Moody‘s erwartet massive Verluste für Lebensversicherer

Die Rating-Agentur Moody’s beziffert den Rückstellungsbedarf der deutschen Lebensversicherer auf bis zu 90 Milliarden Euro. Schuld ist die Geldflut des Mario Draghi. Die Versicherer fühlen sich von Moody's in ihren Forderungen an die Politik bestätigt. Sie wollen heute weniger an die Kunden ausschütten, als sie einst versprachen.

Die Rating-Agentur Moody‘s warnt vor den Folgen der anhaltend niedrigen Zinsen für die deutschen Lebensversicherer. Diese können die einst an ihre Kunden versprochenen Renditeziele immer weniger erfüllen.

„Sollten die Zinsen auf dem aktuellen Niveau verbleiben, würden die Unternehmen letztlich Verluste machen“, zitiert Reuters eine Studie der Rating-Agentur.

In diesem Jahr wird der Rückstellungsbedarf bei den deutschen Lebensversicherern bei circa 6 Milliarden Euro liegen. Doch wenn die Zinsen auf dem jetzigen Niveau verharren, dürfte der Rückstellungsbedarf bis Ende 2023 auf 40 bis 90 Milliarden Euro steigen, so Moody‘s.

Viele deutsche Lebensversicherer müssten dann in andere Töpfe greifen, um die zusätzlichen Reserven bereitzustellen.

Die Lebensversicherer hatten die Kunden mit Garantiezinsen von 4 Prozent und mehr gelockt, als Staatsanleihen noch deutlich höhere Zinsen abwarfen. Doch seit einigen Jahren fluten die Zentralbanken der Welt die Märkte mit billigem Geld. Auch EZB-Chef Mario Draghi druckt Euros wie niemals zuvor. So werden die Zinsen extrem niedrig gehalten.

Daher können die Versicherer aus ihren laufenden Kapitalmarkterträgen die einst versprochenen Renditen kaum noch erwirtschaften. Zwar haben die Versicherer den Garantiezins inzwischen deutlich gesenkt. Doch aufgrund der Altverträge geraten immer mehr von ihnen unter Druck.

In kaum einem anderen Land hat sich die Versicherungswirtschaft mit ihren Zinsversprechen derart in die Ecke manövriert wie in Deutschland. Seit 2011 fordert die Finanzaufsicht BaFin von Branche, eine Zinszusatzreserve zu bilden.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sagte, er fühle „sich von dem Moody’s-Bericht im Hinblick auf seine politischen Forderungen bestätigt“.

Vor allem der gesetzliche Zwang zur Ausschüttung von vorübergehenden Buchgewinnen mit Staatsanleihen ist dem GDV ein Dorn im Auge. Denn die erzielten Kursgewinne können sich bis zum Ende der Laufzeit der Papiere wieder auf null reduzieren. Daher wollen die Lebensversicherer ihren Kunden diese Gewinne nicht mehr wie bisher auszahlen (mehr hier).

Kommentare

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  1. Helmut Josef Weber sagt:

    Alle Menschen die in eine Rentenkasse oder Lebensversicherung einzahlen, machen einen Fehler: Sie vertrauen dem Staat.
    Es ist schon schlimm genug, dass es diese Zwangsabgaben in die Rentenkassen gibt, mit der man sich eine Rente erarbeitet, die später nicht zum Leben ausreicht.
    Aber wer dann noch zusätzlich in Rentenkassen oder Lebensversicherungen einzahlt, bei denen der Staat zugreifen kann, der kann den Knall nicht gehört haben.
    In Deutschland hat der Gesetzgeber den Lebensversicherungen erlaubt Leistungen zu stoppen, wenn sie in finanzielle Schieflage geraten; natürlich bei voller Beitragszahlung des Versicherten.
    In 4 europäischen Staaten sind die kapitalgedeckten Renten schon vom Staat beschlagnahmt worden; zuletzt in Polen
    Jetzt geht es an die Betriebsrenten.
    Ich kann nur jedem raten für seine private Altersversorgung eine Variante zu finden, bei der:
    1. Keine Provisionen abgezogen werden, wie bei Allianz,
    Riester u. Co.
    2. Die Gewinne legal nicht versteuert werden müssen.
    3. Der Staat keine Kenntnisse von hat.
    4. Nicht besteuert wird, wenn die Vorsorge im Alter
    verbraucht wird.
    5. Keine Krankenkassenbeiträge von bezahlt werden
    müssen; daher auch keine Zuzahlungen für
    Medikamente usw. usw.
    6. Alles sofort und augenblicklich in einen anderen
    Staat gebracht werden kann.
    7. Auf der ganzen Welt als Zahlungsmittel anerkannt
    wird.
    8. Seit Jahrtausenden seinen Wert erhalten hat.
    9. Nicht durch Inflation oder Währungsreform wertlos
    werden kann.
    10. Beim Ableben des Inhabers der Altersversorgung,
    den Hinterbliebenen die Werte bleiben.
    11. Nicht bei der Berechnung von Wohngeld (bis 60.000
    Euro Vermögen)angerechnet wird.
    Da bleiben nur Edelmetalle.

    Viele Grüße
    H. J. Weber

  2. Miriam sagt:

    das war mir schon Mitte der 90iger schon klar, dass ich keine Lebensversicherung abschließe, weil die Blase seit den 80igern platzen wird, bevor ich den Ablauf der RV erlebe .. 😉

  3. Schleswig sagt:

    Kaum ein anderes Land ist so blöd das Geld seiner Bürger auf den Euro Altar zu opfern. Das wird noch richtiges böses Blut geben, wenn die Rente futsch ist.

    • Andy sagt:

      Böses Blut? nein, denn der eindeutige wählerwille war doch: Weiter so! weiter mit Geld an die PIIGs, an die Bankster und Parasiten. Wenn es den anderen nur gut geht, dann erst kann der Michel beruhigt schlafen. Auch wenn er selber nichts mehr bekommt.
      Der Dummdeutsche ist der Meinung, er profitiert soooo sehr vom Euro, daß er seinem strotzenden Geldbeutel dringend wohltuende Erleichterung verschaffen muss.
      Auf wen soll der Wähler denn im Zusammenbruch böse sein? Nur auf sich selbst, denn SSchäuble und Konsorten sind ja nicht durch Putsch an die Macht gekommen und die EUdSSR wollten ja alle haben (bis auf knapp 5% von der AfD).

  4. hugin sagt:

    MASSIVE VERLUSTE BEI ALLEN LANGFRISTIGEN ANLAGEN !
    Nicht nur bei Lebensversicherungen, sondern auch bei Pensions-Vorsorge und langfristigen Sparformen erfolgt eine drastische Wertminderung bis zum drohenden TOTALVERLUST ! Besser Geld in feste Werte investieren.

  5. x sagt:

    Deutschland profitiert vom Euro.

    Scheiterter der Euro, scheitert Europa.

    Amen.

  6. Stefan Wehmeier sagt:

    „Schuld ist die Geldflut des Mario Draghi.“

    Nein. Ohne die „Geldflut“ wäre der Zinsgeld-Kreislauf längst zusammengebrochen. Jetzt könnte man sich darüber streiten, was „sinnvoller“ ist: Das Elend des zivilisatorischen Mittelalters (Zinsgeld-Ökonomie) durch Geldmengenausweitung hinauszuzögern, oder die globale Liquiditätsfalle früher evident werden zu lassen. Aber so weit können sowohl die Zentralbanker als auch ihre „Kritiker“ noch gar nicht denken, denn dazu müssten sie erst einmal wissen, was Geld ist:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/10/geld.html

  7. maus sagt:

    Was Interessiert Mario Draghi die Anleger von Versicherer ? Das Interesse besteht einzig und allein das das Geld in den Taschen der Hochfinanz weiter läuft !

    http://www.godmode-trader.de/Mario Draghi Goldman sachs und die group of thirty

  8. Frank sagt:

    Die Versicherer werden es überleben. Die Zeche zahlt dann der Versicherte mit seiner Altersvorsorge, die nicht das hergibt, was versprochen bzw. vertraglich zugesichert wurde.
    Ein weiterer Pflasterstein auf dem Weg in die Altersarmut einer ganzen Generation!

    Die Probleme bei der staatlichen Rente, Pflegenotstand, Zweiklassenmedizin und die zu erwartende Inflation werden zusätzlich verschärfend wirken.
    Aber der deutsche Michl bleibt ruhig und fühlt sich im Gatter des Schlachthofes noch sicher.

    • Andy sagt:

      Ja und? Diese Generation hat sich die Altersarmut ja selbst gewählt! Hätte man volksverbundene, EU-kritische Parteien an die Macht gewählt, wäre es nicht so geworden, wie es nun ist. Ich bin im gegenteil dafür, die pensionen zu kürzen. Sofort. damit die Jungen, die den ganzen Mist nicht verschuldet haben, dereinst auch was bekommen. Die derzeitigen Pensionisten wollten es so und sollen es gefälligst selbst bezahlen!

      • Frank sagt:

        „…Diese Generation hat sich die Altersarmut ja selbst gewählt …“

        Das ist zu pauschal und stimmt noch nicht einmal.
        Allerdings darf man schon fragen, warum die alternativlose Führerin von Banken, Anlegern und Großkonzernen mit 41 % gewählt wurde.
        Die geistige Trägheit der Wähler ist neben einer gefälligen Hofberichterstattung in den Mainstreammedien sicher nur ein Aspekt.