Rabatt-Schlacht bringt Deutsche zurück in Schweizer Ski-Gebiete

Die Schweiz verzeichnet wieder mehr Buchungen aus Deutschland. Seit dem Ausbruch der Finanzkrise waren die Übernachtungen in der Schweiz zurückgegangen. Vergünstigungen der Skiangebote und eine Rabattschlacht der Hotels haben bei den Deutschen die Lust auf einen Winterurlaub wieder wecken können.

Die Ski-Ressorts in der Schweiz können erstmals seit fünf Jahren wieder ansteigende Buchungszahlen aus Deutschland verbuchen. Von Arosa bis Zermatt berichten die Tourismus-Verbände von einer Rückkehr der deutschen Urlauber. Die Buchungen übersteigen schon jetzt die der Wintersaison 2012/2013 um bis zu 10 Prozent. Dies berichtet die Schweiz am Sonntag.

„Die Zunahme bei den deutschen Gästen ist ein Lichtblick“, sagt Edith Schweizer von Zermatt Tourismus. Denn seit dem Ausbruch der Wirtschaftskrise verzeichnete die Tourismus-Branche der Schweiz kontinuierliche Rückgänge bei den Buchungen aus Deutschland. Insgesamt fiel die Zahl der Übernachtungen von deutschen Urlaubern seit 2008 um 1,7 Millionen. Dies entspricht einem Einbruch von 26 Prozent. Allein im Jahr 2012 betrug der Rückgang nochmals 583.000 Übernachtungen. Damit war 2012 für die Schweiz das schlechteste Jahr bei deutschen Übernachtungen seit 1960.

Diese Flaute ist nun vorbei. Für die Schweiz sind deutsche Touristen die wichtigste Zielgruppe. Über 4,6 Millionen Übernachtungen buchten sie im vergangenen Jahr und damit mehr als Franzosen, Engländer und Amerikaner zusammen. Auch aus Graubünden, das besonders stark von den deutschen Touristen abhängt, wird eine Zunahme der deutschen Urlauber gemeldet.

„Seit Anfang dieses Jahres registrieren wir bei den deutschen Gästen nach mehreren ununterbrochen negativen Jahren wieder Monat für Monat Zuwächse, teilweise sogar im zweistelligen Bereich“, sagt Gieri Spescha, Marketingleiter von Graubünden Ferien.

Ein Grund für die Rückkehr der Deutschen ist die Rabatt-Schlacht der Schweizer Tourismus-Branche. Die Hotelpreise in Wallis, Graubünden und im Berner Oberland wurden im Vergleich zu den vergangenen Jahren deutlich gesenkt. Zudem locken viele Hotels mit Sonderangeboten zur Übernachtung, vergünstigten Skipässen und Gratisangeboten von Skischulen für Kinder.

Ein weiterer Grund für die Rückkehr der deutschen Urlauber ist der schwache Franken in Relation zum Euro. Dadurch wird der Urlaub in der Schweiz für die Deutschen wieder erschwinglicher.

Auch die Preise für Skipässe können im Alpenwettbewerb wieder gesunken. Während die Preise in Österreich in den letzten zwei Jahren gestiegen sind, sind sie in der Schweiz fast gleichgeblieben. Damit befinden sich beide Länder preislich in etwa auf einem Niveau.

In Arosa muss man hingegen trotz der Rückkehr der Touristen mit höheren Kosten und geringeren Einnahmen im Weihnachtsgeschäft planen. Dies berichtet der Tagesanzeiger. Die Wintersport-Gebiete Arosa und Lenzerheide wollten bis Oktober 2013 durch eine Fusion ihrer Gebiete zum größten zusammenhängenden Skigebiet der Schweiz avancieren. Der knappe Zeitplan und das schlechte Wetter verhinderten jedoch die rechtzeitige Fertigstellung. Damit entgeht der Branche in den Gebieten ein Teil des lukrativen Weihnachtsgeschäfts. Zudem kommen durch die Verzögerung Mehrkosten von 2 Millionen Franken auf die Verantwortlichen zu.

Kommentare

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  1. DerPlaner sagt:

    Jetzt, da sich auch noch alle über die Maut auf der Inntalautobahn aufregen, wird die Schweiz ja noch interessanter 😉 Da kann man wirklich glatt mal wieder woanders zum Skifahren gehen, z.B. http://www.socsoc.de/lp/skiwochenende-in-einer-gruppe-planen

  2. 995 sagt:

    „Ein weiterer Grund für die Rückkehr der deutschen Urlauber ist der schwache Franken in Relation zum Euro.“

    Der Wechselkurs hat sich seit der Stützungsaktion der SNB nicht wesentlich verändert.
    Das Franken ist nach wie vor stark im Vergleich zum Euro!

  3. Andres Müller sagt:

    Der Tourismus (nicht nur in der Schweiz) entwickelt sich seit Jahren zum Flop -Geschäft. Die Rabatte bringen zwar mehr Touristen, aber bei solchen Preisreduktionen wird bestenfalls das nackte Überleben der Branche gesichert.

    Am wenigsten profitieren dabei die Arbeitskräfte, fast alle sind inzwischen working poors. In der Schweiz sind diese Stellen deshalb vor allem mit Ausländern besetzt.

    Weltweit erzielt die Finanzbranche und ihr nahe Dienstleistungsbetriebe die höchsten Einkommen, weil Politik und Notenbanken einen beschützenden Schirm um deren Zitronensozialismus gespannt haben. Bevor sich die Welt nicht eines Besseren besinnt und damit realwirtschaftliche Arbeit gerechter entlöhnt, würde ich nie im Leben auf diesen Wirtschaftsbereich setzen.