Britischer Student entwickelt Bau-Material aus Sand und Urin

Häuser, Brücken und Straßen werden aus aufwendig produziertem Betonmischungen hergestellt. Aber es geht auch einfacher. Ein neues Baumaterial wird zur ökologischen Alternative für Beton. Das Besondere an dem Baustoff sind die Zutaten: Ein britischer Student experimentierte mit Sand und Urin.

Die Mischung macht’s. Eine Mixtur aus Sand und Harnstoff, wie er im Urin zu finden ist, könnte zu einem umweltfreundlichen Ersatz von Beton werden. Das ergibt eine neue Arbeit an der britischen Universität Edinburgh. Für seine Abschlussarbeit stellte Peter Trimble eine kleine Fertigungsanlage her, mit der er einen Hocker aus dem neuen Material fertigte. Das Produkt konnte immerhin sein Gewicht von 100 Kilogramm tragen.

Das Material, wenn es weiter entwickelt wird und Marktreife erreicht, hat das Potenzial, CO2-Emissionen einzusparen, die für die Instandhaltung von Straßen, Brücken und Wohnraum verwendet wird.

Bisherige Herstellungsverfahren für Beton gelten als sehr energieintensiv. Designer und Wissenschaftler experimentieren daher mit neuen Materialien, die eine ähnliche Struktur aufweisen und gleichzeitig ökologischer sind. Trimble wollte mit seiner Arbeit herausfinden, ob es möglich ist, Baumaterial herzustellen, ohne dafür intensive Hitze zu verwenden. Als Produktdesigner ohne entsprechenden Wissenschaftshintergrund musste er sich dafür erst einmal stark in die Materie einarbeiten.

„Es gab eine massive Lernkurve“, sagte er dem Magazin Wired. Er begann damit, wissenschaftliche Arbeiten zu lesen, konsultierte Ingenieure und experimentierte mit Rezepten im Labor, wo er mit Messbecher und wissenschaftlicher Ausrüstung hantierte. „Das war alles schön und gut, aber für ein Designprodukt musste ich dafür sorgen, dass es so aussah wie etwas, das tatsächlich realisiert werden konnte.“ Das führte letzten Endes dazu, dass er ein Gerät entwickelte, dass etwas wie eine Bierbrauermaschine für Zuhause aussah.

Diese Maschine besteht aus einem Stahlcontainer, einem Küchenmixer und einer Pumpe, die er sich von einer Kaffemaschine besorgt hatte. Zunächst schüttete Trimble Sand in die Gussform für den Stuhl. Dann fügte er eine Bakterienlösung hinzu. Diese Mischung ließ er über Nacht stehen, bis die Flüssigkeit tief zwischen die Sandpartikel eingedrungen war. Am nächsten Tag fügte Trimble den Harnstoff und eine Kalziumchlorid-Lösung hinzu. Dadurch kommt es zu einer Verbindung, die Zement ähnlich ist und etwa zwei Drittel seiner Festigkeit erreicht.

Trimble weist darauf hin, dass eine Weiterentwicklung des Materials nötig ist, um mehr Härte und Schutz gegen Erosion zu ermöglichen. Seine Idee ist auch nicht völlig neu. Ein Team von Forschern an der amerikanischen Stanford-Universität hat bereits untersucht, ob dasselbe Material dazu benutzt werden kann, um damit Bauten auf dem Mars zu errichten. Und auch wenn es naheliegend ist, benutzte Trimble keinen normalen Urin für sein Projekt. „Technisch wäre es möglich, aber man bräuchte 100 Liter, und das wäre ein bisschen viel“, so Trimble.

Urin stellt sich als nützlicher heraus, als bislang gedacht. Bereits vor einem halben Jahr wurde bekannt, dass Forscher Urin zum Aufladen von Handys verwendbar machen können (mehr hier).

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  1. Turther( Mr Nobody) sagt:

    Genial ! Ich geb die Hoffnung nicht auf, auch die junge Generation wird eine Lösung finden, für alle derzeitige Probleme auf diesem Planeten. Nur muss man uns endlich die Chance geben.

    Synthetische Rohstoffe ist die Zukunft.

    Wir müssen unsere Natur schonen, lang genung hat man ihren kranken Zustand ignoriert.

    Die einzigen die mir wieder sorgen machen, sind nur die machthungrigen Regierungen, die solche Erfindungen, wieder für sich beanspruchen könnten und sie nicht allg dienlich für die Gesamtgesellschaft bereit stellen wird. Wie so oft…