Ungenutztes Potenzial: Deutscher Mittelstand hortet 87 Milliarden

Nach einer Studie von Roland Berger besteht im deutschen Mittelstand ein Missverhältnis zwischen laufendem und ruhendem Kapital. Durch Optimierung betrieblicher Prozesse könnten die Unternehmen an zusätzliche 87 Milliarden kommen. Das wäre für viele Mittelständler der Schlüssel für neue Investitionen

Durch unterschiedliche Maßnahmen könnten 87 Milliarden bisher ruhender Kapitalreserven in arbeitendes Kapital umgewandelt werden. Für diese Studie untersuchte die Unternehmensberatung Roland Berger 2.700 Unternehmen im Zeitraum 2010 bis 2012.

Aufgrund guter Konjunkturausblicke würden mittelständische Unternehmen im Jahr 2014 mehr investieren, heißt es in der Studie. Das größere Investitionsvolumen führe zu einem steigenden Kapitalbedarf. Zusätzlich belasteten noch ausstehende Refinanzierungen aus der Zeit der Finanzkrise die Unternehmen. Vor diesem Hintergrund empfiehlt die Studie eine Optimierung der Verwaltung.

Als Hauptproblem bezeichnet die Studie die lange Kapitalbindungsdauer – insbesondere in der Bekleidungsindustrie: Hohe Lagerbestände und suboptimales Inventarmanagement führten zum Anwachsen inaktiver Vermögen. Die Umfrage ergab, dass 44 Prozent des Potenzials an Liquidität durch den Abbau von Vorräten freigesetzt werden könnten, gefolgt von verbessertem Kundenforderungsmanagement (35%) und verbesserten Konditionen bei Lieferantenverbindlichkeiten (21%).

„Um das künftige Wachstum nicht durch fehlende Liquidität zu gefährden, bedarf es einer gezielten Optimierung des Working Capital Management. So könnte der deutsche Mittelstand eine Liquidität von 87 Milliarden Euro freisetzen“, so Sascha Haghani, Leiter des Kompetenzzentrums „Restructuring & Corporate Finance“.

Nicht nur die Innenfinanzierung, sondern auch der Erwerb von Finanzhilfen auf dem Kapitalmarkt fällt finanziell effizient verwalteten Unternehmen leichter. „Profitablere Firmen bekommen am Kapitalmarkt leichter Zugang zu Working Capital-Finanzierungen“, sagt Haghani. Allerdings würden solche Firmen ihrerseits dazu verleitet, sich stärker über Fremdkapital zu finanzieren und die Reduktion von Kapitalbindung zu vernachlässigen.

Außerdem sieht die Studie einen Zusammenhang zwischen schwacher Bonität und hoher Kapitalbindung: Je schlechter die Bonität, desto länger die Zeiträume für die Begleichung von Lieferantenverbindlichkeiten. „Vor allem Unternehmen mit geringer Bonität müssen ihr Lagermanagement drastisch verbessern, da hier am meisten Liquidität freigesetzt werden kann“, so Michael Bretz, Leiter der Wirtschaftsforschung des Inkasso-Unternehmens Creditreform.

Die betroffenen Unternehmen sind sich dieses Potenzials offensichtlich bewusst: 55 Prozent der befragten Körperschaften planen Optimierung bei Vorräten, 46 Prozent beim Kundenforderungsmanagement und 45 Prozent bei der Bedienung von Lieferantenverbindlichkeiten.

Für Unternehmen gilt jedoch, den Fehler zu vermeiden, den die Banken vorgemacht haben. Durch niedrige Eigenkapitalquoten sind sie anfällig für Liquiditätsengpässe. Unternehmen, die eine solide Rücklagenverwaltung und optimierte Finanzprozesse aufweisen, sind aber nicht einmal auf Banken angewiesen.

Immer mehr Mittelständler finanzieren ihre Investitionen selbst und scheuen vor der Aufnahme von Krediten zurück.

Kommentare

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  1. Stefan Wehmeier sagt:

    1ib) „So genannte „Überproduktion“ an Waren. Wie auf allen anderen Gebieten, so übt das Geld auch auf dem eigentlichen Warenmarkt – wie bereits erwähnt – seinen beherrschenden Einfluss aus. Es kann weder eine Ware erzeugt noch gehandelt werden, ohne dem Kapital, dem sie ihr Dasein und ihren Austausch verdankt, den üblichen Tribut einzubringen. Schon bei der Produktion bereitet das Geld den Waren den Markt vor, damit auch sie „Kapital“ sind und den Zins einbringen können; es stellt sich der Warenproduktion und dem Warenaustausch (Handel) eben nur soweit zur Verfügung, dass nicht etwa eine „Überschwemmung“ des Marktes durch die Waren – eine so genannte „Überproduktion“ – stattfinden kann. Eine solche ist nun zwar, vom volkswirtschaftlichen Standpunkt aus, nie zu befürchten, solange es Menschen gibt, die ihre Bedürfnisse bei weitem nicht befriedigen können, weil sie unterentlohnt werden, weil der Zinstribut die Hälfte ihres Arbeitsertrages auffrisst, oder weil ihnen das Kapital nicht gestattet, zu arbeiten – und sie daher auch nicht als Abnehmer für Waren in Betracht kommen. Vom Standpunkt des Zinses jedoch herrscht eine „Überproduktion“, sobald die Warenproduktion und der Handel sich im Hinblick auf die erzielbaren Preise und die Höhe der Arbeitslöhne nicht mehr in gewohnter Weise „rentiert“, d. h. verzinst.“

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/10/wohlstand-fur-alle.html

    Es sind drei kulturelle Entwicklungsstufen zu unterscheiden, und erst heute erfolgt der Übergang von der zweiten zur dritten Stufe:

    Erste Stufe: zentralistische Planwirtschaft noch ohne liquides Geld (Ursozialismus)
    Zweite Stufe: Zinsgeld-Ökonomie (kapitalistische Marktwirtschaft)
    Dritte Stufe: Natürliche Wirtschaftsordnung (Marktwirtschaft ohne Kapitalismus)

    Die Gedankenwelt des „Normalbürgers“ im zivilisatorischen Mittelalter wird vom künstlichen Archetyp Jahwe = Investor im kollektiv Unbewussten gesteuert, der erfunden wurde, um die halbwegs zivilisierte Menschheit an ein darum bis heute fehlerhaftes Geld anzupassen. Erst das Geld, als eine Universalware, die sich gegen alle anderen Waren tauschen lässt, ermöglicht eine entwickelte Arbeitsteilung und persönliche Freiheit durch Geldersparnisse. Solange das Geld aber noch fehlerhaft ist und die Gesellschaft in Herrscher (Zinsgewinner) und Beherrschte (Zinsverlierer) unterteilt, kann auf die Religion (Rückbindung auf den künstlichen Archetyp Jahwe) und die damit verbundene Lügerei nicht verzichtet werden, um die systemische Ungerechtigkeit der Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz aus dem Begriffsvermögen des arbeitenden Volkes auszublenden und alle daraus entstehenden Zivilisationsprobleme einer hypothetischen „Sündhaftigkeit des Menschen“ anzulasten.

    Noch beherrscht das Geld den Menschen, bis seine älteste und stärkste Motivation, das Beherrschenwollen der Dinge, den „von Göttern und Anbetungen erlösten Übermenschen“ auch das Geld beherrschen lässt:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/11/einfuhrung-in-die-wahrheit.html

  2. BesorgterDeutscherBürger sagt:

    „Immer mehr Mittelständler finanzieren ihre Investitionen selbst und scheuen vor der Aufnahme von Krediten zurück.“

    Damit fahren sie definitiv auch besser, insbesondere kleine Mittelständer!

  3. Rudolf-Robert DAVIDEIT sagt:

    SIEMENS war mal eine Bank mit angeschlossenem Industriebetrieb und die Deutsche Bank eine ehrenwerte Einrichtung, mit einem Klang wie Donnerhall!
    SARAZINs „Deutschland schafft sich ab“ ist der 68-er Misthaufen mit dem MAO-isten BARROSO an der Spitze!
    Ich befürchte, daß nicht ein Deng Xiaoping kommen wird, da die „STRAUS-KAHN“-s im März 2012 längst dauerhaft in Brüssel/Straßburg die Macht übernommen haben!
    Nichts für Ungut! Nur ein Schottisch-Preußischer a’la FRIEDRICH, KATHARINA oder PUTIN d. G. könnte uns noch retten.
    Rudolf-Robert Davideit

    • Rudolf-Robert DAVIDEIT sagt:

      Die Deutsche Bank war ca. 1998 noch die größte & ehrlichste Bank der Welt!
      Danach begann mit der Zerschlagung des „Rheinischen Kapitalismus“ durch die Rot-Grüne Regierung deren Korrumpierung durch WS vs. CoL.
      Nichts für Ungut! Ihr Schottisch-Preußisch strukturierten Deutschen werdet nach dem Niedergang von WS vs. CoL wieder Auferstehen – wie stets aus Euch heraus!
      Rudolf-Robert Davideit