EZB-Mann: Deutsche Mütter sollen arbeiten und konsumieren

Der Chef der französischen Zentralbank Christian Noyer fordert, dass Deutschland mehr Kindergartenplätze schafft. Die jungen Mütter sollten im Beruf bleiben und Geld verdienen, damit sie mehr konsumieren.

Im Streit über Deutschlands Exportlastigkeit kommen auch aus der EZB deutliche Reformappelle an die Bundesregierung. Der französische Notenbank-Chef Christian Noyer und EZB-Chefvolkswirt Peter Praet forderten entschlossene Schritte zur Stärkung der Inlandsnachfrage.

„Deutschland, sollte seine Wettbewerbsfähigkeit nicht schwächen“, sagte Praet der Süddeutschen Zeitung. „Aber für Deutschland ist es wichtig, mehr im Inland zu investieren.“ Dazu seien entsprechende Strukturreformen nötig.

Ähnlich äußerte sich Noyer, der in der FAZ für einen Ausbau des Dienstleistungssektors plädierte. „Mehr Kindergartenplätze könnten etwa dafür sorgen, dass mehr junge Mütter berufstätig bleiben, Einkommen beziehen und damit mehr konsumieren“, erläuterte der Franzose. Sinnvoll wäre auch eine Liberalisierung von reglementierten Berufen und Ladenöffnungszeiten.

Zur Bekämpfung möglicher Immobilienblasen in Deutschland empfahl Noyer dem Blatt zufolge, dass die Aufsichtsbehörden den Banken in gefährdeten Regionen zur Kreditverteuerung höhere Eigenkapitalvorgaben machen.

Im September erzielte die deutsche Wirtschaft einen Rekordüberschuss im Handel von 20,4 Milliarden Euro. Während Unternehmen und Bundesregierung die seit Jahren anhaltende Exportstärke verteidigen, kommt Kritik von Handelspartnern wie den USA. Sie argumentieren, dass damit Ungleichgewichte im internationalen Handel verstärkt würden.

Die EU-Kommission wird eine erweiterte Untersuchung der deutschen Export-Überschüsse durchführen. Kommt die EU zu dem Ergebnis, dass Deutschland Exzesse bei den Exporten veranstaltet, kann Brüssel eine Milliarden schwere Strafe verhängen (mehr hier).

In der Debatte um die jüngste Senkung des Leitzinses auf das Rekordtief von 0,25 Prozent traten die beiden Notenbanker energisch dem Eindruck entgegen, dass ein Riss durch den EZB-Rat gehe. „Wenn ich lese, dass es ein Nord- und ein Südlager gibt, so ist das völlig falsch“, sagte Noyer.

Die Zentralbanker bekräftigten zugleich, dass die EZB ihr Pulver noch nicht verschossen habe. „Es gibt keine ‚letzte Kugel‘“, so Praet. „Wenn man den Leitzins einmal bei null hat, dann muss man quantitative Maßnahmen ergreifen. Das muss aber kein Anleiheprogramm sein, das könnten auch Geldspritzen an die Banken sein. Aber an diesem Punkt sind wir nicht“

Kommentare

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  1. Runa sagt:

    Ich möchte aber nicht konsumieren. Ich möchte für meine Kinder da sein. Und nu?

  2. Miesmacher sagt:

    Ein typischer Vorschlag eines kalten Technokraten des Kapitalismus. Es lebe der Konsum um jeden Preis, auch um den einer gesunden Familie, das allerhöchste Gut eines Volkes! Diese gemeingefährlichen Ansichten sind leider allzu verbreitet in unserer von Profitgier verwüsteten Welt, in der der Mensch zum Nutzfaktor degradiert wird. Arme Menschheit ohne glückliche Kinder, die in fremde Hände fallen sollen, damit die Bonzen lachen können!

  3. rosenfee sagt:

    … und so züchten wir dann weiter eine neue Gesellschaft mit (tiefen-)psychologischen Defiziten, die Konsum und Materialismus mit Liebe verwechseln. Perfekte Ameisen für ein krankes System, die ebenfalls ihr Heil im unsinnigen Massenkonsum von Produkten suchen, die sie nicht brauchen aber trotzdem masslos süchtig nach ihnen sind. … und man hält so das Rad des Leidens von der Umwelt über die Tiere bis hin zum menschlichen Wesen ganz wunderbar aufrecht, bei gleichzeitigem Rekordverdienst an Medikamenten wie Antidepressiva und Retalin, um die Ameise funktionsfähig zu halten. Herzlichen Glückwunsch!

  4. ichBins sagt:

    ich bin auch ganz energisch dafür, daß die frauen zuhause bleiben müssen und nicht arbeiten dürfen. wozu brauchen die kindergärten? reicht doch, wenn die kinder zuhause rtl2 gucken können, da lernt man doch alles, was man zum leben und zum kommentieren in den DWN braucht.

    immer diese franzosen mit ihren seltsamen vorstellungen …

  5. nietz sagt:

    Guckt Euch diesen Kerl an, der ist doch nicht mehr ganz dabei! Wieso korrigiert er seine Worte nicht und sagt direkt „Steckt Eure Kinder in morgens in die Kita und holt sie vor Mitternacht ab“. Deutsche Produkte sind weltweit beliebt und deutsche Produkte bzw. deutsche Standards sind ebenso auch in Deutschland beliebt. Es gibt kein Land, was so hochwertige Produkte wie Deutschland herstellt.

  6. Gautier Irgendwo sagt:

    Nun ist es aber höchste Zeit, das die hier angeschwärzten Mütter, diesen Herren einmal sagen was sie zu tun haben, insofern diese solchen Aufgaben überhaupt gewachsen sind/wären.?

    • uwe krammer sagt:

      ……….welche „richtige Mutter“ könnte sich „angeschwärzt“ fühlen, sie macht instinktsicher das Richtige. (oh Gott, erwarte harte Kritik…)…und die anderen?..wer ist hier wem nicht gewachsen, die Mütter (und Väter) ihrer neuen Pflicht zur ideologiekonformen Erziehung oder die Politiker ihren gestellten und im vorrauseilenden Gehorsam vom Michel vorfinanzierten Aufgaben?

  7. Hans von Atzigen sagt:

    Erstaunlich was Deutschland so alles soll ! Abgesoffene Volkswirtschaften retten, mehr konsumieren, Exporte zurückfahren, und weiss der Kukuk was noch.
    Wo und wie soll Deutschland all das erwirtschaften? Auf dem absaufenden Europäischen und Globalen Weltmarkt oder auf dem Mond oder Mars. Auf dem Europäischen und Weltmarkt ist das unerwünscht. Na ja bliebe noch der Mond oder Mars. Tolle Idee wie das in der Praxis gehen soll weiss der Klugscheisser auch nicht.
    Doch halt der hat ja eine Idee über die weitere Ausdehnung der ohnehin aufgeblasenen Billiglohn Dienstleistungswirtschaft und auch noch angepasster Gesellschaftspolitik. Der Dienstleistungssektor jedoch ist im wesentlichen ein Konsumatiever Sektor der nur bedingt wertschöpfend ist. Wie die Billiglohnmalocher entsprechend höhere Eigenkapitalquoten erwirtschaften sollen? Tja das wissen auch die Götter nicht. Ach ja da hat die EZB noch einen Pfeil im Köcher noch mehr Geldpumpe. Auf diesem Weg können sich dann die Dienstleistungswirtschafts- Billiglöhner die Eigenkapitalquote besorgen und gleich ach noch den Restkredit fürs Eigenheim oder den Immobilienanteil. Geht selbstverständlich Rechnerisch einwandfrei auf ,vorausgesetzt der Kreditnehmer bekommt die Eigenkapitalquote und den Hypotheken- Kredit zum Nulltarif. Tja da bliebe noch die Frage womit die Billiglöhner den Nullzins- Kredite wenigstens Amortisieren sollen?
    Der Mann hinterlässt so auf den ersten Blick einen netten Eindruck. Von Ökonomie hat der kaum übersehbar offenbar auch nicht eine Spur Ahnung.
    Offenbar ist das ein Ökonomiekarussell- Chaot. der nicht mehr weiss was unten und oben hinten und vorne ist. Könnte ein sog.68 iger sein, der damals das Hirn ausgeschaltet hat danach selbstverständlich nie wieder eingeschaltet, da viel zu anstrengend. Da ist offenbar aus der 68 iger Zeit nur noch ein Chaotisches Ideologie- Schwadronieren übrig geblieben. Die Realwirtschaft fährt mit Volldampf gegen die Wand jetzt haben die nur noch ein Rezept dies in Vorm von substanzloser Ideologiepampe.
    Na dann mal Prosit Gemeinde einfach mal ganz kräftig 24 Stunden am Tag positiv Denken MUSS und wird schon gut werden??? Glaube macht ja bekanntlich selig. Amen
    Wiedersehen im Himmel fürchte jedoch eher in der Hölle.

  8. spatz sagt:

    Malade a la tete heisst das wohl auf französisch.