Wirtschafts-Institut erwartet steigende Inflation in Deutschland

Das Kieler Institut für die Wirtschaft erwartet eine Inflation von 2,5 Prozent bis 2015. Nachdem die Fed - und damit auch wohl die EZB - die Zinsen bis zu diesem Zeitpunkt bei Null oder nur wenig darüber halten werden, bedeutet dies für die Sparer deutliche Vermögensverluste im kommenden Jahr.

Das Kieler IfW-Institut sagt der deutschen Wirtschaft einen kräftigen Aufschwung mit deutlich steigenden Preisen voraus. Im Jahr 2015 dürfte die Inflationsrate auf 2,5 Prozent kletterten und damit auf den höchsten Stand seit Beginn der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009, teilten die Forscher am Donnerstag mit. „Gegen Ende 2014 wird die deutsche Wirtschaft voraussichtlich die Schwelle zur Hochkonjunktur überschreiten.” Das Wachstum werde sich von 1,7 Prozent im nächsten Jahr auf 2,5 Prozent 2015 beschleunigen. Auf mittlere Sicht sei es wahrscheinlich, dass die Konjunktur wegen der niedrigen Zinsen „sogar überhitzt”. Dann dürften die Inflationsrisiken zunehmen, zudem drohten „ausgeprägte Preissteigerungen am Immobilienmarkt”.

Als überhitzt gilt Experten zufolge eine Volkswirtschaft, die unter Volldampf läuft – mit steigenden Preisen, Löhnen und Zinsen. Die Märkte sind dann meist übersättigt und die Konjunktur kippt in Richtung Abschwung, wenn Firmen in Erwartung zu hoher Nachfrage zu viel produzieren und Probleme bekommen. „Das sind aber schlechte Nachrichten für Deutschland, weil dann auf einen Boom unweigerlich eine Rezession folgt”, sagte IfW-Experte Stefan Kooths der Nachrichtenagentur Reuters. Damit hätte die Wirtschaftspolitik ihr Ziel verfehlt.

Der Koalition von Union und SPD stellen die Kieler ein bescheidenes Zeugnis aus. Die Pläne der neuen Bundesregierung „tragen nicht zur Stärkung, sondern eher zur Schwächung der Wachstumskräfte bei“. Der gesetzliche, flächendeckende Mindestlohn etwa, der 2015 mit Ausnahmen eingeführt werden soll, dürfte dafür sorgen, dass mittelfristig 100.000 bis 500.000 Jobs weniger geschaffen werden oder verloren gehen.

Der Chef der US-Notenbank, Ben Bernanke, hat mitgeteilt, dass die Fed den Leitzins von derzeit nahe null Prozent auch bei einer weiteren Besserung am Jobmarkt noch lange niedrig halten wird, selbst wenn die Arbeitslosenquote unter den angepeilten Wert von 6,5 Prozent fallen sollte. Eine Zinswende in der weltgrößten Volkswirtschaft ist damit weiterhin nicht in Sicht.

Damit müssen Sparer und Anleger im kommenden Jahren weiter mit starken Verlusten rechnen.

Die Fed-Entscheidung hatte auch Auswirkungen auf den Goldpreis, der erneut absackte.

Kurz vor der Jahreswende drosselte die US-Notenbank überraschend ihre milliardenschweren Konjunkturspritzen. Die Federal Reserve (Fed) stutzt ihr Ankaufprogramm für Staatsanleihen und Immobilienpapiere um zehn Milliarden auf 75 Milliarden Dollar zusammen, wie sie am Mittwoch in Washington mitteilte.

Die US-Börsen haben zunächst mit deutlichen Kursgewinnen auf die Entscheidung der US-Notenbank (Fed) reagiert, ihre Konjunkturhilfen zu drosseln. Der Dow Jones mit den 30 Standardwerten drehte am Mittwoch ins Plus und notierte ein Prozent höher mit 16.033 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 stieg 0,7 Prozent auf 1793 Stellen. Der technologielastige Nasdaq-Index gewann 0,2 Prozent auf 4031 Zähler. Börsianer werteten dies als positives Signal für die Konjunkturentwicklung.

Die Fed will damit den Eindruck erwecken, nach wie vor die Herrin des Geschehens zu sein. Vor allem will die Fed jedoch den Eindruck vermeiden, dass Amerika nur noch Bonds an sich selbst verkaufen kann.

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