Studie: Steigende Energiekosten bereiten Zulieferern Probleme

Die mittelständischen Automobilzulieferer in Deutschland bekommen durch die hohen Energiepreise ein Problem. Im internationalen Wettbewerb sind die steigenden Kosten ein Nachteil. Zwei Drittel aller Unternehmen sind in „ernsten Schwierigkeiten“.

Deutschlands Mittelstand hofft auf schnelle Veränderungen bei der Energiewende. Die steigenden Energiepreise bereiten zwei Dritteln der mittelständischen Automobilzulieferer „ernste Schwierigkeiten“. Weitere 30 Prozent gaben einer Umfrage des Center of Automotive Management (CAM) zufolge an, dass die Energiekosten sie finanziell zu sehr belasten.

83 Prozent sind überdies der Meinung, dass die Steuern und Abgaben in Deutschland zu hoch seien, lauten die wichtigsten Ergebnisse der Studie, die im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung erstellt wurde. Wenn die Kosten nicht gesenkt würden, verliere Deutschland im internationalen Wettbewerb an Relevanz, so ihre Argumentation. Das gelte auch für die hohen Personalkosten.

Der deutsche Mittelstand hat bereits die Konsequenzen aus den steigenden Preisen gezogen und geht effizienter mit seinen teuren Ressourcen um. Über 1,2 Millionen Betriebe in Deutschland haben bereits Maßnahmen ergriffen, um durch Energieeinsparung produktiver zu werden. Für viele gibt es aber noch Nachholbedarf im Bereich Energieeffizienz (mehr dazu – hier).

Die Energiepreis-Explosion ist aber nicht nur auf Deutschland beschränkt. Auch Unternehmen in Österreich und der Schweiz haben mit steigenden Energiekosten zu kämpfen. Durch die Dynamik am Strompreismarkt ist in Österreich die gesamte Solarstrombranche in Gefahr (hier). In der Schweiz hat die Anhebung der Heizölgebühr vor dem Jahreswechsel zu Panikkäufen geführt (hier).

Auf die Automobilindustrie am Standort Deutschland üben die steigenden Preise einen erhöhten Druck aus. Insgesamt werden die Geschäftsaussichten aber von rund 60 Prozent der befragten Zulieferer als gut bis sehr gut eingeschätzt.

Firmen, die Zweigstellen im Ausland besitzen, beurteilen die Lage noch etwas positiver. Ungeachtet der steigenden Energiepreise können deutsche Zulieferer vom stagnierenden europäischen Automobilmarkt profitieren, wenn sie einem Engagement im Ausland nachgehen, sagt Studienleiter Stefan Bratzel.

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