Öl statt Luft: Siemens will Konditionen für Tiefbohrungen erneuern

Hoher Wasserdruck stellt das Hauptproblem für neueste Tiefseebohranlagen dar. Siemens erhofft sich eine Lösung des Problems durch die Füllung von Öl.

Durch den Einsatz von Öl versucht Siemens, möglichen Deformationen durch Wasserdruck bei autarken Öl- und Gasförderanlagen vorzubeugen. Autarke Anlagen unterscheiden sich von konventionellen Tiefsee-Förderpumpen durch das unmittelbare Verarbeiten des geförderten Materials, was eine größere Ausbeute ermöglicht.

Der hohe Wasserdruck stellt nach wie vor das größte Problem für Tiefseebohranlagen dar. Bisher gibt es weder Beweis noch Beispiel für eine wirtschaftlich rentable Langlebigkeit von Tiefseefabriken. Es ist ungeklärt, wie stark sich der Wasserdruck, der auch in verhältnismäßig flachen Gewässern knapp 500 bar betragen kann, im Laufe der Zeit auf die Komponenten wie Stromversorgungsanlage und Fabrik auswirkt.

Siemens glaubt an eine Lösung: Die Druckausgleichs-Kammern, in der Anlage und Stromversorger montiert werden sollen, werden mit Öl statt mit Luft gefüllt. Öl hat gegenüber Luft drei physikalische Vorteile, die sich alle unter dem Begriff Isolierungsleistung subsumieren lassen: Der Effekt des Wasserdrucks wird stärker gedämpft, die elektrische Isolierung ist besser und außerdem der Kühlungs-Effekt größer.

Zusätzlich prüft Siemens die Dauerhaftigkeit der Bauteile: Spezielle Alterungstest stellen sicher, dass die Anlagen mindestens 20 Jahre halten. Diese Zeitspanne stellt für wirtschaftliche Gesichtspunkte das Minimum dar.

Bis zur Mitte des Jahrzehnts beabsichtigt Siemens, mit dem Bau der Stromversorgungseinrichtung fertig zu sein. Der norwegische Öl- und Gaskonzern Statoil plant, ab 2020 die autarke Tiefbohranlage in Betrieb zu nehmen.

Kommentare

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  1. Martin Hoch sagt:

    Sehr geehrte Redaktion,

    Ich wuerde Ihnen raten sich in Zukunft ein bisschen genauer der Recherche zu widmen.

    1. Statoil ist aus Norwegen und gehoert zu 67% dem Staat.
    2. In 10.000m Wassertiefe (Marianengraben) werden maximal 1.000bar gemessen und in solchen Tiefen wurde noch nie nach Oil & Gas gebohrt. Und bitte nicht Wassertiefe mit Bohrtiefe durcheinander bringen.

    Also voher die 5.000bar kommen muessen Sie dann schon genauer erklaeren!

    Trotz allem interessant zu hoeren was Siemens so plant.