Mittelstand: Frauenanteil in Führungspositionen bei 20 Prozent

In mittelständischen Betrieben gibt es den größten Anteil an Frauen in Führungspositionen. Die Quote liegt bei 20 Prozent. In DAX-Unternehmen sind es gerade mal 6 Prozent. Aber auch dieser Anteil hat sich in den vergangenen vier Jahren verdreifacht. Die Überalterung der Selbstständigen wird den Generationenwechsel im Mittelstand in den kommenden Jahren zugunsten der Frauen beschleunigen.

Die Zahl der Frauen in Führungspositionen steigt. In deutschen mittelständischen Betrieben hat bereits jedes fünfte Unternehmen eine Frau in einer leitenden Position. In Großbetrieben sind es hingegen gerade mal 6 Prozent.

In Unternehmen, die von Frauen geführt werden, haben eine „große Bedeutung“, schreibt Margarita Tchouvakhina in einer Studie der KFW-Bankengruppe:

„2012 gab es in diesen Unternehmen über 2,3 Mio. vollzeitäquivalente Stellen und sie investierten knapp 15 Mrd. EUR in die Ausweitung, den Ersatz und die Rationalisierung ihrer Produktionskapazitäten. Frauengeführte Unternehmen im Mittelstand repräsentieren somit schon heute eine enorme Wirtschaftskraft“

Wenn es nach der KFW geht, dann sind Frauen die besseren Manager: „Eine verstärkte Besetzung der Führungspositionen durch Frauen ergibt sich aus dem ökonomischen Interesse der Unternehmen heraus.“

Die meisten Chefinnen gibt es im Gesundheits- Veterinär- und Sozialwesen. Dort beträgt ihr Anteil 38 Prozent. Im Gastgewerbe ist fast jedes dritte Unternehmen von einer Frau geführt (29%). In Erziehung und Wissenschaft ist jede vierte Frau Chefin (26%). Im Verarbeitenden Gewerbe ist der Anteil deutlich geringer (11%), in der Baubranche gibt es nur in 5 Prozent der Betriebe weibliche Chefs.

Dass Frauen in typischen Männerbranchen noch immer unterdurchschnittlich vertreten sind, liege an der unterschiedlichen Ausbildung, die sie nach wie vor geschlechtsspezifisch verfolgen, so die KFW. Allgemein vollzieht sich der Einzug der Frauen in die Führungsebenen langsam, aber stetig: „Die Zahl der Chefinnen und Geschäftsführerinnen im deutschen Mittelstand ist im vergangenen Jahrzehnt um mehr als 20 % gestiegen“.

Im Mittelstand zeichnet sich zudem ein Generationenwechsel ab. Am deutlichsten ist dieser bei den selbstständigen ausgestaltet. Im vergangenen Jahr waren 16 Prozent der Selbstständigen älter als 60 Jahre. Vor 15 Jahren betrug dieser Anteil lediglich 10 Prozent. „Die Übergabe der Unternehmen an die Töchter kann daher in Zukunft – auch aufgrund der deutlich veränderten Rolle von Frauen in der Gesellschaft und ihres gestiegenen Selbstbewusstseins – eher Normalität sein als noch vor wenigen Jahren: Vorausgesetzt, Frauen wollen an die Unternehmensspitze.“

Chefinnen brauchen zeitliche Flexibilität, Autonomie und Work-Life-Balance. Männliche Chefs wollen lieber Macht und ein hohes Einkommen haben und schöpfen daraus ihre Lebenszufriedenheit. Dieses tradierte Rollenverständnis ändert sich nur langsam.

Wenn es um den beruflichen Aufstieg geht, zeigten Frauen „weniger Ehrgeiz als Männer“, schreibt Tchouvakhina. „Die unter Frauen häufiger verbreitete negative Einstellung zu Macht ist ein weiteres Hindernis. Diese Einstellung muss sich ändern, damit mehr Frauen sich für Führungspositionen interessieren“, so die Autorin der Studie. Frauen müssten die Chancen, die sich aus dem demografischen Wandel ergeben, auch nutzen wollen, lautet der Appell.

Kommentare

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  1. Ariovist sagt:

    Ich pflichte Ihnen grundsätzlich bei, doch denke ich, daß an der absoluten Priorität der „Weitergabe des empfangenen Lebens“, bezüglich welcher die Männer, welche auch ihr Leben weitergeben wollen, auch noch gleichberechtigt mitzureden haben. Die Frage der Weitergabe des selbst empfangenen Lebens verträgt leider keinen kompromiss, denn die erst zum „Problem“ gemachte Schwangerschaft, welche untrennbar mit nachfolgender Mutterschaft in den ersten Jahren des Kindes verbunden ist, läßt sich mit der neuen Rollenverteilung absolut nicht lösen! Die Intelligenz wie auch der Charakter des Kindes werden vor allem zuerst in den ersten 6 Jahren durch die natürlich-intensive Zuwendung der e i g e n e n Mutter geprägt, welches auch die Mutter- und nicht die „Vater“ oder „Kita“- Sprache („Kreolensprache“) erlernt. Die Synapsen im Gehirn werden in diesen 6 Jahren gebildet; da können schon im MRT feststellbare rund 750.000 Synapsen nachweislich fehlen, wenn man sich um das Kind nicht bemüht! Natürlich hat der möglichst leibliche Vater dafür zu sorgen, daß das Kind darüber hinaus auch noch eine Erziehung im Sinne unserer Hochkultur erfährt, wozu auch Disziplin und gutes Benehmen gehören müssen. Die dramatischen Folgen der Rollenumkehr, welche sich längst eingestellt haben, sehen wir heute: Disziplinlosigkeit, Orientierungslosigkeit, Bildungsunfähigkeit, Unvermittelbarkeit und Jugendarbeitslosigkeit, Drogenprobleme, verbunden mit hilflosen und gestreßten Lehrpersonen, welche sich in die Frühpension verabschieden, wenn es nicht noch früher geht! So schaut´s aus!

  2. Miriam sagt:

    Die beiden Kommentare zeigen, wie stark die Diskussion über Frauenquote polarisiert. Eine Position – Frauen zurück zu ihrer Rolle „der Weitergabe des Lebens“ . Andere: totale Machtübernahme durch Frauen. Ich bin der Meinung, dass diejenige, die „das Leben geben“ – also Frauen – auch die künftigen Rahmenbedingungen des neuen Lebens maßgeblich zu gestalten haben. Das erfordert von Frauen und von Männern ein Umdenken und Verantwortungsbereitschaft. Und vor allem das sich Loslösen von Verlustängsten und Denkmustern „entweder – oder“, und Bewegung hinzu „sowohl – als -auch“.

  3. Ariovist sagt:

    „Demographiewandel als Chance“? Na ja, wenn die derzeitige durchschnittliche Fertilitätsrate in der EU nur noch 1,59 beträgt (Österreich gar 1,32), die Fertilitätsraten in Afrika von Nord nach Süd 4,59 bis 7,3 betragen, dann ist das wohl ausschließlich nur eine ganz besondere Chance für die Afrikaner, um sich bald nach Norden ausdehnen zu können, ja zu müssen, und die entstandenen Lücken zu füllen. Unsere Nachkommen werden sich hier bald mit neu entstehenden fremden und in sich abgeschotteten Kulturkreisen im eigenen Land herumschlagen müssen, welche unsere Sprache, wie überhaupt unsere ganze Kultur usurpieren werden. Die Sklavenimporte der USA haben diesen langfristig wohl kaum noch genützt, sondern nur großes beiderseitiges Leid und Rassismus erzeugt, wie man heute eingestehen muss.
    Und woher kommt der offensichtlich begrüßte „Mangel“? Von der neuen Rollenumverteilung der geschlechter in der Gesellschaft, welche der Weitergabe des Lebens diametral entgegensteht!

  4. Egona Steinhägar sagt:

    Wir Frauen sollten uns nicht weiter bevormunden lassen. Eine (temporäre) Frauenquote von 110 Prozent in den Vorständen und Aufsichtsräten aller AGs in der Bundesrepublik Deutschland Treuhandverwaltung (neu) sowie in den Parlamenten ist mehr als überfällig.

    Wir fordern: Frauenquote total!

    http://stopesm.blogspot.de/search?q=frauenquote

    Und wir sollten uns überlegen, ob nicht überall Quoten für Minderheiten aber auch für Mehrheiten (!) eingefügt werden sollten.

    Ich sach ma so, ist es noch zeitgemäß, wenn mein Gatte, der den Haushalt macht, nur eine E-Klasse fährt und der Nachbar eine S-Klasse?

    Verstehen Sie, der Punkt ist, jeder sollte eine S-Klasse und mindestens einen fetten Porsche in der Garage haben, vom Millionär bis runter zu den gerade ins gelobte Land gereisten Bulgaren oder Rumänen, die momentan noch mit 600 in einem Haus leben.

    Ja gut, jetzt werden Sie fragen, wie wollen wir Frauen das finanzieren?

    Ganz einfach, mit einem Bedingungslosen Grundeinkommen:

    http://stopesm.blogspot.de/search/label/Bedingungsloses%20Grundeinkommen

    Aber nicht mit läcerlichen 1.000 Euro im Monat für jeden Menschen in der BRiD. Da kann man nicht die Ville, die Yacht, den Fuhrpark von finanzieren. Wir fordern deshalb 100.000 Euro pro Monat, für jeden. Und wo kommen die her? Na, wo kommen sie denn jetzt her? Sehen Sie. Mit dem kleinen Unterschied, wir lassen die Kredite nicht von den Banken zaubern. Wir zaubern sie selbst.

    Wie Frauen, mit den Aufsichtsräten fing es an.

    Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.

    Wir machen das, was die Männer bisher geschafft haben, wir gehen auch den letzten Schr…