Goldman-Sachs-Banker Dibelius droht Ärger aus Immobilien-Kauf

Alexander Dibelius, Goldman Sachs-Chef von Deutschland, hat eine Londoner Luxus-Immobilie über eine Briefkastenfirma auf den Britischen Jungferninseln gekauft - "steuerlich optimal", wie seine Anwälte einräumen. Dibelius ist ein enger Vertrauter von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die Kanzlerin hört auf seinen Rat in wichtigen Finanzfragen.

Dem Deutschland-Chef der US-Investmentbank Goldman Sachs droht Ärger mit dem Finanzamt. Alexander Dibelius hat den Kauf einer millionenschweren Immobilie im Londoner Stadtteil Belgravia über zwei Briefkastenfirmen auf den Britischen Jungferninseln abgewickelt. Dies bestätigte der Banker der Bild-Zeitung. Nach Darstellung seiner Anwältin sollte damit der “Erwerb der Privatimmobilie in der Londoner Innenstadt steuerrechtlich optimal” gestaltet werden.

Dibelius hätte aber seine Beteiligung an den Gesellschaften in dem karibischen Steuerparadies bei den deutschen Behörden melden müssen. Das habe er nicht getan, berichtete die Zeitung unter Berufung auf ihr vorliegende Dokumente. Die unterlassene Meldung gilt im deutschen Steuerrecht als Ordnungswidrigkeit, Steuern müsste Dibelius aber erst zahlen, wenn er die Immobilie wieder verkauft – und zwar in Großbritannien. Das Objekt in dem Nobelviertel sei seit dem Kauf 2008 und nach einem umfassenden Umbau inzwischen 17 Millionen Euro wert, viermal so viel wie beim Kauf, hieß es in dem Bericht.

Der Zeitung gegenüber betonte der Banker, dass er seinen steuerlichen Verpflichtungen in Deutschland “vollumfänglich” nachkomme. Er “führe private Transaktionen selbstverständlich aus versteuertem Einkommen oder Krediten durch”. Dem Bericht zufolge hat Dibelius durch den Einsatz der Briefkastenfirmen 1,4 Millionen Euro Steuern gespart. “Ich habe nicht versucht, etwas zu verschleiern”, erklärte er.

Dibelius, der zu den bekanntesten Investmentbankern in Deutschland gehört, lebt in Scheidung von seiner Ehefrau. Das Paar war immer wieder Thema der Klatschspalten gewesen. Goldman Sachs wollte sich am Sonntag nicht zu der Angelegenheit äußern.

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