Startschuss für Europas größtes Gezeiten-Kraftwerk gefallen

Die schottische Regierung hat Europas größtes Projekt zur Nutzbarmachung von Gezeiten-Energie genehmigt. Die schottische Firma MeyGen wird die Arbeiten umgehend aufnehmen. Bis 2020 soll eine 398 Megawatt Anlage entstehen, die einen Großteil Schottlands mit Strom versorgen kann.

Die schottische Regierung hat ein Projekt zur Energieherstellung aus der Kraft der Gezeiten genehmigt. Es handelt sich dabei um das größte Projekt dieser Art in ganz Europa. Die schottische Firma MeyGen wird die Arbeiten dazu umgehend aufnehmen. Die ersten Gezeiten-Turbinen werden zwischen den Orkney-Inseln und dem schottischen Festland installiert. Es handelt sich dabei um die erste kommerzielle Anwendung von Gezeiten-Turbinen in schottischen Gewässern. Der Ausbau der Anlage findet in verschiedenen Etappen statt und soll bis zum Jahr 2020 abgeschlossen sein. Dies meldete die BBC in einem Bericht.

Ein erstes Ziel des Unternehmens ist es, eine 6 Megawatt-Anlage zu Demonstrationszwecken fertigzustellen. Diese Anlage wird aus 6 Turbinen bestehen, wobei jede der einzelnen Turbinen über 22 Meter hoch und etwa 1.500 Tonnen schwer ist. Der Durchmesser der Rotorblätter beträgt 18 Meter und jede der Turbinen kann bis zu 1 Megawatt an Energie erzeugen. Sobald das erste Ziel erreicht ist, will das Unternehmen die Anlage schrittweise ausbauen und um weitere Turbinen erweitern. Dadurch soll in der ersten Phase des Projekts ein Netzwerk aus Gezeiten-Turbinen mit einer Gesamtleistung von 86 Megawatt entstehen.

Zudem hofft die Firma MeyGen, die Anlage in einer zweiten Phase auf bis zu 400 Gezeiten-Turbinen auszubauen und damit eine Gesamtleistung von 398 Megawatt zu erreichen. Sobald die Anlage ihre geplante Gesamtgröße erreicht hat, wird sie 42.000 Haushalte mit Strom versorgen können. Das entspricht in etwa 40 Prozent aller Haushalte im schottischen Hochland, verkündete die Regierung.

Bei der schottischen Firma MeyGen handelt es sich um einen Zusammenschluss der Investmentbank Morgan Stanley, dem Energieunternehmen International Power und dem Gezeiten-Technologie-Unternehmen Atlantis Resources Corporation.

Zur Realisierung des Projekts hat die Firma einen Pachtvertrag über 25 Jahre für 3,5 Quadratkilometer Meeresgewässer mit dem Crown Estate abgeschlossen. Das Crown Estate ist eine Organisation der britischen Krone und für die Verwaltung der britischen Hoheitsgewässer und Meeresböden zuständig.

Der schottische Energieminister Fergus Ewing kommentierte das Projekt mit den Worten: „Das ist ein großer Schritt für Schottlands Industrie der marinen erneuerbaren Energien. Wir müssen den Klimawandel angehen. Dazu müssen wir unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen durch eine bessere und effizientere Nutzung von Energie reduzieren. Meer-Energie – eine einheimische Technologie mit großem Potenzial – ist Teil der Lösung.“

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  1. Rudolf-Robert DAVIDEIT sagt:

    Ihr noch Chef David CAMERON sprach gerade: „Öko ist Mist“
    Die Offshore-Anlagen sind schon schwer von der salzhaltigen Luft beinträchtig!
    Nichts für Ungut! Schottisch-Preußisch sparsam vermute ich, daß diese Anlagen lange vor Pachtende hervorragend vergiftete Muschelbänke abgeben werden.
    Rudolf-Robert Davideit