Mittelstand entgehen Forderungen in Höhe von 23 Milliarden Euro

Deutsche Unternehmen verzichten auf offene Rechnungen in Höhe von 23 Milliarden Euro – allein für das Jahr 2012. Das sind 2,5 Prozent aller Forderungen gegen Unternehmen aus dem Inland. Grund ist ein ungenügendes Forderungs-Management. Kluges Factoring kann dabei helfen, den Schaden von Zahlungsausfällen zu minimieren.

Deutsche Unternehmen machen ihre Forderungen nicht ausreichend geltend. Offene Rechnungen, die nicht bezahlt werden, durchlaufen zwar ein Mahnverfahren, werden aber nicht immer auch bis zum Schluss eingefordert. Gemäß Debitos-Index wurden im Jahr 2012 etwa 2,5 Prozent aller Forderungen des Mittelstands gegenüber anderen deutschen Unternehmen abgeschrieben. Das entspricht einem Betrag von 23 Milliarden Euro.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) umfasst das gesamte BIP für 2012 2.666,4 Milliarden Euro. Mehr als die Hälfte davon (52%) wurde von kleinen und mittelständischen Unternehmen erwirtschaftet. Die daraus entstandene Wertschöpfung von Betrieb zu Betrieb (B2B) betrug rund 910 Milliarden Euro. Der Mittelstand hat von der Wertschöpfung 2,7 Prozent abschreiben müssen, eine etwas geringere Quote als im Vorjahreszeitraum.

Von den verbleibenden 885 Milliarden Euro wurden 30 Prozent nicht sofort bezahlt. Das entspricht einem Betrag von 271 Milliarden Euro an überfälligen Außenständen. Weitere 30 Prozent wurden nachträglich von den Kunden beglichen. 12,2 Prozent der nicht beglichenen Rechnungen gingen ins vorgerichtliche Inkasso. „Allerdings mussten auch knapp 13% der verbliebenen Forderungen von der Inkassowirtschaft ins gerichtliche Verfahren getragen werden“, schreibt Debitos auf ihrer Internetseite.

Etwa 144 Milliarden Euro wurden nicht zur Bearbeitung an externe Dienstleister übergeben. Debitos schreibt: „Da 16% der Gläubiger die überfälligen Forderungen gegen ihre Kunden gerichtlich geltend machen, kommt der Debitos-Index auf ein Volumen an ausgefallenen Forderungen mit Vollstreckungstitel aus inländischem B2B-Geschäft von 23,12 Milliarden Euro.“

Hajo Engelke, Geschäftsführer von Debitos, nennt sieht in diesem Fehlbetrag ein „erhebliches Liquiditätspotential für den deutschen Mittelstand. Der Verkauf von Forderungen kann dazu beitragen, dieses Potential zu realisieren”, berichtet das Abendblatt 02elf.

Mittelständler sollten ihr Forderungs-Management überarbeiten und gerichtlich erwirkte Forderungen an externe Dienstleister weitergeben – auch Factoring genannt. Oft lassen sich Abschreibungen dadurch minimieren.

Kommentare

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  1. c-nes sagt:

    b2b heißt business to business nicht Betrieb zu Betrieb. Die Begriffe Betrieb und Unternehmen fallen weit auseinander. Wenn dann müsste es übersetzt Unternehmen zu Unternehmen heißen.

  2. Tantalus sagt:

    @Wolfgang

    Factoring kostet keine 2,5 % – das ist eine Verhandlungssache. Wir bezahlten im Inland unter 1 % und haben ausschl. sehr gute Erfahrungen mit Factoring gemacht. Wir haben seitdem keinen einzigen Forderungsausfall gehabt und die Kunden zahlen pünktlicher

  3. Wolfgang sagt:

    Factoring kostet mehr als 2,5 %.