Schweiz: Zuwanderung ist stärker als erwartet

Im laufenden Jahr ist die Zuwanderung wieder gestiegen. Am 9. Februar 2014 wird über die Initiative „Gegen Einwanderung“ in der Schweiz entschieden. Die neuen Zahlen könnten den Gegnern dieser Initiative den Wind aus den Segeln nehmen. Die Schweiz ist jedoch auf qualifizierte Arbeitskräfte angewiesen.

Entgegen der Behauptung der Wirtschaftsverbände hat sich die Zuwanderung in die Schweiz im laufenden Jahr beschleunigt. Dem monatlichen Zuwanderungsmonitor des Bundesamts für Migration (BFM) zufolge sind fast jeden Monat mehr Menschen in die Schweiz eingewandert als in 2012.

In den ersten neun Monaten dieses Jahres sind knapp 60.000 Menschen mehr eingewandert als noch im Jahr zuvor. Das entspricht einem Zuwachs von 13,6 Prozent. Die meisten kommen aus EU-Staaten (45.778 Personen). Für das gesamte Jahr rechnet das BFM mit 80.000 Zuwanderern. Das sind rund 10 Prozent mehr als im Vorjahr (73.300).

Auf Nachfrage der Schweiz am Sonntag veröffentlichte das BFM die Nationalitäten der Einwanderer in die Schweiz: „Die grösste Gruppe sind die Portugiesen, gefolgt von den Deutschen“. In den vergangenen drei Jahren erhielten aber auch 731 Personen aus den neuen EU-Staaten Rumänien und Bulgarien Einreisebewilligungen, obwohl die volle Personenfreizügigkeit in diesen Ländern noch nicht gilt.

Am neunten Februar 2014 wird die Volksabstimmung „Gegen Masseneinwanderung“ abgehalten. Dann können die Schweizer bestimmen, ob die Zuwanderung in Zukunft begrenzt wird. Wird die Initiative angenommen, werden jährliche Höchstzahlen bestimmt, die nicht überschritten werden dürfen.

Vor der Abstimmung werden neue Einwanderungszahlen veröffentlicht. Werden diese wieder ansteigen, kann das den Befürwortern der Initiative mehr Zustimmung verschaffen.

Der Bundesrat selbst empfiehlt die Ablehnung der Initiative. Die gegenwärtige Zuwanderungspolitik der Schweiz, die auf dem freien Personenverkehr und einem beschränkten Zugang aus Drittstaaten basiert, habe sich „bewährt“, heißt es in einer Mitteilung der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Sie trage „in hohem Masse zum Wohlstand der Schweiz bei“, denn die Schweizer Industrie, das Bau- und das Gesundheitswesen, Lehre und Forschung, die Gastronomie oder die Landwirtschaft „sind auf die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus dem Ausland angewiesen“.

Die Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände sehen das ähnlich. „Es gibt keine Masseneinwanderung“, sagte Valentin Vogt, Präsident des Arbeitgeberverbands. Der Wanderungssaldo habe 2012 „nur noch 45.200“ Personen betragen, sagte Economiesuisse-Präsident Heinz Karrer vergangene Woche in der „Schweiz am Sonntag“.

Der Wirtschaftsverband operiere „bewusst mit niedrigeren Zahlen“, so das Magazin. Economiesuisse lehnt die Initiative in einem Dossier ab, denn sie „zerstört den bilateralen Weg“, auf den die Schweiz angewiesen sei. 2002 traten die Bilateralen Verträge I in Kraft und damit auch die Personenfrei­zügigkeit. Dieses Abkommen habe die Einwanderung in die Schweiz qualitativ po­sitiv beeinflusst:

„Die neuen Zuwanderer kommen mehrheitlich aus Westeuropa, und von diesen bringen 86 Prozent mindestens eine abgeschlossene Berufsaus-bildung oder Matura mit, 53 Prozent sogar einen Hochschulabschluss. Sie ste­hen den Schweizerinnen und Schweizern auch kulturell näher als frühere Migrantinnen und Migranten: Weil sehr viele bereits eine der Schweizer Lan­dessprachen beherrschen, fällt ihnen und ihren Familien die Integration deut­lich leichter.“

Wenn man in den Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) nachschaut, dann stellt man fest, dass die Einwanderung niedriger ausfällt, als beim Bundesamt für Migration (BFM). Personen, die nicht zur ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz zählen, weil sie eine Aufenthaltsdauer von 12 Monaten nicht überschreiten, werden außen vor gelassen. Asylbewerbe und Personen, deren Aufenthaltsstatus unklar ist, fallen raus.

Unabhängig davon, welche Zahlen man in Betracht zieht, kann man die Einwanderung in die Schweiz relativieren: „Der Platz ist kein Problem. In New York leben ziemlich genau gleich viele Menschen wie in der Schweiz auf nicht einmal einem Viertel unserer Siedlungsfläche“, sagte Arbeitsmarktchef Boris Zürcher. Auch von einem Lohndruck sei nichts zu spüren: „Die Löhne am unteren Rand sind fast genauso schnell gewachsen wie im oberen Segment.“

Befürworter der Initiative befürchten, dass durch unkontrollierte Zuwanderung in die Sozialsysteme der Schweiz belastet werden. Die Regierung versicherte indes, arbeitslose EU-Bürger dürften nicht einreisen. Nur, wer einen gültigen Arbeitsvertrag vorweise, dem werde die Einreise erlaubt. Allerdings haben sich 2012 über 4.000 Stellensuchende mit einer befristeten Bewilligung in der Schweiz aufgehalten.

Kommentare

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  1. Meinrad Lacher sagt:

    Die Gegner der Initiative versuchen mit allen Mitteln, die Bürger mit falschen Zahlen und Behauptungen in die Irre zu führen. Und dass die Vertreter des BR und der Politik schlicht und einfach lügen, macht die Sache auch nicht besser. Einige Beispiele gefällig: Das Bruttosozialprodukt pro Kopf hat sich seit der Einführung der PFZ nicht erhöht. Von wegen, einreisen dürfe nur, wer einen Arbeitsvertrag hat: im 2010 kamen
    2876, im 2011 3143, im 2012 4080 und bis August 213 3238 Leute ohne Arbeitsvertrag in die Schweiz und suchten eine Stelle. Wobei einige 1000 bereits bei der Sozialfürsorge landeten. Es wird auch behauptet, die Schweizerbürger bräuchten mehr m2 Wohnfläche, daher die Wohnungsnot. Gemäss Bundesstatistik ist die m2-Zahl seit 10 Jahren die gleiche. Dass vielen ältern Arbeitnehmern gekündigt wird, um billigere Ausländer anzustellen, ist auch eine Tatsache, die die Wirtschaft natürlich leugnet.
    (Ausnahme Sulzer AG). Usw. Usf…

  2. saratoga777 sagt:

    Es gibt bei uns in der Schweiz ein hervorragendes Bildungssystem, das den Bedarf der Industrie voll und ganz zufrieden stellen kann. Die Absicht der luziferischen Elite hinter dieser Ausländerschwemme besteht letztlich in der Zerstörung der kulturellen Identität der Schweiz, und sämtlicher anderer Staaten, um deren Integration in eine totalitäre Weltregierung unter einer Welteinheits-Kultur zu erleichtern, besiedelt vom post-sowjetischen geistig programmierten Einheitsmenschen.

    Aus der Sicht der Industrie geht es auch darum ein massives Überangebot an Arbeitskräften zu schaffen, um auf diese Weise Dumpinglöhne zu forcieren. Auch hier gilt bekanntlich das Prinzip von Angebot und Nachfrage – es ist eine Strategie die Macht der Gewerkschaften zu neutralisieren.

    Laut neuester Studie des IWF ist die Schweiz das wettbewerbsfähigste Land der Welt – und das bei gleichzeitig weltweit höchstem Lohnniveau – dies können die globalen Eliten unserem Land niemals verzeihen, wollen sie doch den Eindruck erwecken, direkte Demokratie und ein wohlhabender Mittelstand schadeten der Wirtschaft, was durch unser Land ganz eindeutig widerlegt wird.

    Es gibt hier ganz unterschiedliche Interessensebenen, und auf jeder Ebene gibt es wieder andere Motive hinter dieser völlig verrückten Migrationspolitik. Man bedenke, dass die Schweiz in ganz Europa den relativ höchsten Ausländeranteil hat, und das bei gleichzeitig in den internationalen Medien erfolgenden Hetzkampagnen gegen unser Land mit der Behauptung, wir seien Rassisten. Auch hier kann man es uns einfach nicht verzeihen, dass wir uns nach wie vor der totalen Integration in die EU, dem „Anschluss an’s Reich“ entziehen wollen. Unser Land war mit 6 Millionen Einwohnern bereits stark übervölkert, jetzt sind wir bei 8 Millionen angelangt, und ein allgemeiner Verkehrskollaps steht vermutlich bald bevor.

    Man sollte bedenken, dass der Anteil an Sozialhilfebezügern unter Migranten, vor allem bei der südländischen Sorte, hier extrem hoch ist. Die Industrie scheint sich jedoch zu weigern, diesen Menschen-Pool zu Experten auszubilden – man zieht es vor anderen Staaten in grossem Stil deren Fachkräfte zu entziehen, und somit deren wirtschaftliche Entwicklung zu schädigen.

    Ausserdem sollte man bedenken, dass in Schweizer Gefängnissen über 80 Prozent (SIC!) der Insassen Ausländer sind, und mit Ausländer meinen wir hier sicher nicht Deutsche, Holländer oder Schweden. Man könnte sagen, die Südländer wandern direkt in unsere Gefängnisse ein, was den Steuerzahler jährlich hunderte an Milliarden Franken kostet, und auch deren Insassen nicht unbedingt glücklich macht.

    Was steckt dahinter, was beabsichtigt die luziferische Elite damit, welche finsteren Pläne will sie mit einer solchen höchst irrationalen Politik verwirklichen? Geht es hier darum den Islam als Geheimwaffe gegen unsere christliche Identität zu missbrauchen, oder geht es darum innere Unruhen zu provozieren, um so einen Vorwand zu haben, das Kriegsrecht zu verhängen und bürgerliche Grundrechte zu beseitigen, oder geht es darum das geistige Niveau abzusenken, um auf diese Weise die Bevölkerung leichter manipulieren zu können?

    Verfassungsfeindliche Vorstösse der eidgenössischen Verwaltung stossen bei unseren Migranten ja immer auf erstaunlich wenig Gegenwehr, und an unseren bürgerlichen Grundrechten scheinen sie keinerlei Interesse zu haben. Eine geistig abgestumpfte proletarische Masse lässt eben viel leichter lenken, als ein gebildetes Bürgertum. Man scheint ausgerechnet die Leute unser Land holen zu wollen, die einen möglichst niedrigen Intelligenzquotienten aufweisen und möglichst bildungsresistent sind – genau wie in Deutschland auch.

    Die Tatsache, dass solche höchst merkwürdigen und irrationalen Strategien in der Ausländerpolitik in sämtlichen westlichen Staaten parallel erfolgen, sollte jedoch keinerlei Hinweis darauf sein, es könne sich hier etwa um eine Verschwörung handeln, denn diese gebe es laut Mainstream-Presse ja ganz sicher nicht, es habe sich eben alles so ganz einfach von alleine ergeben, wegen der Komplexität, der Globalisierung und so.

  3. Fritz sagt:

    „Die Schweiz ist auf qualifizierte Arbeitskräfte angewiesen“!

    Dieser Satz stimmt und gilt nicht nur für die Schweiz. Leider ist es in Wirklichkeit nicht so, denn es kommen überwiegend nicht ausgebildete, bildungsferne und für Arbeit nicht vermittelbare Armutsflüchtlinge nach Europa. Die kosten dann sehr viel Geld, für welches der Steuerzahler aufkommen muss. Allerdings sind sie unseren Gutmenschen willkommen und sichern deren Betätigungsfelder und ihr Auskommen.

  4. spatz sagt:

    Zürcher als Interessenvertretung der Gier-Fraktion möchte natürlich harte Konkurrenz
    und Niedriglöhne für noch mehr gebunkerten Millionen für seine fettgefressene
    Gier Klientel.
    Ich frage mich warum er die Situation der Schweiz anstatt mit New York nicht mit
    Bangla Desh verglichen hat.
    Da wollöen die farblosen gierigen menschenverachtenden Ökonomen doch hin.
    Bittere Armut fürs Volk und Paläste für die Reichenschicht.
    Da wirds einem Zürcher und seinen Bonzenspezis doch ganz wearm ims Herz.
    Das gleiche haben wir ja in Deutschland mit betonvisage Kramer.
    Mir wird zum Erbrechen schlecht wenn ich diese Typen nur sehe.

  5. Tommy Rasmussen sagt:

    „Nur, wer einen gültigen Arbeitsvertrag vorweise, dem werde die Einreise erlaubt“:

    12.12.2013 – Der freigelassene Psychiatrie-Insasse Gustl Mollath soll erneut psychiatrisch begutachtet werden – Sollte Mollath das ablehnen, werde der Gutachter nach Aktenlage entscheiden müssen. Mehrere Gutachter hatten ihm früher „Wahnvorstellungen“ attestiert und ihn als allgemeingefährlich eingestuft und deshalb seine Einweisung in die Gerichtspsychiatrie empfohlen. Das Landgericht Regensburg hat die Untersuchung angeordnet.
    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/gerichtsverfahren-mollath-soll-psychiatrisch-begutachtet-werden/9211860.html