Helium-Füllung ermöglicht bessere Festplatten

Die Western-Digital-Tochter HGST hat ein neues Verfahren entwickelt, das die Herstellung von Festplatten mit einem Daten-Fassungsvermögen von 6 Terabyte ermöglicht. Erste Exemplare wurden bereits verkauft.

Nicht zum ersten Mal leitet die Verwendung von Helium eine Prozessinnovation ein. Nach der Luftfahrt entdeckt die Computertechnik den Nutzen des leichtesten Edelgases. Abermalig macht sich der Mensch die verschiedenen physikalischen und chemischen Eigenschaften des Sonnenstoffes zunutze, zuvorderst seine Nichtreaktivität, seine geringe Masse, sowie seine Fähigkeit zur Isolation anderer Gase wie Sauerstoff.

In luftdichten Räumen verhindert die Helium-Füllung das Auftreten unerwünschter Nebeneffekte wie die Behinderung der Leseköpfe durch Luftwiderstand oder die Gefährdung der Daten durch Wärmeentwicklung und Vibration. Da sich ohne diese Störungen der Raum im Gehäuse besser nutzen lässt, werden Festplatten mit bis zu 6 Terabyte möglich.

Trotz des allgemeinen Trends in Richtung Cloud Sourcing hat die klassische Festplatte noch nicht ausgedient: Große IT-Firmen wie HP, Netflix, Cern und Huawei gehörten zu den ersten Käufern der neuen Festplatten. Es werden vorerst wenige bleiben: Die Grundpreise sind für den Normalverbraucher zu hoch, sodass der Verkauf auf Unternehmenskunden beschränkt bleibt.

Wie jede Innovation ist der Effizienzgewinn der Helium-Füllung ethisch neutral. Das bedeutet, dass sich bei jeder Nutzung die Frage von Gebrauch oder Missbrauch stellt. Denn größerer Speicherplatz bietet auch die Möglichkeit, Daten zu horten, die nicht gespeichert werden sollten.

Kommentare

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  1. Nasowas sagt:

    „Trotz des allgemeinen Trends in Richtung Cloud Sourcing hat die klassische Festplatte noch nicht ausgedient“

    Liebe Autoren, die Cloud wird die Festplatte nicht ersetzen! Alle Daten in der Cloud stehen am Ende des Tages auf einer Festplatte.

  2. spatz sagt:

    Festplatten sind langfristig out.
    Das Gas diffundiert zudem nach einiger Zeit.
    Die ganze Sache läuft auf einem toten Gleis.

    • Berundo sagt:

      Mir machen die deutlich dünneren und labileren Scheiben und der noch
      geringere Abstand zwischen Platte und Lesekopf mehr sorgen. Die Nadeln in einer Festplatte fliegen ja auf dem Luftpolster darin – in diesem Fall auf einem Heliumpolster. Sobald die Heliumkonzentration nach einigen Jahren auf ein bestimmtes Level gefallen ist, liest man die Daten noch genau einmal, danach hat der Lesekopf die Platte zerkratzt. Naja wenn sie großzügig sind, verbauen die noch einen Sensor, der bei niedriger Heliumkonzentration die Leseköpfe parkt, dann kann man als Käufer die Platte einschicken und gegen einen großzügigen Obolus die Daten retten lassen.

  3. Rocky sagt:

    Ethisch neutral? Was ist denn das für ein elender Neusprech?

    Wenn ich die Festplatte an einen Stein binde, um damit jemanden zu erschlagen – DAS ist ethisch neutral!