Karlsruhe bestätigt Braunkohletagebau Garzweiler

Die Umweltschutzorganisation BUND und ein Anwohner konnten beim Bundesverfassungsgericht nicht erreichen, dass der Braunkohletagebau Garzweiler II gestoppt wird. Zwar sind Eigentumsrechte verletzt worden, so das Gericht. Doch die Enteignung kann nun nicht mehr rückgängig gemacht werden, da das Grundstück abgebaggert worden ist.

Der Energiekonzern RWE kann den umstrittenen Braunkohletagebau Garzweiler II nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts fortsetzen. Die Umweltschutzorganisation BUND und ein Anwohner scheiterten am Dienstag vor dem höchsten deutschen Gericht mit ihrem Versuch, Garzweiler zu stoppen.

Das Gericht stärkte allerdings den Rechtsschutz derjenigen, die von einer Enteignung oder Umsiedlung betroffen sind. Sie müssten ihre Klagerechte schon in einem frühen Stadium geltend machen können.

An dem Rahmenbetriebsplan für den Tagebau Garzweiler hatte das Gericht aber nichts zu beanstanden. Für RWE gehört die Braunkohle zu den wichtigsten Energieträgern. Der Versorger beschäftigt im Rheinischen Revier rund 10.000 Mitarbeiter.

Dass eine dem BUND gehörende Obstwiese dem Kohleabbau weichen musste, habe das Eigentumsgrundrecht des Naturschutzverbandes verletzt, entschied der Erste Senat. Die Enteignung könne allerdings nicht rückgängig gemacht werden, da das knapp ein Hektar große Grundstück bereits für den Braunkohleabbau abgebaggert wurde.

Die Verfassungsbeschwerde eines Anwohners aus Erkelenz-Immerath, dessen Haus dem Tagebau weichen soll, hatte keinen Erfolg. Die Zulassung des langfristig angelegten Rahmenbetriebsplans für Garzweiler sei verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden gewesen, hieß es.

Laut Urteil müssen jedoch bereits bei der Zulassung eines Braukohletagebaus alle öffentlichen und privaten Belange abgewogen werden. „Rechtsschutzmöglichkeiten müssen so rechtzeitig ergriffen werden können, dass eine ergebnisoffene Prüfung noch realistisch ist“, sagte Gerichtsvizepräsident Ferdinand Kirchhof. Das geltende Bundesberggesetz müsse entsprechend nachgebessert werden, so das Gericht.

RWE befeuert mit der Braunkohle diverse Kraftwerke in der Region, darunter den milliardenschweren Neubau der Anlage in Neurath. Die Braunkohleverstromung ist RWE-Angaben zufolge mit einer installierten Leistung von rund 10.000 Megawatt eine tragende Säule im RWE-Kraftwerksportfolio. Der Konzern erzeugt 40 Prozent seines Stroms aus der Braunkohle.

Kommentare

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  1. biersauer sagt:

    Diese ungeheuerliche Verschwendung an Ressourcen und die damit einhergehende
    Umweltbelastung, sind durch diese Stromerzeugung nicht zu rechtfertigen, wo die Sonnenstrahlung ungenutzt bleibt,

  2. Loewe sagt:

    Jeder muß seinen Beitrag zur Energiesicherheit leisten. Der Einwohner von Erkelenz-Immerath verliert sein Grundstück für eine sichere Energieversorgung, Hunderttausende Vögel ihr Leben für Zappelstrom….
    Mein Mitleid für den Anwohner hält sich in Grenzen, er hat ein Ersatz erhalten. Wie ersetzt man Vogelleben und Waldsterben für sinnlose Vogelschredder, deren Nennleistung bei ca 10% der installierten Leistung liegt (wenn der Wind weht).