Briten nehmen für Autos neue Kredite auf

Die Briten leiden weiter unter Immunschwäche beim Schuldenmachen. Der neueste Hit: Ein schönes Auto auf Kredit. Die Konsumenten lassen sich mit niedrigen Zinsen dankbar in die Schuldenfalle treiben - auch wenn sich viele Käufer wegen der unsicheren Arbeitsmarktlage ein Auto gar nicht leisten können.

Mit einem Wachstum von 10,5 Prozent wirkt der britische Automobilmarkt wie der dynamischste Europas. Die Verkaufszahlen sind auf dem höchsten Stand seit 2007. Doch drei von vier Briten kaufen ihre Autos auf Kredit.

Seit 2007 wurden in Großbritannien nicht mehr so viele Autos verkauft, wie im vergangenen Jahr. Billige Kredite und ein gesteigertes Vertrauen der Verbraucher sorgt für eine 10,5-Prozent-Zunahme der Verkäufe. Die Autohäuser locken ihre Kunden allerdings mit kostenlosen Versicherungen, Rabatten und Wartung für fünf Jahre

Mit 2,26 Millionen verkauften Autos kommt der britische Markt europaweit auf Platz zwei nach dem deutschen. Die steigende Nachfrage auf dem Automobilmarkt werten die Briten als positives Zeichen und für eine wieder erstarkte Wirtschaft, so die FT. Jedes siebte verkaufte Auto wurde auch in Großbritannien produziert.

Dass die erstarkte Wirtschaft auf wackeligen Beinen steht, trübt die Feierlaune der Briten nicht. Obwohl drei von vier Autos auf Pump finanziert werden.

Die britische Regierung hingegen setzt kräftig den Rotstift an, um das Haushaltsdefizit abzubauen. Finanzminister George Osborne kündigte an, dass die Sozialausgaben von den Sparschnitten am stärksten betroffen sein wird (mehr hier).

Kommentare

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  1. biersauer sagt:

    Für den Kauf eine E-Mobiles wäre Schuldenmachen noch verständlich, aber für ein Erdölauto?

  2. spatz sagt:

    Die Leute haben recht!
    Da Ersparnisse politisch gewollt durch Niedrigzinsen und von der Politik weggelogene Inflation onehin langfristig vernichtet werden, kann man das Geld auch gleich
    für die eigenen Konsumwünsche ausgeben und von den günstigen Zinsen mitprofitieren.
    Sicherheit gibt es nie, das ist nur eine von Spiesern anerzogene Illusion.
    Zum Sklaven des Kapitals macht man sich onehin, ob man spart oder konsumiert.
    Dann lieber schöne Dinge kaufen und sich daran freuen, dann hat man wenigstens etwas davon.
    Wenn das System irgentwann in ? Jahren zusammengebrochen ist, und das wird es
    hat manb wenigstens ein paar schöne Reisen gemacht und/oder seinen Spass mit
    schönen Dingen gehabt.

  3. Fritz sagt:

    Vielleicht sind die Briten schlau und passen sich dem Schuldenmachen ihrer Politiker an. Nach dem Crash könnten sie ihre Schulden los sein.

  4. Aufgewachter sagt:

    Scheinbar wissen die Briten immer noch nicht, daß Autos nie länger, als 2.000 Betriebsstunden halten

    Wie lange hält nen Wagen? 200.000 Kilometer? Wie lang kannste damit fahren, wenn Du mit 100 km/h unterwegs bist?

    2.000 Stunden woll? Also gerade mal nen viertel Jahr. Da halten ja meine Schuhe länger, oder mein Fahrrad. Baut erstmal anständige Autos, die auch den Namen eines Automobiles würdig sind. Schrottwert ab 2.000 Stunden. Bei manchen namenhaften deutschen Automobilherstellern sogar noch eher!

    In der Luftfahrtbranche fallen die Jets ja auch nicht nach einem Viertel Jahr Dauerbetrieb vom Himmel !!!

    Für einen Kleinwagen-Preis von 10.000 Euro kann ich mir 200 paar Schuhe oder 50 Fahrräder kaufen.

    • gregg sagt:

      Es ist möglich, ein Auto zu bauen, dessen mechanische Teile niemals kaputt gehen. Es gab auch einmal ein Projekt, dies mit einem VW Passat umzusetzen. Sein Gewicht stieg von 1,4 auf 7 Tonnen.

      Abgesehen davon sind 200.000 Kilometer für ein gescheites Auto unterirdisch wenig und zeitgleich eine verdammt lange Zeit.

      Dazu kommt noch, dass Flugzeuge und Jets mit einem horrdenen Wartungsbudget am Leben gehalten werden. Immer das Ganze sehen. 😉

  5. Stefan Wehmeier sagt:

    „Dass man Schulden nur bei jemandem machen kann, der Geld übrig hat und zum Verleih bereit ist, kann als bekannt vorausgesetzt werden (nur nicht bei denen, die an eine „Geldschöpfung der Geschäftsbanken“ glauben, und nur deshalb wurde dieser Mythos in die Welt gesetzt). Weniger bekannt ist dagegen, dass dieses leihweise Aufnehmen überschüssiger Geldmittel nicht nur möglich, sondern in jeder Volkswirtschaft zwingend notwendig ist. Denn ohne deren Rückführung über Kredite würde die in den Ersparnissen angesammelte Kaufkraft in der Wirtschaft fehlen! Als Folge käme es nicht nur zu Unterbrechungen des Geldumlaufs, sondern in gleicher Höhe auch zu Nachfrageausfällen. Und das könnte letztlich sogar jene Leistung betreffen, die der Sparer selbst in den Markt eingebracht, aber nicht durch eigene Nachfrage ausgeglichen hat.

    Normalerweise werden solche Ersparnisbildungen durch die Kreditaufnahmen anderer Wirtschaftsteilnehmer wieder zu nachfragewirksamer Kaufkraft, vor allem über Investitionen der Unternehmen. Gehen jedoch die Ersparnisbildungen über deren Bedarf hinaus, dann versucht man, nicht zuletzt durch exzessive Ausweitungen der Werbung, die Privathaushalte zum Kauf auf Pump anzuregen…“

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/02/schuldenbremse-und-wachstum.html