BDI: Mittelstand konzentriert sich auf den chinesischen Markt

Nur knapp die Hälfte aller Mittelständler glaubt, dass das kommende Jahr eine gute oder sehr gute Geschäftslage bringen wird. Die Koalition tut nicht genug, um Wachstum zu schaffen. Unternehmen konzentrieren sich daher auf die guten Absatzchancen in China.

Fast die Hälfte der Mittelständler in der deutschen Industrie setzt im nächsten halben Jahr auf eine gute oder sehr gute Geschäftslage, wie am Donnerstag aus dem Mittelstandsbarometer des Industrieverbands BDI hervorgeht. Rund 37 Prozent rechneten mit einer befriedigenden Situation. Als größtes Risiko für die Konjunktur sehen die Betriebe wie zuletzt die Schuldenkrise in Europa.

Für Skepsis sorge auch der Koalitionsvertrag von Union und SPD, sagte BDI-Präsidiumsmitglied und Mittelstandsexperte Arndt Kirchhoff. „Die künftige Koalition vertut die Chance, für Deutschlands Zukunft vorzusorgen.“ Sie stelle die Weichen nicht für mehr Wachstum und Beschäftigung. „Stattdessen plant sie neue Stresstests für die Unternehmen.“

Die Umfrage unter rund 860 Firmen signalisiert, dass der Mittelstand Wachstum verstärkt außerhalb Europas sucht. Vor allem das China-Geschäft biete noch ungenutzte Potenziale, sagte Chefvolkswirt Kurt Demmer von der Mittelstandsbank IKB. „Das zeigt sich nicht nur an den stark wachsenden Exporten, sondern auch daran, dass in den letzten zehn Jahren deutsche Firmen in China mehr Unternehmenseinheiten als in den USA aufgebaut haben.“

Jeder dritte Mittelständler sieht Fachkräftemangel als Konjunkturrisiko und jeder vierte Befragte bezeichnet das Angebot an qualifizierten Fachkräften in Deutschland als schlecht oder sehr schlecht. Immer mehr Unternehmen suchten vergeblich nach geeignetem Personal und müssten deshalb Aufträge ablehnen, sagte Peter Englisch von der Unternehmensberatung Ernst & Young. „Die Folge sind Einnahmeausfälle beziehungsweise nicht realisierte Umsätze in Höhe von rund 33 Milliarden Euro im Jahr.“

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  1. Stefan Wehmeier sagt:

    „Die Koalition tut nicht genug, um Wachstum zu schaffen.“

    Quantitatives Wirtschaftswachstum ist nur in einer Zinsgeld-Ökonomie (zivilisatorisches Mittelalter) erforderlich; nicht aber, um den allgemeinen Wohlstand zu erhöhen, sondern lediglich, um leistungslose Kapitaleinkommen zu bedienen und die Armen nicht noch ärmer zu machen:

    http://www.deweles.de/files/mathematik.pdf

    Die vom kollektiv Unbewussten gewählten „Spitzenpolitiker“ können gar nichts mehr tun, denn es fehlt ihnen jegliche Kompetenz, eine freiwirtschaftliche Geld- und Bodenreform durchzuführen, ohne dabei eine Katastrophe in der Katastrophe auszulösen. Wer sich nicht rechtzeitig in den eigentlichen Beginn der menschlichen Zivilisation hineindenken kann, hat nichts mehr zu entscheiden:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/11/der-wille-zur-macht.html