EuGH erleichtert Ausstieg aus der Lebensversicherung

Ein Urteil des EuGH gibt Millionen Versicherten die Möglichkeit, ihre Lebensversicherung zu kündigen. Das Gericht kippte eine Regelung, wonach das Rücktrittsrecht ein Jahr nach Zahlung der ersten Prämie erlischt. Darüber hätten die Versicherer ihre Kunden genau belehren müssen.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschied am Donnerstag, dass Lebensversicherte auch ein Jahr nach Zahlung der ersten Prämie ein Rücktrittsrecht behalten. Viele Millionen Versicherte könnten nun von ihren Lebensversicherungen zurücktreten.

Die Versicherer können die Kündigung nur dann verweigern, wenn sie ihre Kunden ausdrücklich darüber belehrt haben, dass das Kündigungsrecht ein Jahr nach der ersten Prämienzahlung erlischt, zitiert die LT das Gericht.

Ein Kunde der Allianz AG hatte gegen die frühere deutsche Regelung geklagt. Danach muss der Versicherungsnehmer nicht darüber belehrt werden, dass sein Rücktrittsrecht erlischt. Der Bundesgerichtshof (BGH) wollte vom EuGH wissen, ob die deutsche Regelung mit europäischem Recht vereinbar sei.

Der EuGH gab dem Allianz-Kunden Recht. Es müsse sichergestellt werden, dass der Versicherungsnehmer über sein Rücktrittsrecht genau belehrt wird. Andernfalls dürfe ihm die Möglichkeit zum Rücktritt nicht genommen werden.

Von dem Urteil des EuGH sind nach Schätzung der Allianz AG über 108 Millionen Verträge aus dem Zeitraum 1995 bis 2007 betroffen. Deren Gesamtprämienvolumen beträgt über 400 Milliarden Euro.

Kommentare

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  1. ratschbumm sagt:

    Die Probleme der Lebensversicherer dürften nicht die zukünftigen Aussteiger sein, sondern eher die fehlenden Einsteiger in diese Gelddruckmaschine von Allianz + Co.

  2. Aufgewachter sagt:

    Die Versicherer holen sich vermutlich die Kohle eh von der EZB wieder. Und wer bezahlt die Zeche? Schon mal in den Spiegel geschaut? Ich meine jetzt nicht das private Umerziehungsblatt westlicher Geheimdienste.

    Offenbar gibt es immer noch Leute, die sich von dem Edelmetall-Lumpenhändler ihres Vertrauens Gold andrehen lassen. Erinnert mich ein wenig an den Zeichentrickfilm “Pinocchio”, speziell die Folge in der Pinocchio auf anraten von Fuchs und Kater seine Goldmünzen nachts im Wald vergraben sollte, damit er am nächsten Tag einen Baum voller Goldtaler erwarten könne. So naiv, wie Pinocchio ist, vergräbt er die Taler auch und geht heim. Kurze Zeit später graben Fuchs und Kater die Goldtaler wieder aus … Den Fuchs gibt es übrigens heute immer noch. Der Fuchs macht Werbung für eine namenhafte „deutsche“ Bausparkasse. Und die Pinocchios sind die Deutschen. Na klasse!

    http://aufgewachter.wordpress.com/2013/12/05/witz-des-tages-6/