Amazon und Deutsche Post: Drohnen statt Briefträger

Amazon und deutsche Post wollen künftig Pakete mit Drohnen statt mit Menschen zustellen. Das sei schneller, sicherer und billiger. Auch Menschen sollen beliefert werde.

Amazon-Chef Jeff Bezos will mit einem ungewöhnlichen Transportmittel seine Kunden schneller beliefern: Künftig könnten die Pakete auch mit Drohnen verschickt werden. Die Forschungsabteilung des Online-Händlers tüftele an einem Liefersystem mit den unbemannten Fluggeräten, sagte Bezos in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview des US-Fernsehsenders CBS. Aber auch die Deutsche Post hegt solche Überlegungen: Die Paket-Tochter DHL habe mit einem Forschungsprojekt zum Einsatz eines Paketkopters begonnen, sagte eine Sprecherin.

Kleine Drohnen könnten die Ware in einem Radius von etwa 16 Kilometern binnen einer halben Stunde vor die Haustür liefern, sagte der Amazon-Chef weiter. Die Entwicklung stehe aber ganz am Anfang und der Start könne vier bis fünf Jahre dauern. Sicherheitstests und die Zulassung der US-Luftfahrtaufsicht stünden noch aus. Auf der US-Website bewirbt Amazon den geplanten Service mit den “Octocopter” genannten Maschinen aber bereits unter dem Namen “Prime Air”.

Bezos zufolge sind für diese Form der Lieferung Waren bis zu einem Gewicht von 2,3 Kilogramm geeignet, was rund 86 Prozent aller Amazon-Lieferungen ausmache. Die Fluggeräte mit ihren Elektromotoren seien umweltfreundlicher als Lastwagen, die sonst bei Amazon-Lieferungen überwiegend zum Einsatz kämen, fügte der Konzernchef hinzu. Zudem dürfte Amazon Kosten für externe Lieferdienste sparen, sollte das Projekt Realität werden. Unklar blieb zunächst, wie realistisch die Pläne wirklich sind. Denn bei der geringen Reichweite der Drohnen käme der Dienst allenfalls für einige städtische Gebiete rund um die Auslieferungszentren in Frage.

Außerdem dürfte das Projekt auf gewisse regulatorische Hindernisse treffen: Analysten sagten der FT, dass die US-Behörden Drohnen in der von Bezos gewünschten Anzahl niemals zulassen würden.

CBS wurde bei dem seit längeren geplanten Bezos-Interview nach eigener Darstellung von der Vorstellung des Drohnen-Prototyps überrascht. In einem Werbevideo präsentierte der Konzernchef dann, wie ein gelber Plastikkasten in einem Amazon-Lager über ein Fließband unter eine Drohne rollt und von dieser gegriffen wird. Das mit Elektromotoren ausgestattete Fluggerät hebt daraufhin ab, fliegt über ein freies Feld bis zu einem Wohnhaus und stellt den Kasten wenige Meter vor der Haustür ab.

Die Drohnen werden laut Bezos mit GPS-Koordinaten auf ihr Ziel programmiert und fliegen automatisch ohne weitere Überwachung. Es seien noch viele Sicherheitstests nötig, um Unfälle zu verhindern, räumte Bezos ein. Ob der Express-Lieferservice per Fluggerät auch in Deutschland an den Start gehen kann, ist zudem fraglich: Hierzulande muss laut Luftverkehrsordnung für den Start unbenannter Fluggeräte unter bestimmten Bedingungen eine Erlaubnis eingeholt werden.

Die Post-Tochter DHL arbeitet an der Entwicklung eines gelben Paketkopters mit vier Rotoren. “Wir stehen aber ganz am Anfang”, sagte eine Sprecherin. Der Konzern denke darüber nach, das Gerät möglicherweise für besonders eilige Lieferungen etwa in der Medikamentenversorgung einzusetzen. Eine weitere Möglichkeit könnte eine Zustellung per Paketkopter an geografisch schwer zugängliche Adressen sein. Konkrete Pläne, den Paketkopter im Regelbetrieb unserer Paketzustellung einzusetzen, gibt es derzeit jedoch nicht”, sagte die Sprecherin.

Kommentare

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  1. Verena Schweizer sagt:

    Ich werde es nicht hinnehmen, dass diese Blödmänner die Umwelt verpesten mit ihrem Müll, nur um noch mehr Profit aus allem herauszuschlagen Ich werde jede Drohne, welche mir in den Weg kommt, abschiessen. Man stelle sich mal diese permanente Lärm- und Umweltbelästigung solcher Drohnen vor. Das ist ja ein Albtraum.

    Was für eine Sch……….. fällt solchen stupiden Gemütern noch ein?

  2. Angie sagt:

    Noch blöder geht’s wohl nicht mehr? Dafür sollen wir dann wieder mehr an Porto bezahlen, damit diese Flugbiester uns die Briefe so einfach in den Garten werfen, denn damit vor der richtigen Haustüre (z. B. Hochhaus) zu landen dürfte sich als sehr schwierig erweisen, oder?
    Einfach deppert diese Amis, und die Deutsche Post muss es natürlich gleich nachäffen. Wie beschränkt im Kopf sind die Manager dieser Unternehmen eigentlich?

  3. Schmuzekatz sagt:

    Das ist ein Bluff dafür bekommen die gar keine Fluggenehmigung..mistige AMMIS

  4. Kreuzweis sagt:

    Liebe Leute,
    es war ein SCHERZ vom Amazon-Chef Jeff Bezos, einfach nur ein Scherz!
    Muß man sich denn – um Himmelswillen! – auch hier mit jedem Unfug befassen ???
    Bitte nicht alles glauben!