Schweizerische Nationalbank verliert 6,4 Milliarden Franken

Die Schweizerische Nationalbank ist vom Absturz des Goldpreises auf dem falschen Fuß erwischt worden. Nur mit Gewinnen aus den Devisen-Reserven konnte ein dramatischer Absturz verhindert werden.

Der Rückgang des Goldpreises hat der Schweizer Notenbank in den ersten neun Monaten einen Milliardenverlust eingebrockt. Gewinne aus den Devisenreserven schafften zwar teilweise einen Ausgleich zu den Buchverlusten auf das Edelmetall. Aber unter dem Strich blieb ein Minus von 6,4 Milliarden Franken nach einem Gewinn von 17,3 Milliarden Franken vor Jahresfrist, wie die Schweizerische Nationalbank (SNB) am Donnerstag mitteilte. Die Währungshüter halten seit Jahren gut 1000 Tonnen Gold in ihren Tresoren. Der Rückgang des Goldpreises auf 38.500 Franken pro Kilogramm von rund 48.800 Franken am Jahresanfang schlug mit einem Verlust von fast elf Milliarden Franken zu Buche.

Neben Gold hält die SNB Devisenreserven im Gegenwert von 443 Milliarden Franken, die in ausländischen Wertpapieren investiert sind und der SNB bis Ende September einen Gewinn von vier Milliarden Franken einbrachten. Fast die Hälfte der Devisenreserven entfällt auf Euro-Anlagen. Der Rest verteilt sich zum großen Teil auf Dollar, Yen und Pfund Sterling.

Kommentare

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  1. My10Cent sagt:

    Was für ein Unsinn. Die schweizer Nationalbank hat gar nichts verloren.

    Sollen Sie halt auch einfach bunte Zettel ausgeben und Geld drucken, so wie es die anderen tun.
    Wenn irgendwann keiner mehr die Zettel mag, kann die Schweiz froh sein über das, was im Keller der Nationalbank liegt und nicht aus buntem Papier besteht.

  2. Dieter Goetz sagt:

    Langfristig gesehen wird sich der Goldpreis wieder nach oben bewegen

  3. Stefan Wehmeier sagt:

    „Die Urformen des Geldes in der Wirtschaftsgeschichte waren verschiedene, in erster Linie kamen jedoch schon frühzeitig Edelmetalle in Betracht. Sie weisen als Stoff diejenigen Eigenschaften auf, die das Tauschmittel als solches geeignet machen: Sie sind nicht beliebig vermehrbar, verhältnismäßig selten (sodass ihnen, verglichen mit den anderen Waren, ein relativ hoher Wert beigelegt wird) und in der Wirtschaft ansonsten ziemlich nutzlos, da sie sich zu nichts außer der Herstellung von Schmuck eignen (sodass sie nicht durch Verbrauch vom Markt verschwinden). Diese Herkunft des Geldes vom Gold hat jahrhundertelang zu dem Irrtum geführt, die Funktion des Geldes in der Wirtschaft sei vom Geldstoff abhängig, weil man sich nicht vorstellen konnte, dass auch Geld aus anderen Stoffen, etwa Papier, die angeführten Eigenschaften besitzen könne. Man glaubte, das Geld müsse einen „inneren Wert“ haben, den das Edelmetall darstellte. Diese Vorstellung ist durch die Praxis schneller als durch die Wissenschaft widerlegt worden. Heute ist es eine allgemeine Erkenntnis, dass der „Wert“ des Geldes auf dem Markt keine Rolle spielt, sondern nur die Kaufkraft. Diese ist ausgedrückt in der Menge der Waren, die man für die Geldeinheit bekommt, oder, von den Waren aus gesehen, im Preis.“

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/01/geldtheorie.html

    Bei so genannten „Währungshütern“, die, solange noch Zinsgeld, d. h. Geld mit parasitärer Wertaufbewahrungsfunktion, verwendet wird, eigentlich Spekulanten sind, ist die „allgemeine Erkenntnis“ noch nicht angekommen. Darum bedarf es auch eines VWL-Studiums, um „Währungshüter“ spielen zu dürfen: Das Studium in einer staatlichen Verdummungsanstalt stellt sicher, dass die Insassen das Geld NICHT verstehen, dass sie noch nicht einmal zwischen Geld (Zentralbankgeld = Bargeld plus Zentralbankguthaben der Geschäftsbanken) und Ansprüchen bzw. Forderungen auf Geld mit unterschiedlicher Fristigkeit bzw. Liquidität unterscheiden können, sondern Geld und Geldforderungen zu irgendwelchen „Geldmengen“ addieren, mit denen sie dann abstruse „Berechnungen“ anstellen, weil sie ja sonst nichts zu tun hätten.

  4. Nikodemus sagt:

    02.11.2013

    Die Aussage „Die Schweizerische Nationalbank ist vom Absturz des Goldpreises auf dem falschen Fuß erwischt worden.“ ist insofern falsch, als die SNB – hoffentlich – nicht beabsichtigte ihr Gold zu verkaufen. Bei langfristigen Vermögensanlagen sind Buchverlste nicht ungewöhnlich und auch nicht tragisch. Kein Eigenhausbesitzer, der sein Haus persönlich schuldenfrei nutzt und nicht verkaufen will, würde sich viel Gedanken über die Preisschwankungen auf dem Immobilienmarkt machen.

    Wenn demnächst die Immobilienblase in Deutschland platzt, wird dies die schuldenfreien Eigentümer auch herzlich wenig jucken, genauso wie der derzeitige Goldpreis die Millionen Goldkäufer der letzten Jahre juckt, die sich gegen einen großen Finanz-Kataklysmus absichern wollten.