Spanien: Ansturm auf Jobs bei IKEA

Für sein neues Möbelgeschäft in der Nähe von Valencia schrieb Ikea im Internet 400 Stellen aus. Nach nur 48 Stunden hatten sich bereits 20.000 Spanier beworben. Dann brachen die Server zusammen. Der Ansturm zeigt, in welch verheerendem Zustand sich der spanische Arbeitsmarkt befindet.

Ikea will im Sommer ein Möbelhaus in der Nähe von Valencia eröffnen. Auf die dafür ausgeschriebenen 400 Stellen bewarben sich innerhalb von zwei Tagen 20.000 Spanier.

Am vergangenen Montag nahm Ikea online die ersten Bewerbungen an, berichtet NPR. Das schwedische Unternehmen war auf den folgenden Ansturm offenbar nicht vorbereitet. Der Massenandrang im Internet legte die Server in Spanien lahm. Ikea-Sprecher Rodrigo Sanchez sagte:

„Wir hatten eine Lawine von Bewerbern. Bei dieser Menge hatten unsere Server einfach nicht die Kapazitäten. Sie brachen zusammen. Nach 48 Stunden mussten wir den Bewerbungsprozess vorübergehend einstellen. Wir arbeiten an einer Lösung, um ihn so schnell wie möglich zu öffnen.“

Innerhalb von 48 Stunden hatten sich bereits 20.000 Leute beworben. Bei 400 angebotenen Jobs können maximal 2 Prozent der Bewerber eingestellt werden. Es ist dreimal so schwer einen Job bei Ikea zu bekommen, als einem Studienplatz in der Harvard-Universität.

Zudem werden noch mehr Bewerber erwartet, sobald die Serverprobleme gelöst sind. Bis zum 31. Dezember nimmt Ikea Bewerbungen von Interessenten an. Sanchez rechnet mit weiteren zehntausenden Arbeitsuchenden.

Ikea-Sprecher Sanchez ist selbst froh, bei Ikea Arbeit gefunden zu haben.

„Ikea ist ein tolles Unternehmen. In diesem Fall haben wir sofort 20.000 Leute, die bei uns arbeiten wollen. (…) Aber wir wissen, das liegt wenigstens zum Teil am Zustand der spanischen Wirtschaft.“

Nach neun Quartalen Rezession wuchs die spanische Wirtschaft im dritten Quartal um 0,1 Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt bei 26 Prozent. Die Jugendarbeitslosigkeit ist jedoch mehr als doppelt so hoch. Nur in Griechenland ist die Jugendarbeitslosigkeit noch höher. Jeder vierte arbeitssuchende junge Europäer ist ohne Job (hier).

Kommentare

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  1. Flotter Geselle sagt:

    Nicht ohne Hintergedanken wurde die Wehrpflichtarmee in eine „Reichswehr“ neu, in der nur Berufssoldaten dienen, umgewandelt.

    Falls es für die Volksverderber doch einmal eng werden sollte, Berufssoldaten (Polizei sowieso) schießen auch auf die eigene Zivilbevölkerung.

    In Österreich wollten diese Gfraster auch eine Berufsarmee – wurde gottseidank abgelehnt.

    1934 schossen die Truppen (lauter Berufssoldaten) mit Artillerie in die Gemeindebauten in Wien, deswegen wollen wir viele ausgebildete zivile Männer, die mit Maschinenwaffen, Handgranaten, Minen und mit Scharfschützengewehren umgehen können und notfalls die Bevölkerung gegen den „Staat“ verteidigen können.

  2. Falke sagt:

    “Alles rennet, rettet, flüchtet …” Das Chaos wird sich in der ganzen EU wie gewünscht ausbreiten, damit das große Ziel der Eliten, der europäische Zentralstaat mit seiner alles ordnenden Hand vollends kommen kann. Vgl.: http://fassadenkratzer.wordpress.com/2013/11/22/hintergrunde-der-europaischen-integrationsbewegung/

    Das Problem der Arbeitslosigkeit hängt natürlich nicht nur mit der geplanten Eurokrise zusammen, mit der nur in diesem Ausmaß. Es ist das mit Absicht ungelöste Problem des abhängig Beschäftigten, der seine Arbeitskraft auf dem (Sklaven-) Arbeits-Markt verkaufen muss, das weiter zunehmende Problem der Automatisierung reproduzierbarer Prozesse, die immer mehr Arbeitnehmer freisetzt, die Gewinne aber in den Händen weniger zinsbringend über den Globus vagabundieren.

  3. Stefan Wehmeier sagt:

    Ein dauernd festes Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage ist also die Voraussetzung jeder zuverlässigen, wirklichen Währung, d. h. die Preise sollen „währen“. Und die Vorbedingung für dieses dauernd feste Verhältnis besteht wiederum in dem volkswirtschaftlichen Gleichgewicht zwischen Ware und Geld, also in einem gleichgroßen und gleichstarken Angebotsdrang dieser beiden Faktoren. Wird dieses Gleichgewicht gestört, d. h. ist einer der beiden Faktoren in der Lage, sein Angebot oder die Nachfrage gegenüber dem anderen Faktor einzuschränken oder zu verweigern (z. B. das Geld die Nachfrage nach Ware), so stockt der Warenaustausch und weiterhin auch die Produktion. Je nach Dauer und Umfang solcher Stockungen wird dadurch unter Umständen die ganze Volkswirtschaft in Mitleidenschaft gezogen und stillgelegt (Krise).

    Nicht in der Stockung, in der Zurückhaltung und der Anhäufung auf einer oder der anderen Seite, liegt aber das Heil der Arbeit und der Volkswirtschaft, sondern im allseitigen Angebot und allseitiger Nachfrage – im glatten Austausch – in der Zirkulation! Es verhält sich damit, wie mit dem Kreislauf des Blutes: Die Zirkulation ist Gesundheit und Leben; – die Stockung aber Krankheit und Tod.

    Da die Waren und Leistungen sich nicht unmittelbar austauschen lassen, sondern dazu der Vermittlung des Geldes bedürfen, stehen sich auf dem „Markt“, d. h. beim Austausch (Kauf und Verkauf, Handel, Arbeitsmarkt usw.) zunächst immer Ware (Arbeit) und Geld als Angebot und Nachfrage gegenüber. Es vertritt – wie wir noch deutlich sehen werden – Ware und Arbeit notgedrungen stets in stärkerem Maße das Angebot, als es etwa das Geld resp. die Besitzer ersparter Geldüberschüsse (Banken, Börsen, Kaufleute und sonstige Kapitalisten) tun. Wir haben uns bereits an die jahrtausende alte Regel gewöhnt, dass das Angebot von Waren und Arbeitskräften stets dringender und größer ist, als das Angebot von Geld. Auch das Geld bietet sich zwar an, indem es seinerseits Nachfrage nach Waren und Arbeitskräften hält, soweit dies die persönlichen Bedürfnisse der Geldbesitzer erfordern. Aber ein volkswirtschaftliches Geldangebot, d. h. ein Geldangebot, welches nicht nur auf den unmittelbaren Bedürfnissen der Konsumenten beruht, sondern aus dem Umlauf und der Anlage ersparter Überschüsse besteht, findet überhaupt nur unter ganz bestimmten Bedingungen statt. Warum dies so ist – und welcher Art die Bedingungen sind, von deren Erfüllung das Geld seinen Umlauf und somit die volkswirtschaftliche Nachfrage nach Arbeitsprodukten und Arbeitskräften abhängig macht – soll im Folgenden klar und deutlich gezeigt werden: