Nach Konfrontation mit Wagenknecht: Petition gegen Lanz zählt 234.000 Unterschriften

Der Versuch von Markus Lanz, Sahra Wagenknecht lächerlich zu machen, endete im Fiasko. Dennoch ist der Auftritt der GEZ-Schergen gegen die EU-Kritik der Linken ein Musterbeispiel, wie sich das Staatsfernsehen als Scharfrichter gegen Kritik an der EU aufplustert. Der üble Versuch der Diffamierung zeigt, dass sich die Getreuen der Regierung bereits für den EU-Wahlkampf aufwärmen. Im System herrscht offenkundig Panik.

Bereits 234.000 Unterschriften hat eine Petition gesammelt, die die Trennung des ZDF von Moderator Markus Lanz fordert.

Doch Lanz ist das falsche Ziel der Kritik.

Nicht Lanz ist das Problem, sondern das System, das ihn trägt.

In der Talkshow (Video am Ende des Artikels) war Lanz nur das ausführende Organ einer Redaktion von GEZ-Journalisten, die in Sachen Andersdenkender in EU-Fragen schon einmal bei einer Lanz-Sendung mit extremer Härte vorgegangen war: Damals war Lanz darauf programmiert worden, Silvio Berlusconi – der zu dem Zeitpunkt schon am Ende war – niederzumachen und die Italiener, die diesen Menschen gewählt hatten, pauschal als nur bedingt zurechnungsfähig abzuqualifizieren.

Ähnlich war die ARD gegen den AfD-Chef Lucke vorgegangen.

Für Hinrichtungen von Leuten, die es wagen, an der Politik der EU zu zweifeln, stellt man beim ZDF Lanz stets Gehilfen zur Seite. Damals war es Martin Schulz, SPD, vom EU-Parlament.

Bei der beispiellosen Inquisition im Falle Sahra Wagenknecht stellte sich der „Politikerklärer“ (O-Ton Lanz) Hans-Ulrich Jörges in den Dienst der guten Sache. Jörges versuchte, der Sendung seinen Stempel aufzudrücken, indem er – von Lanz mit keinem Wort unterbrochen – ein beispiellos unkritisches Loblied auf die Große Koalition sang.

Schließlich knöpfte sich Lanz Wagenknecht vor. Man muss kein Freund der Linken sein um zu bestätigen: Sie hat sich brillant geschlagen. Sie antwortete auf alle Peitschenhiebe – das waren keine Fragen – von Lanz mit ausgesuchter Höflichkeit und versuchte, zwischen das wüste Gekeife des politisch völlig unbeleckten Moderators vernünftige Antworten zu platzieren.

Das war für den Zuseher wertvoll, weil Wagenknecht trotz der Unterbrechungen einen klaren Gedankengang formulieren konnte.

Die Diskussion ist mittlerweile Gegenstand heftiger Diskussionen. Das ZDF entschuldigte sich, um den Schaden zu begrenzen.

Interessant ist jedoch die Methode, weil sie zutiefst antidemokratisch ist: Lanz und Jörges diffamierten Wagenknecht – wie sie es sich wohl nur bei einer Frau getrauen. Obwohl Wagenknecht deutlich vernehmbar sagte, dass sie nicht gegen den Euro sei, bestanden Lanz und Jörges darauf, dass Wagenknecht gegen den Euro sei. Lanz forderte ein Bekenntnis Wagenknechts zu Europa. Sie lieferte es ausdrücklich. Lanz sagte, Wagenknecht wolle sich nicht zu Europa bekennen.

Abgesehen von der Tatsache, dass es unerfreulich ist, dass man solchen Gesinnungs-Terror mit Zwangsgebühren finanzieren muss, kann die Sendung dennoch als sehr lehrreich bezeichnet werden: Sie zeigte, dass die GEZ-Sender keine intellektuellen EU-Verteidiger mehr aufbieten können. Das enge Geflecht der alten Eliten steht mit dem Rücken zur Wand. So gehässig operieren Systeme, die in Panik geraten sind.

Das sind Endzeit-Symptome – und das ist gut so. Den Beweis dazu lieferte der Bestseller-Autor Phillip Möller, der Wagenknecht mit einem einzigen Satz zur Siegerin machte, indem er alle Propaganda von Lanz&Jörges vom Tisch wischte und sagte, er wolle nicht in den USE (United States of Europe) leben. Er glaube nicht, dass die Politik entschieden gegen die dramatische Kinderarmut vorgehen werde.

Kommentare

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  1. Rudolf Steinmetz sagt:

    Wer sich über die ferngesteuerten Sprechroboter im Märchen-TV aufregt, sollte sich daran erinnern, wer das alles erfunden hat! Es war nämlich eine bestellte Erfindung von Adolf Hitler, siehe „Eine kleine Geschichte des Fernsehens“: http://www.heise.de/tp/artikel/23/23477/1.html
    DER GEISTIGE Hintergrund ist, dass die Nazis längst nicht so blöd waren, wie uns das Hollywood weiss machen will, sondern sie haben u.a. Aristoteles gründlich studiert, der in seiner Abhandlung „Peri hermeneias de interpretatione“ aussagt, dass niemand denkt ohne ein inneres Bild (hierzu der phänomenale Vortrag von Martin Heidegger: „Die Sprache“ von 1959 http://gloria.tv/?media=461697). Daraus folgt, dass sich das Denken über jene Bilder steuern lässt, die man dem relativ passiven Zuschauer via „Hitlermaschine“ eintrichtert. Insofern ist es ziemlich naiv zu erwarten, das Fernsehen (oder dessen Derivate wie Smartphone, Tablet, Apps oder Games etc.) sollten zum kritischen Denken oder gar zur Bewusstseinsentwicklung anregen. NOTABENE für Sarah Wagenknecht: wer sich in Talkshows begibt, wird darin über kurz oder lang umkommen.

  2. spatz sagt:

    Die ganze GEZ ist durchsetzt mit diesen agressiven Korrupties.
    Was mal mit 2 Programmen und durchaus engagiertem Fernsehen angefangen hat
    ist zum reinen Geldabgreifladen für skrupellose Karrieristen verkommen.
    Das Programm ist im Niveau im Gleichtakt mit dem Niveauverlust der
    Leute rasant abgestürzt.
    Ohne Zwangsgebühren könnte der rückständige marode Saftladen keine Woche überleben.

  3. berg sagt:

    Man muß sich echt fragen warum man so eine Person überhaupt einlädt !

  4. Viggebob sagt:

    Für wie genial sich die Macher der Sendung halten, kann man an der Kameraperspektive immer schön sehen am Anfang, der „Kritiker“ , der Sarah eigentlich nur beleidigt, statt eine echte Diskussion zu führen wird schön im rechten Bildschirmrand positioniert mit dem Rücken zum Zuschauer. Was das unterbewußt für den Zuschauer bedeutet ist einfach zu erklären: Man hat die gleiche Position zur Runde inne wie der „Kritiker“ als Zuschauer, wahrscheinlich aus irgendwelchen achso schlauen Nazibeeinflussungsinstituten (Steuergeld) durchdacht um achso schlaue Effekte beim Zuschauer zu erwirken. Einfach nur lächerlich.

  5. pascot sagt:

    das selbstverständnis der systemmedien ist doch interressant.

    jeder dieser ach so objektiven meinungsmacher kritisiert die onlinepetition von zigtausenden zurecht empörten,von denen viele nicht unbedingt freunde der linken sind,trotzdem aber spüren das etwas total aus dem ruder läuft.

    diese >100000 menschen werden kollektiv als linke bezeichnet.
    „unsere“medien behaupten,das es eine skandal sei,das sich menschen zusammenrotten einen „shitstrom“bilden um ein opfer aus seinem beruf zu „mobben“.

    anderseits bedarf es in unserer mediengemachten scheindemokratie genau eine person,um unliebsame journalisten zu vernichten..
    wenn frau merkel den daumen über herrn lanz senkt,wird er ziemlich geräuschlos.
    kaltgestellt.
    das ist auch der grund dafür,das die spezies des investigativen journalisten nicht nur bei den öffentlich rechtlichen längst ausgrottet worden ist.
    selbst das letzte feigenblatt des zdf,“neues aus der anstalt“
    die kritik gegen das elitensyndikat,verpackt im bonbonpapier der satire wurde abgesetzt.
    linientreue gebildete soziopathen ala jörges,friedmann,broder.
    jauch,kerner,lanz…..systemkonformer,aalglatte mehrzweckwaffen der mächtigen.
    sind grob umrissen die charaktere,die karriere in der medienwelt machen.

    ps.
    hat es überhaupt jemals ein interview mit merkel gegeben,in dem..
    für eine demokratie eigentlich selbstverständlich..
    sie „investigativ befragt“wurde?

    nur ein interview,wo unsere kanzlerin,regierungschefin,mächtigste frau der welt, eine ähnliche art der „politischen befragung“ geniessen konnte,wie es für die linke/ afd kurz…
    die opposition,als längst normal angesehen wird?

  6. Syssiphus sagt:

    Da fehlt nur noch der Kerner-Spruch „Autobahn geht gar nicht“.Welch ein Meinungsartist der Lanz doch ist,aber kein Wunder bei dem Intendanten.

  7. hemake sagt:

    Wenn der Lanz nicht das Problem sein will, sollten solche Marionetten mal über ihr Tun nachdenken.
    Wer derartig gegen eingeladene Personen auftritt, hat außer Knete NICHTS im Kopf. Aber es gibt ja noch massig Glotzer, welche sich den Müll von solchen ansieht.

  8. Hans-Günther Mohr sagt:

    Markus Lanz hat wieder einmal gezeigt, dass Selbstdarstellung ,Ungeduld, Provokation und Wortklauberei sein Stil sind. Das ZDF wäre gut beraten ihn zu unterweisen oder einen anderen Moderator für diese Sendung einzusetzen.
    Seine ständigen Redeunterbrechungen , die keine fließende Diskussion zulassen, machen das Zuhören zur Qual. – ergo – ich schalte ab.

  9. Caro sagt:

    – ich habe mein STERN Abo. ( 30 Jahre ) gekündigt !
    – der STERN war für mich immer sehr interessant , weil ich die sehr guten
    Kommentare von Herrn Jörges schätzte ( z.B. STERN 1/2014 )

    – aber was sich ein “ angesoffener “ Herr Jörges mit Unterstützung von Herrn
    Lanz da erlaubt haben , zeigt den Untergang des sog. freien Journalismus !

    Deutschland schafft sich selbst ab !

  10. NINA sagt:

    Sehr guter Artikel. Über den Mann Lanz habe ich mich schon mehrfach aufgeregt. Dann schaue ich mir schon gar nicht mehr an. Unerträglich !!! Sowas überlebt nur aufgrund von Zangsgebühren.