Innovationsmanagement macht Unternehmen erfolgreicher

Wer ein neues Produkt verkaufen will, darf nicht allein in die Forschung und Entwicklung investieren. Wie die Marke wahrgenommen wird, entscheidet mindestens genauso über den Erfolg. Mit systematischem Innovationsmanagement werden beide Komponenten verbunden. Ein Beispiel ist das Unternehmen Vacon aus Jena.

Im Jahr 2013 betrugen die Forschungsausgaben der 1.000 forschungsintensivsten Unternehmen der Welt fast 640 Milliarden Dollar. Doch nicht jene Unternehmen, die in Summe am meisten Geld in Forschung und Entwicklung investieren, werden auch als besonders innovativ wahrgenommen. Das Marketing spielt hier die wichtigere Rolle.

Das beste Beispiel dafür ist Apple: Der Konzern führt regelmäßig Ranglisten der am innovativsten wahrgenommenen Unternehmen an. Tatsächlich gibt Apple aber nur 3,4 Milliarden Dollar für Innovation und Forschung aus, so die „Global Innovation 1000“-Studie von Booz & Company für 2013. Beim Zweitplatzierten Google ist die Sache ähnlich. 6,8 Milliarden Dollar werden für Forschung und Entwicklung investiert.

Vergleicht man das Image der Firmen mit den tatsächlichen Ausgaben, erreicht Apple nur Platz 43 bei den Innovationsausgaben der untersuchten Unternehmen. Google kommt dabei auf den 12. Rang.

Der umgekehrte Fall ist, dass Unternehmen viel Geld in Forschung und Entwicklung investieren, aber keinen Nutzen daraus ziehen können. Wenn die Produkte am Markt vorbei entwickelt werden, sich also nur auf den Bereich Forschung & Entwicklung zu setzen, kann es zu Schwierigkeiten kommen.

Welche Faktoren sind also entscheidend für die Innovationskraft eines Unternehmens? Mit diesen Aspekten beschäftigt sich das Innovationsmanagement. Ziel ist es, neue erfolgreiche Produkte in den Markt einzuführen. Dabei muss auch die psychologische Komponente in Innovationsprozessen beachtet werden.

Die Schnelllebigkeit des Marktes, die kürzere Überlebensdauer von Produkten und der steigende Wettbewerb machen es umso wichtiger, Neuerungen erfolgreich und strategisch richtig zu verkaufen.

Ein Beispiel ist die Jenaer Firma Vacom, die  den „Großen Preis des Mittelstands “ der Oskar-Patzelt-Stiftung gewonnen hat. Geschäftsführerin Ute Bergner wagte vor 21 Jahren den Schritt in die Selbstständigkeit. „Die Physikerin verfügte über Wissen aus dem Anwenderbereich, kannte aber auch die Seite des Herstellers für Vakuumtechnik. So entstand die Idee, nicht nur das Produkt zu verkaufen, sondern dem Kunden zugleich technische Beratung zu bieten“, berichtet die Ostthüringer Zeitung.

In den vergangenen Jahren habe Vacom stark in die Expansion investiert.

Für den Wettbewerb um den „Großen Preis des Mittelstandes 2013″ waren bundesweit 4.035 kleine und mittelständische Unternehmen sowie Kommunen und Banken nominiert.

Kommentare

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  1. Maria Tagwerker-Sturm sagt:

    Produktinnovation und Markenmanagement ist ein unzertrennliches Paar, aber leider in der Praxis noch allzu oft ein Widerspruch. Nur eine enge Zusammenarbeit zwischen F&E – Innovation – Marketing ergibt ein Produkt, dass der Kunde tatsächlich will und kauft. Einerseits weil es sein Bedürfnisse anspricht, andererseits weil es ihm schmackhaft gemacht wird. Was hilft ein geniales Produkt, wenn der Kunde es nicht brauchen kann/will oder nicht (er)kennt.

    Diesem Thema habe ich schon einige Artikel gewidmet, zum Beispiel http://www.inknowaction.com/blog/2013/09/27/produktinnovation-und-markenmanagement-ein-widerspruch-oder-ein-unzertrennliches-paar/

  2. Stefan Wehmeier sagt:

    „Dabei muss auch die psychologische Komponente in Innovationsprozessen beachtet werden.“

    Der ganze Marketing-Unsinn entsteht daraus, dass in einer Zinsgeld-Ökonomie (zivilisatorisches Mittelalter) das Angebot (Ware) der Nachfrage (Geld) prinzipiell unterlegen ist und darum das Angebot sprichwörtlich „den Affen machen“ muss, damit sich das „liebe Zinsgeld“ zum Tausch bereit erklärt (siehe: Kapitel 1ic „Erschwerung und Verteuerung des Handels“). Der Werbe-Unsinn – der ja alle Produkte nur sinnlos verteuert – wird nach einer freiwirtschaftlichen Geld- und Bodenreform überflüssig, weil dann Angebot und Nachfrage makroökonomisch im Gleichgewicht sind und sich die Hersteller sinnvollerweise auf die technische Weiterentwicklung ihrer Produkte konzentrieren können, ohne ihre Kundschaft psychologisch beeinflussen zu müssen:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/10/wohlstand-fur-alle.html