicher werden die Unternehmen – und können dann sogar dauerhafte Vollbeschäftigung bei vollem Arbeitsertrag garantieren -, wenn verdiente Knappheitsgewinne aufgrund eigener, innovativer Leistung (der eigentliche Antrieb unternehmerischen Handelns) nicht länger von unverdienten Knappheitsgewinnen (Zinsen und Renditen) der „großen Investoren“ aufgefressen werden. Aber natürlich sind die Gewerkschaften ja gegen Vollbeschäftigung und die Verwirklichung des vollen Arbeitsertrages, denn:

    „Der Arbeiter braucht in dieser Wirtschaftsordnung zur Wahrung seiner Rechte weder die Hilfe des Staates noch den Schutz gewerkschaftlicher Organisationen, weil er als gleichberechtigter Vertragspartner ebenso wie der Arbeitgeber seine Bedingungen und Forderungen stellen kann. Denn die von Rodberus und Marx geschilderte Situation, die im Kapitalismus zu einem erpressten Vertragsabschluss mit Ausbeutung des Arbeiters nach dem „ehernen Lohngesetz“ führt, erfährt einen grundsätzlichen Wandel, weil die Arbeit – wenn sie schon nach Marx als „Ware“ aufgefasst wird – in einer monopolfreien Vollbetriebswirtschaft zur gesuchtesten und daher umworbensten Mangelware wird. Daher steigt ihr Preis bis zum überhaupt möglichen Höchstwert, nämlich bis zur Höhe des vollen Arbeitsertrages auf Kosten der Kapitalrente in allen ihren Formen wie Zins, Dividende und Spekulationsgewinn.“

    Dr. Ernst Winkler (Theorie der Natürlichen Wirtschaftsordnung, 1952)

    Zwischen der Perversion, in der wir (noch) existieren (kapitalistische Marktwirtschaft mit angehängtem „Sozialstaat“), und der echten Sozialen Marktwirtschaft (freie Marktwirtschaft ohne Kapitalismus) kann es keinen größeren Unterschied mehr geben:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/10/wohlstand-fur-alle.html