Hohe Nachfrage lässt Lebensmittel-Preise steigen

Lebensmittel verteuerten sich 2013 um 4,4 Prozent – so stark wie seit fünf Jahren nicht mehr. Für Kartoffeln zahlten die Deutschen 29 Prozent mehr als im Vorjahr. Die große weltweite Nachfrage wird die Lebensmittelpreise auch in den kommenden Jahren massiv in die Höhe treiben.

Lebensmittel in Deutschland haben sich 2013 so stark verteuert wie seit fünf Jahren nicht mehr. Die Preise zogen um 4,4 Prozent an, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte.

Nahrungsmittel verteuerten sich damit fast dreimal so stark wie die Lebenshaltungskosten. Die Inflationsrate fiel mit 1,5 Prozent so niedrig aus wie seit 2010 nicht mehr, weil Tanken und Heizen deutlich günstiger wurden. Die EZB spricht bei Werten von knapp unter 2 Prozent von stabilen Preisen.

„Nahrungsmittel wirkten lange Zeit als Inflationsbremse – die Zeiten sind erst einmal vorbei“, sagte der Sprecher des Deutschen Bauernverbandes, Michael Lohse. „Weltweit zieht die Konjunktur an, und in Ländern wie Russland und China wächst die Mittelschicht, die sich an westlichen Ernährungsgewohnheiten orientiert. Dadurch steigt zum Beispiel die Nachfrage nach Milch, Käse und Fleisch.“

Der Einzelhandelsverband HDE sieht das genauso. „Eine höhere Nachfrage auf den Weltmärkten treibt die Preise“, sagte Sprecher Kai Falk. „Da dieser Trend unumkehrbar ist, ist mit einer Entspannung an der Preisfront nicht zu rechnen.“ Auch die Umwidmung von Agrarflächen für die Produktion von Biokraftstoffen sowie höhere Energiekosten seien Preistreiber.

Auf die Großhandelspreise hat sich dieser Trend noch nicht durchgeschlagen. Sie sind sogar zum ersten Mal seit vier Jahren wieder gefallen (mehr hier).

„Preiserhöhungen gab es 2013 in allen Nahrungsmittelbereichen“, so das Statistikamt. Besonders deutlich fiel der Preisaufschlag bei Kartoffeln (+28,7 Prozent), Äpfeln (+14,9) und Butter (+16,1) aus. Grund dafür waren neben der weltweit gestiegenen Nachfrage auch witterungsbedingte Ernteausfälle durch den langen Winter, den feuchten Frühling und den heißen Sommer, erklärte der Bauernverband.

Entlastet wurden die Verbraucher durch günstigeres Öl, das wegen der schwachen Weltkonjunktur deutlich weniger kostete. Kraftstoffe verbilligten sich dadurch um 3,4 Prozent, leichtes Heizöl sogar um 6,0 Prozent. Dagegen verteuerte sich Strom wegen der höheren Ökostrom-Umlage um 11,9 Prozent (mehr zum Thema Energiewende – hier).

Kommentare

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  1. steff sagt:

    Bernhard,

    seelig der, der sich selbst versorgen kann. Mit mansato wird soetwas schwer

  2. Beobachter sagt:

    Tja, dies ist leider nur die halbe Wahrheit. Wer sich die Entwicklung der Börsenpreise der Nahrungsmittel wie Mais, Weizen, Zucker, Kaffee usw. usf. anschaut, wird feststellen, dass diese bereits seit längerem am Fallen sind und mittlerweile zwischen 30 und 70 Prozent tiefer als im Hoch von vor 1-3 Jahren liegen. Inflationsbereinigt sind die Preise in den letzten 40 Jahren per Saldo nicht gestiegen, trotz des Biokraftstoffquatschs oder dem angeblich preistreibenden Finanzspekulanten. Gestiegen sind nur Margen der Händler, Abgaben, Steuern, Subventionen usw., die den Endpreis teilweise deutlich verzerren. Den über 50%igen Preisrutsch bei Kaffee habe ich im Einkauf jedenfalls nicht bemerkt. Wenn ein übergreifender (politischer/gesellschaftlicher) Wille bestünde, wären weltweit genügend Lebensmittel zu erschwinglichen Preisen verfügbar.

  3. Eine Meinung sagt:

    Im Grunde zahlen wir schon lange mehr für Lebensmittel über die Agrarsubventionen.
    Auch so eine Nebelkerze.

  4. Muddin sagt:

    Kein Wort über die massive, weltweite Gelddruckerei, deren Wirkung sich erst noch voll entfalten und auf die Preise auswirken wird. Und dann gnade uns Gott.

  5. Raus aus Deutschland sagt:

    Tja, wenn immer mehr Lebensmittel zu Treibstoff umgewandelt werden, sinkt das Angebot und demnach steigen die Preise.

    Ich sehe das trotzdem positiv denn damit wird die Lage der Deutschen Bauern finanziell gestärkt.

    • Bernhard sagt:

      Nehmen Sie vielleicht zur Kenntnis, dass die ca. 15 Millionen Deutschen, die ein so geringes Einkommen haben, dass sie nach internationaler Norm als arm bezeichnet werden, bald verhungern werden?

      Reiche Bauern auf der einen Seite – hungernde Bürger auf der anderen Seite, das begrüßen sie mit Ihrem Kommentar.