Schutz vor Industrie-Robotern: Arbeiter müssen Sensoren am Körper tragen

Eine intelligente Sensorik sorgt für die nötige Sicherheit vor den übermenschlichen Kräften von Industrie-Robotern. Dafür müssen Arbeiter zu Cyborgs werden. Sensoren am ganzen Körper übermitteln Daten an die Maschinen. Die Roboter können die Kontraktionen der Muskeln interpretieren und auf unvorhergesehene Bewegungen in Echtzeit reagieren.

In der Fertigungs-Industrie arbeiten Menschen und Roboter auf engstem Raum zusammen. Die Bewegungsabläufe von Mensch und Maschine sind dabei präzise vorgeschrieben, um Unfälle zu vermeiden. Eine neue Sensorik kann aber auch bei ungewollten Bewegungen oder Fehltritten die Sicherheit aufrechterhalten. Dafür müssen die Arbeiter jedoch mit der Technik von Kopf bis Fuß ausgestattet werden.

Wissenschaftler des Georgia Institutes of Technology bringen den Industrie-Robotern bei, die Muskelkontraktionen des menschlichen Körpers zu verstehen. Im oben angegebenen Video werden die linearen Bewegungen „drücken“ und „ziehen“ an einem Griff simuliert. Diese Bewegungen sind für die Roboter relativ einfach zu verstehen.

Versucht der Mensch jedoch, den Griff an der Maschine stabil zu halten, ergibt sich ein komplexes Muster zwischen Muskeln, die an dem Griff ziehen und solchen, die Druck darauf ausüben. Für den Menschen ist das eine leichte Aufgabe. Für einen Computer ist das ein kontinuierliches Wechselspiel widersprüchlicher Impulse.

„Das ist ein ständiges Tauziehen zwischen Mensch und Maschine“, sagte Billy Gallagher von der Georgia Tech in einem Bericht von Motherboard. Beide reagieren auf die Kräfte des anderen. Das Problem dabei ist, dass die Muskelstarre des Menschen niemals konstant ist. Deshalb weiß der Roboter nie genau, wie er korrekt reagieren soll.“

Im Bereich der Logistik haben Roboter erfolgreich den Einzug in den Arbeitsalltag der Menschen gefunden. Die Lagerhallen des Online-Versandhändlers Amazon sind mit modernster Technik ausgerüstet (siehe Video am Ende des Artikels). Doch für Fertigungs-Roboter, die schwere Objekte tragen müssen – wie zum Beispiel Windschutzscheiben in der Automobil-Industrie – bedarf es strengerer Sicherheits-Standards.

Um den Lerneffekt der Maschinen zu optimieren, müssten die Menschen am ganzen Körper Sensoren tragen, dessen übermittelte Daten von den Robotern ausgewertet werden können. Für die Entwicklung der verbesserten Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine hat das Georgia Tech ein neues Budget von 1,2 Millionen Dollar von der National Science Foundation bekommen.

Die vom Menschen entwickelte Technik wirkt auf den Menschen zurück. Am Ende des Prozesses werden die Roboter, die gut mit Menschen zusammen arbeiten ersetzt von solchen, die nicht mehr auf menschliche Hilfe angewiesen sind.

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