Bundeswehr fehlt Material im Wert von 92 Millionen Euro

Die Bundeswehr verleiht Material im großen Stil. Doch wo genau sich die einzelnen Stücke befinden, weiß das Militär nicht. Insgesamt wird Material im Wert von 92 Millionen Euro vermisst. Der Bundesrechnungshof kritisiert die Bundeswehr deswegen seit zwanzig Jahren. Geändert hat sich bis heute nichts.

Die Bundeswehr verleiht ihr Material an wissenschaftliche Einrichtungen und zivile Rüstungsunternehmen zu Forschungs- und Entwicklungszwecken. Doch wo genau das Material sich befindet, ist nicht bekannt. Mehr als jeder zweite Rückgabetermin ist um Jahre überschritten.

Seit 1993 bemängelt der Bundesrechnungshof, die fehlende Übersicht der Bundeswehr. Im aktuellen Jahresbericht wird erneut kritisiert, dass sich hierzu nichts geändert habe. So gibt es nicht einmal ein einheitliches IT-Verfahren, um die Ausleihe zu verwalten. Außerdem sei viel zu wenig Personal mit der Verwaltung der Leihgaben betraut.

Bei der Prüfung durch den Bundesrechnungshof waren zuerst sogar Material-Außenstände von 425 Millionen Euro befürchtet worden. Erst mit Hilfe der externen Prüfer konnte die Buchungsdifferenz aufgeklärt werden. Wehrmaterial im Wert von 92 Millionen Euro bleibt aber weiterhin verschollen.

Ein weiterer Vorfall wird durch den Bundesrechnungshof scharf kritisiert. Das Bundesverteidigungsministerium hat einer Bekleidungsfirma für Uniformen fünf Millionen Euro für ein IT-Projekt gezahlt.

Das Geld war bereits in Form einer jährlichen Pauschale an das Bekleidungsunternehmen überwiesen worden. Allerdings wurde die Pauschale nicht ganz ausgeschöpft, übrig blieben fünf Millionen Euro. Das Bundesverteidigungsministerium überließ dem privaten Uniformaustatter das Geld für besagtes IT-Projekt. Dafür gab es aber keinerlei rechtliche Grundlage, so der Bundesrechnungshof.

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  1. Panzerfreund sagt:

    Die Überschrift IST REIßERISCH und nicht korrekt! Die Bundeswehr vermisst keine Panzer. Das ließt sich halt besser, gell?! Das Durcheinander bei der BW wundert niemanden, der mit denen zu tun hat. Zu viele Beamte und Kompetenzgerangle!