Sachsen: Mindestlohn schadet der ostdeutschen Jugend

Der sächsische Ministerpräsident Tillich warnt vor den Folgen des vereinbarten Mindestlohns von 8,50 Euro. Vor allem die jungen Leute in Ostdeutschland könnten dadurch nicht mehr in Aushilfsjobs arbeiten. So werde ihnen die Zukunft genommen.

Nach der Einigung von Union und SPD auf einen bundesweiten Mindestlohn hat Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich vor den Folgen vor allem für Ostdeutschland gewarnt.

„Niemand schließt aus, dass dieser Mindestlohn Arbeitsplätze gefährdet, nicht einmal die SPD“, sagte der CDU-Politiker der Wirtschaftswoche. „Das trifft insbesondere den Osten.“ Wenn sein Koalitionspartner FDP von einer Katastrophe für Ostdeutschland spreche, liege er nicht ganz falsch, sagte Tillich.

Sorgen mache er sich vor allem um junge Menschen, die über den Mindestlohn in Aushilfsjobs ohne Ausbildung 1.400 Euro verdienen könnten. „Das wäre fatal, dann verspielen die jungen Leute durch den Mindestlohn ihre Zukunft.“ Billigkonkurrenz aus Osteuropa sei dagegen nicht das ganz große Problem, da dort häufig schon mehr als die jetzt vereinbarten 8,50 Euro pro Stunde gezahlt werde.

Der Sachverständigenrat der deutschen Wirtschaft, die sogenannten fünf Weisen, befürchtet wegen des Mindestlohns den Verlust von über 100.000 Arbeitsplätzen.

„Insgesamt muss man wohl davon ausgehen, dass die 8,50 Euro eine sechsstellige Zahl von Jobs kosten werden“, sagte der Vorsitzende des Gremiums, Christoph Schmidt, dem Magazin. Es müsse daher Ausnahmen geben. „Für die Beschäftigungschancen junger Arbeitnehmer wäre jede Ausnahme vom Mindestlohn hilfreich und wichtig“, sagte er.

Mit der Einführung des Mindestlohns wird laut einer aktuellen Studie eine halbe Million Geringverdiener die Arbeit verlieren. Zudem werden aufgrund der höheren Lohnkosten die Preise massiv ansteigen (mehr hier).

Kommentare

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  1. Andres Müller sagt:

    „Insgesamt muss man wohl davon ausgehen, dass die 8,50 Euro eine sechsstellige Zahl von Jobs kosten werden“

    so ein Unsinn, Mindestlohn heisst – derArbeitgeber darf niemanden anstellen der weniger verdient als den Mindestlohn. Die Arbeiten werden wohl kaum die früheren Arbeitgeber nun selbst verrichten .

    und wie ungern -aber doch- zugegeben wird, zahlt man rund um Deutschland bereits jetzt höhere Löhne.

  2. Zeitarbeiter(ÖD-OST) sagt:

    „Das wäre fatal, dann verspielen die jungen Leute durch den Mindestlohn ihre Zukunft.“

    Hey was ist geht denn da ab, im PISA-Wunderland Sachsen? Ich dachte die junge Generation währe dort so super ausgebildet- Aushilfsjobs also weil nur unzureichend qualifiziert?

    Sollen also weiterhin Firmen (und öffentliche Träger) die Jugend ausbeuten und staatliche Transfers des Arbeitgeber’s „Geit ist geil!“ Mentalität belohnen?

    Hach was ist das Leben schön,
    Wenn die Jungen hartzen gehen…

  3. Hippensenator sagt:

    Immer daran denken: „Komm’d die Mooag nich su uns, komm‘ wia zua Mooag“. Das ist nur die Quittung…

  4. Julia sagt:

    Genau…wir im Osten mögen es ja billig…Billiglohn. ..Billige Dienstleistungen. .es darf nichts kosten. Unser MP in Sachsen scheint weltfremd zu sein. Ich habe satt hier.

  5. Frank sagt:

    „… Vor allem die jungen Leute in Ostdeutschland könnten dadurch nicht mehr in Aushilfsjobs arbeiten. So werde ihnen die Zukunft genommen. …“

    Ja, so ist das … die Jugend in Ostdeutschland träumt von schlechtbezahlten Aushilfsjobs.

  6. Armin Delle sagt:

    „…Mindestlohn schadet der ostdeutschen Jugend…“

    Klar, besser man schiebt der „Ehrenwerten Familie“ der Mafia-Bankster noch ein paar Mega-Trillionen-Billionen-Milliarden Euros, Dollars, Yen oben, unten, vorne und hinten rein, schließlich dürfen sie das Geld ja schon nur selbstmachen und an Gott und die Welt zu verleihen und sich dann letztere stehlen, das reicht natürlich noch lange nicht und geht ja auch viel zu langsam!

    Leute, vor allem Politiker, die sagen, dass der Mindestlohne die Arbeitsplätze gefährdet und gleichzeitig NICHT sagen, dass sie den Banken das Geld hinten und vorne reinstopfen, und dass die Banken das Geld zaubern, dass sich die Staaten dann gegen Zinslasten in astronomischen Höhen leihen müssen, sollte man direkt in den Knast stecken und den Schlüssel wegwerfen!

    Politiker sind einfach nur noch kriminell und korrupt und strohdumm dazu, wie es scheinen will.

    http://stopesm.blogspot.com/2013/11/wucher-waffe-zur-kontrolle-und.html

  7. spatz sagt:

    Die Reichen wollen dass die Armen umsonst arbeiten.
    Ansonsten wird gedroht.
    3.- oder 4.- Euro Jobs sin keine Zukunnft.
    Da hätten die im Osten auch ihren Honnecker behalten können.
    Offenbar ist das hier inzwischen FDP Territorium.
    Sollen doch die leute die solche Aussagen machen für 3.- Euro die Stunde arbeiten.