Black Friday: In den USA kam es zu Massen-Tumulten wegen Sonderangeboten

In zahlreichen US-Supermärkten ist es zu schweren Ausschreitungen gekommen: Die Konsumenten stürzten sich unter Einsatz aller Mittel auf einige verbilligte Sonderangebote. In Virginia stach ein Mann einen anderen im Streit um einen Parkplatz nieder, in Las Vegas gab es Schüsse wegen eines neuen TV-Geräts.

Am sogenannten „Black Friday“, dem Tag nach Thanksgiving, beginnt in den USA traditionell das Weihnachtsgeschäft. Die Preise sind zum Teil massiv reduziert. Die Läden öffnen meist schon am Donnerstagabend.

Dazu kam es zu massiven Tumulten. Die Kunden wollten nicht warten, bis die Geschäfte öffnen. Sie stürmten die Läden in Massen, um an die Sonderangebote zu kommen.

Doch gute Geschäfte werden die Händler trotz der Tumulte nicht machen: Die diesjährige Shopping-Saison werde wahrscheinlich die schleppende Konjunktur widerspiegeln, sagte Wirtschaftsprofessor Can Erbil vom Boston College. Die Erwartungen seien niedrig, nachdem das Jahresendgeschäft im vergangenen Jahr schlecht gelaufen sei. Umfragen hatten bereits signalisiert, dass die Konsumenten erneut ihr Geld zusammenhalten wollen. Auf die Stimmung drückt eine Reihe von Faktoren: Steuererhöhungen, die weiter relativ hohe Arbeitslosigkeit, die vorübergehende Schließung der Verwaltung im Zuge des Haushaltsstreits sowie die Unsicherheit über die Gesundheitsreform von Präsident Barack Obama.

Dies hängt auch damit zusammen, dass die starken Rabatte für die Händler kaum noch ein Geschäft ermöglichen: „Die Umsätze mögen ok sein, aber nicht die Margen“, sagte Hedgefondsmanager David Berman von Durban Capital, der sich auf Einzelhandelsaktien spezialisiert hat. Seinen Worten zufolge wird die generelle Branchenschwäche kaschiert durch wenige Verkaufsschlager wie Smartphones. „Unseren Berechnungen zufolge stammt die Hälfte des Umsatzwachstums der börsennotierten US-Einzelhändler von Samsung, Apple und Amazon“, sagte Berman.

Der Run auf die verbilligten Geräte etwa im Bereich der Consumer Electronics zeigt, dass sich die Amerikaner größtenteils kaum noch etwas zu normalen Preisen leisten können. Sie sind auf Rabatt-Aktionen angewiesen. Etliche sehen überhaupt nur noch kriminelle Methoden, um an die begehrte Ware zu kommen. So gab es in mehreren Sportgeschäften in den vergangenen Wochen zu Flash-Mobs, bei denen Jugendliche in die Läden stürmten und in der Anonymität der Gruppe die Läden vor laufenden Überwachungskameras ausräumten.

Am Black Friday waren die Exzesse in diesem Jahr besonders massiv.

In einem Einkaufszentrum in Philadelphia zückte in eine Frau eine Elektroschock-Pistole und schoss auf eine andere Kundin, berichtet die Mail. In Virginia gab es eine Messerstecherei, als sich zwei Kunden um einen Parkplatz stritten. In Las Vegas schoss ein Dieb einem Mann ins Bein und entwendete dessen gerade gekauftes TV-Gerät.

 

Kommentare

Dieser Artikel hat 4 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Dirigix sagt:

    Das Verhalten dieser Amerikaner zeigt, auf welches niedrige geistig-moralische Niveau eine Bevölkerung absinken kann, deren Lebenssinn aus Konsumieren und Entertainment besteht. Nicht zuletzt die permanente mediale Berieselung durch Werbebotschaften mag eine große Rolle dabei spielen. Wie mag diese Masse Mensch sich im echten Krisenfall verhalten? Vermutlich werden sie über Leichen gehen.

  2. pascot sagt:

    dafür geht dieses „aussergwöhnliche volk“auf die strasse.

    sonderangebote…

    falls es jetzt noch irritationen darüber geben sollte,wie dieses volk funktioniert.
    man streiche 90 prozent der us fastfood sendungen aus deutschen verblödungssendern,man streiche hollywood amerika und die perfekt inszenierten potemkinschen dörfer.
    und werfe einen blick auf das wahre amerika,die hässliche wahrheit.

  3. Schwarzseher sagt:

    Koma Kaufen bis zum letzten Cent! „Ich bin doch nicht blöd“ klingt in diesem Zusammenhang wenig überzeugend.

  4. Stefan Wehmeier sagt:

    „In zahlreichen US-Supermärkten ist es zu schweren Ausschreitungen gekommen…“

    Solange die halbwegs zivilisierte Menschheit noch vom kollektiv Unbewussten (dem „lieben Gott“ für die Dummen) gesteuert wird und in „Anstalten zur zwangsweisen Einziehung des arbeitslosen Einkommens“ (Zinsgeld-Ökonomien) haust, ist das nicht zu vermeiden und nur ein ganz kleiner Vorgeschmack auf die Massentumulte, die mit dem evident werden der globalen Liquiditätsfalle einsetzen:

    http://www.youtube.com/watch?v=AOKU3q8BDaI

    Voraussichtlich ab Frühjahr 2014 werden überall auf der Welt immer mehr Geldersparnisse aus der langfristigen Anlage abgezogen und sowohl auf Girokonten als auch in Bargeld liquide gehalten, während ein Teil dieser internationalen Ersparnisse zum letzten „sicheren Hafen“ fließt, d. h. nach Deutschland. Die deutsche Volkswirtschaft wird sich also noch für eine gewisse Zeit über Wasser halten können, während im Rest der Welt immer mehr Massenentlassungen zu fortschreitendem Zerfall der öffentlichen Ordnung führen.

    Nicht die Vernunft, sondern Angst – in der es zumindest in Deutschland noch möglich ist, den eigenen Kopf etwas anzustrengen statt fremde Köpfe einzuschlagen – wird die Masse des deutschen Volkes zu der einen Erkenntnis bringen: Wenn auch bei uns das Geld nicht mehr umläuft, verlieren wir alles, also brauchen wir eine konstruktive Geldumlaufsicherung! Alles Weitere ergibt sich von selbst:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/11/der-wille-zur-macht.html