Import und Produktion: Chinas verdreifacht seine Gold-Reserven

Die Gold-Reserven der chinesischen Zentralbank sind 2013 voraussichtlich auf 2.710 Tonnen angestiegen. Das ist fast dreimal so viel wie noch 2009. Die chinesische Gold-Produktion reicht bei Weitem nicht aus, um die massive Nachfrage zu befriedigen. Das Land führt deshalb im großen Stil Gold ein.

Die chinesische Zentralbank wird in Kürze bekanntgeben, dass ihre Goldvorräte sich innerhalb von nur vier Jahren verdreifacht haben. Dies erwartet Jeffrey Nichols, Geschäftsführer der American Precious Metals Advisors.

Die Zentralbank Chinas hat zuletzt im Jahr 2009 die offiziellen Goldbestände mit 1.054 Tonnen beziffert. Nun werde die Chinesische Volksbank voraussichtlich sagen, dass ihre Gold-Reserven auf 2.710 Tonnen angestiegen sind, zitiert Shanghai Daily Nichols. Das ist fast eine Verdreifachung der Goldreserven in nur vier Jahren.

China wäre dann offiziell das Land mit den drittgrößten Gold-Reserven nach den USA und Deutschland. Allerdings ist umstritten, ob die deutschen Gold-Reserven von circa 3.400 Tonnen tatsächlich noch bei den Zentralbanken in New York, London und Paris vorhanden sind. Denn im vergangenen Jahr konnte die Federal Reserve nur 5 von insgesamt 300 Tonnen deutschen Goldes liefern, die die Bundesbank nach Frankfurt zurückholen will (mehr hier).

Die Gold-Bestände der chinesischen Zentralbank machten 2009 nur etwa 1 Prozent der gesamten Reserven aus. Doch der Gold-Anteil wächst schnell. Die Zentralbank hat von 2009 bis 2011 insgesamt 654 Tonnen Gold erworben, 2012 weitere 388 Tonnen und im vergangenen Jahr 622 Tonnen. Das Gold für die Chinesische Volksbank kommt vor allem aus der heimischen Produktion.

China hat im vergangenen Jahr Indien als führender Gold-Konsument abgelöst. Nicht nur die chinesische Zentralbank, sondern auch die Privatleute kaufen massiv Gold. Allein in den ersten drei Quartalen betrug die Gold-Nachfrage in China 821 Tonnen. Für das Gesamtjahr wird eine Summe von 1.000 Tonnen erwartet.

Zudem ist China weltweit der größte Gold-Hersteller. Für 2013 erwartet die China Gold Group eine Gesamtproduktion von 430 Tonnen. Die chinesische Produktion reicht jedoch nicht aus, um die massive Nachfrage zu befriedigen. Allein über Hong Kong flossen nach Angaben von Zero Hedge innerhalb von zwei Jahren 2.380 Tonnen Gold nach China.

Kommentare

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  1. Hans von Atzigen sagt:

    Scheint die Chinesen sind die letzten die die Globale Wirtschaft und Währungslage noch einigermassen nüchtern einschätzen. Die rechnen anscheinend mit einem absaufen der wichtigsten Weltwährungen, Dollar und EURO. Solide aufgestellte Volkswirtschaften brauchen grundsätzlich kein Gold.( Gold produziert letztlich rein gar nichts.) Gold ist letztlich auch NUR Geld mit besonderen Eigenschaften oder eben ein Handelsgut. Mittelfristig können sich die Chinesen mit ihrer Politik einen gewissen Vorteil verschaffen. Ganz klar nur auf Zeit. Aufgrund seiner besonderen Eigenschaften ist Gold nun einmal die Krisen und vor allem Kriegswährung. Auch. Sofern man hat kann man auch dieses Geld nur einmal ausgeben und gegen reale Güter tauschen. Somit ergibt sich ein vorübergehender Vorsprung. Letztlich entscheidend ist die Verfügbarkeit strategischer Güter, Grundversorgung und Industrielle Rohstoffe.
    Auf unserem massiv übervölkerten Planeten wird insbesondere die Verfügbarkeit von Agrargütern zum Vorrangigsten Gut. Übervölkerte Staaten haben wenn es hart auf hart geht bei einem Zusammenbruch des Globalen Agrarhandels denkbar schlechte Karten.
    Karten. Ohne wenigstens minimale Lebensmittelversorgung läuft am Ende gar nichts. Weder in der Produktion und im Extremfalle auch nicht auf den Schlachtfeldern.
    Innzwischen gibt es jede Menge Nationen die sind bei einer allfälligen erheblichen Störung oder gar Zusammenbruch des Weltagrarhandels innert Wochen oder Monaten schlicht erledigt. Das letztlich kostbarste Gut auf dem Planeten sind weder Gold noch sonst etwas sondern ganz schlicht Agrargüter. Macht sich naheliegend kaum jemand Gedanken insbesondere in den Industrienationen mit ihrem entsprechenden täglichen umständehalber Überangebot.

    • Jürgen Kremser sagt:

      23.01.2014

      Ich gebe Ihnen recht, dass man Gold nicht essen kann. Das ist aber auch nicht die Frage. Wir leben nicht in der besten aller Welten a la Voltaire oder Leibniz, sondern werden von einer Beamtenklasse regiert, die die Nachfolge des Adels angetreten ist. Gold ist nur ein Zirkulationsmittel, das bei notwendigem Mißtrauen gegenüber unseren staatlichen Institutionen angebracht ist, gerade auch zur Verhinderung der Inflation.

      Die Deutschen haben individuell übrigens besonders wenig Möglichkeiten das „letzte kostbare Gut“, d. h. Agrargüter, für sich selbst zu beschaffen. Denn unmittelbar nach der Wende 1990 wurde die Bundesrepublik lückenlos in hunderte wenn nicht tausende von Landschaftsschutzgebietsverordnungen eingeteilt, die alle dasselbe Einzäunungsverbot beinhalten, so dass tatsächlich die Nutzung des Immobilieneigentums für die Deutschen unmöglich geworden ist.

  2. Lächerlich sagt:

    Wenn man dann noch wüsste, das die Bank of England ( BE ) zwischen Februar und Juli
    2013 eine Verringerung ihres Goldlagerbestandes lt. eigener Angaben in Höhe von 1300 Tonnen nicht erklären kann oder will, in der Schweiz alleine aber 940 Tonnen Goldbleche der BE in Barren ( 1 – Kilo ) umgeschmolzen wurden, dass China nach seriösen Schätzungen mittlerweile über die 2.-grössten Goldvorräte in Staatsbesitz der Welt verfügt, dass aus eigener Produktion ( die weltweit grösste ) in 2013 nicht ein Gramm verkauft wurde, dass nicht nur die offiziösen Zahlen der Hong Kong GE sondern auch die unter der Hand gehandelten der SGE von einem Zuwachs in 2013 round about in Höhe von 2300 Tonnen sprechen, sieht das alles schon richtig interessant aus.
    Für den Goldpreis und dessen Zukunft.
    Nach glaubhafter Mitteilung der SGE wurden unter den dort vereinahmten 400-Unzen-Barren ( LGS ) einige mit Prägungen Deutscher Scheideanstalten gefunden.
    Nachtijall, ick hör dir trapsen.

  3. Jürgen Kremser sagt:

    22.01.2014

    Bei den meisten Menschen bestand jahrtausendelang eine natürliche Affinität zu den Edelmetallen, so daß sie sich gerne damit schmückten. Gemäß Herodot begann die Verwendung als Zahlungsmittel erst in Lydien unter Kroisos, ca. 550 v. Chr., während es bei den Azteken und Inkas als Zirkulationsmittel unbekannt war. Hernando Cortez berichtet in seinen Schreiben an den Kaiser Karl V. mehrfach, dass Montezuma ihm große Mengen Gold gegeben habe, um ihn dadurch zum Zug zu seiner Hauptstadt Tenochtitlan abzuhalten.

    Aus kurzsichtigen Finanzinteressen der Privilegierten des in Umlauf zu bringenden Papiergelds wurde das Gold in Europa und Amerika von den Massenmedien als barbarisches Relikt diffamiert, so dass die europäische Bevölkerung tatsächlich ziemlich proletarisch goldlos geworden ist.

    Im Unterschied dazu hat China seine Bevölkerung geradezu animiert, sich für den Ernstfall zu wappnen:

    Aus: http://diepresse.com/home/wirtschaft/boerse/1311757/China-oeffnet-den-Goldmarkt?from=rss

    “Die Öffnung des Goldmarktes sei der steigenden Nachfrage in der Bevölkerung geschuldet, sagte Xie Duo, Generaldirektor für Finanzmärkte bei der Chinesischen Zentralbank. Es sei die offizielle Politik der Zentralbank, die Chinesen zu Investments in physisches Gold zu ermutigen, so Xie Duo. Derzeit verfügen aber nur einheimische Banken über die notwendigen Lizenzen für den Import des Währungsmetalls: die Industrial and Commercial Bank of China, die Bank of China, die Agricultural Bank of China, die China Construction Bank und fünf weitere.”

    Hingegen hat England sein Gold unter Gordon Brown komplett auf einmal verkauft bei schlechtem Goldpreis um den Papiergeldkurs zu stützen. Ob sich das einmal rächt, wo die Engländer sowieso soviel Industrie ins Ausland abgegeben haben? Sie haben freilich noch das deutsche Gold in ihrem Bestand! (Oder auch nicht?)