OECD kritisiert: Hohe Renten schlecht für deutsche Konjunktur

Die Große Koalition verspreche den Rentnern zu viel Geld, so die OECD. Die entstehenden Mehrkosten bei der Rentenversicherung machten Arbeit teuer. Darunter würden Arbeitsmarkt und Konjunktur in Deutschland leiden. Die OECD fordert mehr Anreize, länger zu arbeiten.

Die Industriestaaten-Organisation OECD kritisiert die von Union und SPD vereinbarten Rentenbeschlüsse. „Das macht Arbeit teurer“, sagte der Deutschland-Experte der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Andres Fuentes, am Samstag der Nachrichtenagentur Reuters. „Das wird sich negativ auf Konjunktur und Beschäftigung auswirken.“ Ohne diese Maßnahmen könnten die Beiträge zur Sozialversicherung niedriger sein.

Problematisch sei vor allem, dass die milliardenschweren Zusatzkosten – etwa für die Mütterrente – überwiegend aus den Sozialkassen finanziert werden. „Das deutsche Steuer- und Abgabensystem belastet den Faktor Arbeit ohnehin schon sehr stark“, sagte Fuentes. Das treffe vor allem Geringverdiener. „Das wird nun noch verstärkt.“

Etwa neun Millionen Rentnerinnen mit vor 1992 geborenen Kindern sollen mehr Geld bekommen. Finanziert werden die jährlichen Kosten von etwa 6,5 Milliarden Euro aus den Beitragsmitteln der Rentenversicherung – also durch Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

Die OECD empfiehlt stattdessen, Arbeit billiger zu machen. „Deutschland sollte sein Steuersystem reformieren, um Arbeit weniger stark zu belasten“, sagte Fuentes. „Das geht, indem mehr Einnahmen aus Bereichen erlöst werden, die weniger schädlich sind für die wirtschaftliche Entwicklung.“ So gebe es Spielraum für höhere Einnahmen aus der Immobiliensteuer.

„Auch bei der Mehrwertsteuer gibt es zahlreiche Ausnahmen, die man weglassen und das ganze System damit auch noch vereinfachen und vereinheitlichen könnte“, sagte der OECD-Experte. So hatte die schwarz-gelbe Bundesregierung den Mehrwertsteuersatz für Übernachtungen in Hotels von 19 auf sieben Prozent gesenkt.

Wer 45 Beitragsjahre in der Rentenversicherung aufweist, kann ab Juli 2014 mit 63 Jahren ohne Abschläge in Rente gehen. Dabei werden Zeiten der Arbeitslosigkeit mitgerechnet. Auch das kritisiert die OECD. „Anreize, in höherem Alter länger zu arbeiten, sollten verstärkt, nicht abgebaut werden“, sagte Fuentes.

Kommentare

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  1. Angie sagt:

    Die OECD ist so überflüssig wie ein Kropf und in der Mehrheit haben dort leider wieder einmal die USA das Sagen.
    Diese Institution soll sich aus den internen politischen und finanziellen Angelegenheiten unseres Landes heraushalten und vor allem besser der US-Finanzwirtschaft, speziell der FED auf die Finger klopfen, da diese durch ihre irrsinnige Gelddruckerei die Inflation anschürt auf Teufel komm raus und somit die Wirtschaft weltweit zu grunderichtet.

    Am besten wäre es, wenn die OECD ihre Pforten schließen würde. Das gleiche könnte man auch dem IWF ans Herz legen.

  2. squarepusher sagt:

    Aus allen Rohren schießt man gegen die BRD – man will sie klein kriegen, vernichten, und mit Merkel und Co erreichen wir das auch endlich. Gott sei Dannk. Wir jubelnj! wir Gutmenschen! Endlich ist es vorbei mit den fetten Renten (die in Italien, Frankreich, Holland, Österreich höher sind, aber das weis man, und darum geht es auch garnicht), es ist vorbei mit den fetten Löhnen und Gehältern, denn das Geld soll endlich wieder dahin fließen wo es verdient wird: zu den superreichen Bankern. Die schuften sich für einen Hungerlohn zu tode wegen ein par Millionen Krümelchen, die sie jährlich als Bonus verpasst bekommen. Sie können einem richtig leid tun, die ARMEN BANKER. Endlich ist es vorbei mit dem deutschen Bildungssystem, das ja völlig unausgewogen ist v.a. in Bezug auf die Migranten, die wir alle nötig haben, sonst erreichen wir uns Ziel der Verdummung Deutschlands nie, ohne die Migranten und ohne die Milliarden, die man denen in Ar§§§ schießt. Endlich ist Schluß mit den blöden und verzerrenden Exporten. Man stelle sich vor, die reichen, superreichen Deutschen exportiern Waren in zig-facher Milliardenhöhe und verdienen sich dumm und dämlich. Und wir – Franzosen, Italiener, Spanier , Portugießen usw – wir haben nichts davon, nur das Elend. Es ist also vorbei: Deutschland ist arm, hat keine Exporte mehr, keine Bildung, keine Wissenschaft, kein Krankensystem, keine Ideen, keine Autos, keine Mittelschicht, die Großen sind weggezogen, aber was wir noch haben ist wenigstens ein tolles Parlament mit über 600 Lügnern, die alles tun, um uns zu helfen, die wir als Geringverdiener und mickrige Pensionäre bezeichnen müssen. Mitleid ist angesagt.Aeer seltsamerweise werden es immer mehr! Aber das läßt sich leicht erklären, denn die Probleme der Vernichtung Deutschlands haben ungemein zugenommen: immer noch gibt es zuviel Schulen und Unis, noch immer gibt es „kleine“ Leute, die zuviel verdienen, noch immer gibt es steinreiche Rentner und noch immer gibt es Menschen, die anders denken…und das wirft für diese Mischpoke die Frage auf, was man noch alles tun kann um diesen Leuten zu helfen, ihr kleines Vermögen abzugeben, ihre freiheitliche Denkweise einzufrieren, damit ja kein anderer je erfahre, dass er seit Jahren belogen, beschissen, begrogen, verläumdet, ausgeraubt und geplündert wird, im Namen einer Mafia, die sich warm anziehen müssen wird…

  3. Beobachter sagt:

    Je mehr die industrielle Automatisierung fortschreitet, desto weniger Arbeit gibt es.

    Das sollte doch eigentlich langsam auch der OECD bewusst werden.

    Bei Geldsorgen würde ich erst einmal dort nachsehen, wo die eingesparten Gelder hingeflossen sind und dort als Minimum gewisse Abschreibungsmöglichkeiten streichen.

    Wohlgemerkt:

    Ich spreche hier nicht von den kleinen Mittelstandsfirmen, sondern von all den Konzernen (und Banken!!) die meinen das sie die Politik „erpressen“ müssten.

    Sollen sie doch gehen und im Ausland produzieren. Nur müsste ihnen dann auch kler sein, das sie ihre Waren hier dann nicht mehr zu den bisherigen Preisen losschlagen können.

  4. Armin Delle sagt:

    „…OECD kritisiert: Hohe Renten schlecht für deutsche Konjunktur…“

    Ich schmeiß mich in die Ecke, ist das ein krankes System, oder ist das ein krankes System?!

    „…Das macht Arbeit teurer…“

    Ja gut, aber wer viel verdient, kann doch auch viel kaufen, oder nicht?

    Vielleicht haben bei höheren Renten sogar Schrottkarren aus Italien oder Frankreich wieder eine Chance in der führenden Bananenrepublik, so wie früher, als es noch viele Fiats, Simcas, Peugeots, Citroens und andere europäische Automarken gab.

    Hier ist was los….

  5. Jupp Hirsenkotzer sagt:

    Siehe Artikel:

    Umverteilung: Die deutsche Mittelschicht verschwindet

    Deutsche Mittelstands Nachrichten, Sven Kesch | 30.11.13, 23:23

    Das Versprechen der EU, mehr Wohlstand für alle zu schaffen, hat sich nicht erfüllt: In den meisten Staaten verschwindet die Mittelschicht. Viele Bürger arbeiten rund um die Uhr – und können von ihrem Einkommen nicht leben. Wir erleben das Ende einer großen Illusion.

    also was denn nun?

    nicht die Arbeit ist zu teuer, nein, der Wasserkopf des oeffentlichen Dienstes & die EUDSSR -Zentrale in Bruessel, sowie die Ueberversorgung der Bediensteten Pensionaere, Angestellte mit Zusatzversicherung von EUDSSR, der EUDSSR-REpublik Deutschland, Alterbezuege der Politiker, das sind die parasitaeren Elemente der Kosten an der Arbeit. Kosten der Arbeit: die wird an der Produktivitaet und an der Erzeugung von Mehrwert abgegolten…
    hinzukommt die EUDSSR-Massenwanderungen und die massenhafte Einwanderung von nicht auf Produktivitaet progammierten Wirtschaftsfluechtlinge
    !

    der Staatsapparat incl. der Kirchen ist eine Kaste, die auf Selbstversorgungsoptimierung ausgelegt ist auf dem Ruecken der Mehrwert-Schaffung durch die Arbeit…!

    Was hat ein Geselle im Sanitaergewerbe nach 45 Jahren fuer ein Renteneinkommen?
    Was hat sein Lehrlingskollege an Rente, der nach der BW-Zeit als 4 jaehriger Zeitsoldat mit der Weiterbeschaeftigung im Wasserwerk der Stadt, wenn er nacch 40 Jahren Arbeitszeit, per Order de Mufti – i.e. vom Amtsarzt als Kaputt geschrieben – aber verfrueht in Ruhestand geht?
    Die Differenz ist enorm, aber immer nochklein gegenueber den Versorgungen eines verbeamteten Wasseramts-Sekretaers!!!!!

  6. Hans von Atzigen sagt:

    Seit Jahrzehnten Produziert der OECD Organisationsaperat Studien und Zahlen ohne
    nüchtern realistisches Gesamtkonzept.
    Der Verein ist nutzlos und unproduktiv letztlich reine Verschwendung.
    Liquidieren, vergessen, das ist die einzige noch sinnvolle Möglichkeit.
    Ein Verein der mit seiner Arbeit zum aktuellen desaströsen Ergebnis
    einen wesentlichen Negativbeitrag geleistet hat, hat sich selbst
    in die Bedeutungslosigkeit gewirtschaftet.

  7. spatz sagt:

    Die Leute die hier kritisieren und die üblichen asozialen Vorschläge
    zur Lohn- und Rentendrückerei machen sind ausnahmslos
    Spitzenverdiener.
    Das Credo dieser Leute lautet „uns alles“ und für die unten nichts.

    • Angie sagt:

      @ Spatz, das ist völliger Unsinn was Sie da von sich geben. Lesen Sie erst mal den Artikel genau und danach die betreffenden Kommentare, falls Sie das alles auch richtig verstehen.
      Daran darf aber sehr gezweifelt werden.