Eigenheimbesitzer sind anfälliger für Arbeitslosigkeit

Eine Studie hat ergeben: In Ländern mit vielen Hausbesitzern gibt es höhere Arbeitslosigkeit. Denn der Besitz eines eigenen Heims senke die Bereitschaft, dahin zu ziehen, wo Arbeitskräfte gebraucht werden. Politik und Banken haben diese Entwicklung beschleunigt - mit unabsehbaren Folgen in den USA und in Europa.

Wenn sich die Quote der Eigenheime verdopple, dann könne dies zu einer Verdopplung der Arbeitslosenquote führen. Die erhobenen Daten aus den USA gehen zurück bis in die 50er Jahre und sind sehr umfangreich.

„Ich bin zu der Überzeugung gelangt, dass wir unseren Arbeitsmarkt durch die Förderung von Eigenheimen ruiniert haben“, zitiert Reuters Andrew Oswald, Studienleiter und Ökonom an der britischen Warwick University. Die negativen Auswirkungen höherer Eigenheim-Quoten auf den Arbeitsmarkt zeigten sich bis zu fünf Jahre später. Die Daten seien eindeutig.

Seine Studie könne erklären, warum Spanien eine Arbeitslosenquote von über 25 Prozent hat. Denn Spanien hat eine Eigenheim-Quote von 80 Prozent. In der Schweiz, wo nur 30 Prozent ein eigenes Heim besitzen, liegt die Arbeitslosenquote bei nur 3 Prozent.

Auch Deutschland ist traditionell eine Nation von Mietern. Die deutsche Arbeitslosenquote von 5,2 Prozent ist im europäischen Vergleich (mehr hier) sehr gering.

Eine hohe Quote von Eigenheimen hat den ungewollten Nebeneffekt auf den Arbeitsmarkt, dass das eigene Heim den Umzug zu möglichen neuen Jobchancen erschwert. Die Aufgabe eines Hauses ist zeitraubend und teuer. Weite Fahrwege können neue Jobgelegenheiten ebenfalls weniger attraktiv machen.

Für den Anstieg der Arbeitslosigkeit infolge einer Zunahme der Eigenheimquote gibt es noch eine weitere Theorie: Hausbesitzer stehen dem Aufbau neuer Unternehmen in ihrer Wohngegend ablehnender gegenüber als Mieter. Sie sorgen sich eher um den Marktwert ihrer Immobilie als um die Schaffung neuer Jobs.

Die Politik zerstöre das industrielle Fundament eines Landes, indem sie den Erwerb von Eigenheimen durch Steuervorteile und künstlich niedrige Hypothekenzinsen fördere, so Oswald.

Kommentare

Dieser Artikel hat 5 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Hans von Atzigen sagt:

    In einem denn doch sehr begrenzten Umfang ist die Sache sicher zutreffend.
    Zudem ergeben sich von Land zu sehr erhebliche Unterschiede in Bezug zu Ursache und Wirkung. Arbeitslosigkeit ist im Wesentlichen eine Ursache von Diversen Gesellschaftlichen Wirtschaftlichen Fehlentwicklungen.
    Mit der Einbeziehung von diversen Faktoren und deren Auswertung war der Studienbetreiber wohl hoffnungslos überfordert. Einfach eine Studie mehr in einem Meer von teilweise sinnlosen Simpel und Hochrechnungsstudien.
    Wertung: Schnapsstudie
    Ist doch längst ein offenes Geheimnis Studien sind Ergebnisorientiert Einkaufbar.
    Da gibt es doch längst eine regelrechte Studien- Dienstleistungs- Industrie. Gegen entsprechende Bezahlung liefert die fast jeden gewünschten Mist.
    Ohne Zweifel es gibt auch gute und sehr gute Arbeiten, der Haken die sind im Ergebnis oft unangenehm und dafür wird halt ungern bezahlt.

  2. Frank sagt:

    Tja, „der Markt“ verlangt nach billigen Wanderarbeitern oder Arbeitssklaven, deren Lebensmittelpunkt der Job ist und deren restliches Dasein sich um den Job herum platziert. Selbstverständlich stets in Bereitschaft, der schlecht bezahlten Arbeit überall hin zu folgen, Überstunden demütig als Gelegenheit zu nutzen, seine Loyalität dem gottgleichen Arbeitgeber zu beweisen, natürlich am besten unentgeltlich … sich stets bewusst zu sein, dass man ersetzbar ist und dankbar sein muss, das Hamsterrad mit maximaler Geschwindigkeit zu treten.
    Gut, dass in Südeuropa jeder zweite Jugendliche ohne Arbeit ist, da muss man sich um den Nachwuchs für „die Märkte“ keine Sorgen machen. Ein Eigenheim ist für solche Lebensläufe nicht vorgesehen – arbeitsplatznahe Container oder Wohnghettos erfüllen doch auch den Aufbewahrungszweck.

    Früher dachte ich mal, ein Arbeitnehmer verkauft einen Teil seiner Arbeitskraft und -zeit, um damit sein Leben zu finanzieren und einen gewissen materiellen Gestaltungsspielraum zu haben. Das war natürlich dumm von mir …

  3. Moep sagt:

    Selten so einen völligen Schwachsinn gelesen.

    „Seine Studie könne erklären, warum Spanien eine Arbeitslosenquote von über 25 Prozent hat. Denn Spanien hat eine Eigenheim-Quote von 80 Prozent. In der Schweiz, wo nur 30 Prozent ein eigenes Heim besitzen, liegt die Arbeitslosenquote bei nur 3 Prozent.“
    Na da ist er ja, der Stein der Weisen! Endlich haben wir diese Studie! Dann lösen wir also die Eurokrise, in dem wir den Südländern jetzt ihre Häuser wegnehmen, oder?

    Ich glaube das stimmt so nicht. Ich vermute die Arbeitslosigkeit in Spanien und Italien hat vielmehr etwas mit der dortigen hohen Temperatur zu tun. Am Beispiel Schweiz, Österreich und Deutschland lässt sich schließlich belegen, dass mit sinkender Durchschnittstemperatur auch die Arbeitslosigkeit sinkt.

    Derselbe Zusammenhang gilt im übrigen auch für den gesunden Menschenverstand der dort ansässigen Statistikern.

  4. Ich sagt:

    > Die Aufgabe eines Hauses ist zeitraubend und teuer.

    Vielleicht sollte man zuerst mal hier ansetzen:
    Verkaufsgebühren, -steuern usw. abschaffen.
    Dadurch werden Umzüge künstlich verteuert.

    Dann klappt’s auch wieder mit dem mobileren Wegzug.

  5. maus sagt:

    Reuters Andrew Oswald Studie ist Totaler Ober Unsinn ! Was für ein Quatsch !
    Eigenheimbesitzer müssen einen guten und festen Job haben sonst haben Sie erst gar kein Eigenheim ! Die Flexibilität kommt darauf an ob jemand Familie hat oder nicht .Wenn Kinder einmal aus der Grundschule sind und in die nächsten Schulen gehen ist ein Hin und Her Wandern zu Arbeitsplätze nicht mehr so einfach zu bewerkstelligen ! Viele Kriterien bestimmen den Wohnort ebenso.Hat man Eltern die Versorgt werden müssen ?Sind Kinder in Schulen fest eingebunden,oder in der Lehre ?Hat ein Partner an dem Wohnort einen guten Job ? Viele Familien führen eine Wochenend Ehe weil einer der Partner weit vom Wohnort arbeitet und eine Zweitwohnung hat oder Zimmer wegen der Arbeit !Ich hoffe der Mann hat kein Geld vom Steuerzahler für diese Nonsens Studie verschwendet ! Eigenheimbesitzer arbeiten damit sie es sich leisten können,oder erhalten,die die Ihren Job verlieren verkaufen das Eigenheim oder sie verlieren es,auch schon oft gesehen .Die ein Eigenheim besitzen machen sich mehr Gedanken um den Job ! Weil sonst die Gefahr das Eigenheim zu verlieren sehr groß ist ! Die Entscheidung für ein Eigenheim geht oft die Familienplanung voraus und natürlich mit der Grundlage eines festen Job ! Ich weiß nicht auf was dieser Mann seine Studie begründet hat ? Neid ?Falsche unzureichende Informationen ? Auf alle Fälle ist der Bericht für die Tonne !