3-D Drucker arbeitet im Weltraum

Ein amerikanisches Unternehmen testete zusammen mit der NASA erfolgreich einen 3-D-Drucker in Schwerelosigkeit. Die ISS wird bald das erste Gerät in Betrieb nehmen. Zukünftig könnten Werkzeuge, Maschinenteile und sogar Raumschiffe im All produziert werden.

Die Technologie der 3-D-Drucker ist weltweit auf dem Vormarsch. Nun hat sie auch die Raumfahrt erreicht. Die US-Raumfahrtbehörde NASA testete zusammen mit der amerikanischen Firma Made in Space das erste Gerät in Schwerelosigkeit. Dazu wurden vier Flüge in Mikroschwerkraft, jeder davon zwei Stunden lang, durchgeführt. Die dabei vorherrschenden Bedingungen sind denen auf der internationalen Raumstation ISS ähnlich.

Die Flüge wurden im Rahmen eines NASA Programms durchgeführt. Die Firma Made in Space wurde ausgewählt an Parabel- und Suborbitalflügen teilzunehmen, um dabei die Funktionsweise ihres 3-D-Druckers unter Schwerelosigkeit zu erproben. Es ist der erste 3-D-Drucker, der für die Arbeit in Schwerelosigkeit konzipiert wurde. Die Tests waren der Firma zufolge ein voller Erfolg. Sie unterzeichnete anschließend einen Vertrag zur Lieferung eines 3-D-Druckers für die Verwendung auf der ISS. Dies geht aus Berichten der IT-Webseite Golem hervor.

Die Raumfahrtindustrie zeigt großes Interesse an der neuen Technologie. Bei 3-D-Druckern handelt es sich um Geräte, die physische Objekte erzeugen können. Die Objekte werden aus einem oder mehreren flüssigen oder festen Werkstoffen hergestellt. Die Herstellung erfolgt dabei nach einem vorgegebenen Schema und wird computergesteuert ausgeführt. 3-D-Drucker erregten vor kurzem großes Aufsehen, als ein amerikanischer Student es schaffte, eine funktionierende Handfeuerwaffe damit herzustellen. Der Guardian berichtete im September über den Vorfall. Die NASA experimentiert derweil mit Nahrungsmitteln aus dem 3-D Drucker, wie der Spiegel berichtet.

Die Anwendungsmöglichkeiten des 3-D Druckers in der Raumfahrt sind vielversprechend, meint der NASA Direktor Charles Bolden.

„Ob man Asteroiden ablenken oder Menschen zum Mars schicken möchte, es wird transformative Technologie benötigt, um Volumen und Gewicht der Ladung möglichst gering zu halten.“, sagte Bolden. „In der Zukunft werden Astronauten vielleicht in der Lage sein, Werkzeuge und Komponenten, die sie benötigen, vor Ort zu drucken.“, so Bolden.

Made in Space teilt diese Ansicht. Kurzfristiges Ziel sei die Reduktion von Ladung und damit die Einsparung von Kraftstoff beim Start der Rakete. So könnten Werkzeuge, Maschinenkomponenten und Nahrung an Bord der ISS gedruckt werden. Langfristig sieht Made in Space allerdings noch weitere Anwendungsfelder. In Zukunft könnten ganze Raumschiffe im Orbit von Robotern „gedruckt“ und montiert werden. Laut einer Faustregel wird pro Kilogramm Ladung eine Tonne Treibstoff benötigt, um die Erdanziehung zu überwinden. Die Montage vor Ort würde die Kosten einer Mission enorm senken und würde vorher unrealisierbare Ziele in greifbare Nähe rücken.

Für die Astronautin Heidemarie Stefanyshyn-Piper kommt diese technische Entwicklung leider zu spät. Sie verlor im Jahr 2008 auf einem Außeneinsatz an der ISS ihre Werkzeugtasche und kommentierte das Missgeschick knapp mit den Worten: „Oh, super.“ Die Werkzeugtasche war für immer verloren. In Zukunft sollen solche Zwischenfälle kein Problem mehr darstellen. Das Bordpersonal der ISS wird schon bald das erste Gerät von Made in Space in Betrieb nehmen. Die Raumfähre Dragon wird den ersten 3-D Drucker im kommenden Jahr in den Orbit transportieren, wie Golem berichtet.

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  1. Miriam sagt:

    der Wahnsinn im wahrsten Sinn des Wortes,
    denn es ist wohl angesagt erstmal auf Erden die einfachsten Dinge der Volkswirtschaft auf die Reihe zu kriegen anstatt Weltraum-Luft-Schlösser zu bauen