Überwachung: Kameras schlagen Alarm bei aggressivem Verhalten

Microsoft erweitert seine Kinect-Technologie, sodass die Sensoren von Kameras Schläge und Tritte erkennen können. Neue Überwachungskameras schlagen Alarm, wenn sie gewalttätige Bilder aufzeichnen. Dadurch werden sie von passiven Überwachungsinstrumenten zu aktiven Assistenten von Gefängniswärtern und medizinischem Personal.

Kameras werden intelligent: Das Früherkennungs-System Kintense ermittelt anhand von Bewegungsalgorithmen und dreidimensionalen Skelett-Modellen Anzeichen von aggressivem Verhalten. Schläge, Stöße und Tritte werden von den Sensoren erkannt, berichtet der NewScientist. Entwickler Sharijar Nirjon von der University of Virginia kreierte Kintense zunächst für Ärzte- und Pflegeteams, die durch das System auf aggressive Patienten hingewiesen werden sollten.

Effiziente Gewaltprävention benötigt eine schnelle Gefahrenerkennung und neben raschem Handeln eine kurze Verarbeitungs- und Reaktionszeit. Insbesondere hinsichtlich der Reaktionszeit haben Systeme Künstlicher Intelligenz den Menschen abgehängt.

Kintense ließe sich auch in der öffentlichen Überwachung einsetzen – und auch in der Patientenbetreuung jenseits von Nervenheilanstalten. „Die Nutzung von optischen und akustischen Sensoren, die ursprünglich für Spielkonsolen entwickelt wurden, stellt sich nun als ein sehr mächtiges Paradigma für eine Vielzahl von Anwendungen dar, einschließlich des Gesundheitswesens.“, so Co-Entwickler Jack Stankovic. In Planung ist ein Upgrade des Systems, welches durch die Aufzeichnung akustischer Muster auch verbale Aggression erkennt.

Es stellt sich jedoch die Frage, ob die Gesellschaft überhaupt intelligentere Überwachungssysteme benötigt. Körperliche Gewalt gegen andere muss bekämpft werden, weswegen deren Prävention auf den ersten Blick unbedenklich erscheint. Aber kann ein Computerprogramm darüber entscheiden, wann die Aggression beginnt und wann der Staat eingreifen muss?

In der nächsten Generation soll die Technik auch andere Verhaltensweisen wie Gruppenbildung oder Fluchtverhalten von Menschen erkennen können. Das Recht der Bürger auf Privatsphäre würde damit verletzt. Mit Gewaltprävention hat das nichts mehr zu tun.

Kommentare

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  1. hugin sagt:

    WICHTIG WÄRE EINE POLITIIKER LÜGEN-KAMERA !
    Die Lügen-Kamers schlägt Alarm, wenn der überwachte Politiker seine Wähler anlügt !
    Im Bundestag und im österreichischen Parlament würde man vor lauter Alarmsirenen kein Wort mehr verstehen.

  2. syssiphus sagt:

    Gut für das EU-Parlament.Da gibt es Schläger unter den Abgeordneten,die auf Journalisten losgehen,nur weil die den Betrug derer aufdecken.So geschehen, wegen den Betrügereien in Sachen Anwesntheitsprämien bei Sitzungen.Da sind doch wahrlich ein italienischer und ein Tschechischer EU-Abgeordneter auf den belgischen TV-Reporter losgegangen.