VW nur auf Platz 3: Toyota verkauft die meisten Fahrzeuge weltweit

Volkswagen läuft Toyota im Wettstreit um die meistverkauften Fahrzeuge hinterher. Toyota konnte in 2013 9,98 Millionen Fahrzeuge absetzen. VW kommt auf 9,7 Millionen, nahezu gleichauf mit GM (9,71). In den USA läuft das Geschäft für VW aus Sicht des Betriebsrats „katastrophal“. Entscheidungen für den US-Markt dürften nicht in Wolfsburg gefällt werden.

Toyota hat im vergangenen Jahr mehr Autos verkauft als jeder andere Konkurrent. Es seien weltweit 9,98 Millionen Fahrzeuge abgesetzt worden, teilte das japanische Unternehmen am Donnerstag mit. Damit wurde die Opel-Mutter General Motors und Volkswagen abgehängt. Im laufenden Jahr will Toyota 10,32 Millionen Wagen verkaufen.

Mit weltweit 9,71 Millionen verkauften Fahrzeugen lag GM im abgelaufenen Jahr gleichauf mit dem Wolfsburger Volkswagen-Konzern, der nach eigenen Angaben einschließlich seiner Lkw-Töchter MAN und Scania mehr als 9,7 Millionen Fahrzeuge losschlug.

US-Geschäft ist eine „Katastrophe“

VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh hat die Konzernführung wegen der Probleme in den USA kritisiert. Das Management habe den Wettbewerb auf dem nach China weltweit zweitgrößten Automarkt unterschätzt und biete dort zu wenige Fahrzeugtypen an, um in der scharfen Konkurrenz mitzuhalten, sagte Osterloh am Mittwoch in Wolfsburg. Aus Sicht der Arbeitnehmer sei das Geschäft in den USA eine „Katastrophenveranstaltung“ für Volkswagen. Osterlohs Worte haben in Wolfsburg besonderes Gewicht, da er im einflussreichen Präsidium des Aufsichtsrates sitzt. Auch der neue US-Chef von Volkswagen, Michael Horn, hatte einen Sinneswandel in Wolfsburg angemahnt, um in den USA in die Erfolgsspur zurückzufinden.

Als wichtigen Grund für das schlechte Abschneiden in den USA nannte Osterloh im Gespräch mit Journalisten die zentralistische Organisation von Volkswagen, bei der alles von der Zentrale in Niedersachsen entschieden werde. Dadurch seien die Entscheidungswege zu lang. Volkswagen hatte den für die USA geplanten großen Geländewagen vor einem Jahr auf der Detroiter Automesse präsentiert. Wo der „CrossBlue“ vom Band rollen wird, wenn er in zwei Jahren auf den Markt kommt, ist noch nicht entschieden. „Was mich bewegt, ist, ob einige Leute glauben, dass alles von Wolfsburg aus gesteuert werden kann“, sagte Osterloh. Während es VW in China und Westeuropa gelungen sei, die Konkurrenten zu überholen, habe der Konzern den Markt in den USA offenbar nicht verstanden.

Autos müssten für den jeweiligen Markt entwickelt und nicht von Wolfsburg aus gedacht werden. „Der Wurm muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler. Manchmal habe ich den Eindruck, dass das bei uns anders ist“, sagte Osterloh. Er sprach sich dafür aus, neben dem geplanten siebensitzigen Geländewagen auch einen Pick-up auf den US-Markt zu bringen. „Wir brauchen mehr als vier Modelle, die in Nordamerika gebaut werden.“ VW exportiert den kompakten Jetta und den Käfer-Nachfolger Beetle aus Puebla in Mexiko in die USA. Die Fabrik in Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee, wo bislang nur der US-Passat gebaut wird, ist nicht ausgelastet.

Die USA sind für Volkswagen ein wichtiger Baustein auf dem Weg an die Weltmarktspitze. Die Wolfsburger wollen in den nächsten Jahren weltweit an den Rivalen GM und Toyota vorbeiziehen und sich die begehrte Krone in der Welt-Auto-Liga schnappen. Während der Konzern in China und Europa bereits stark ist, war er nach anfänglichen Erfolgen in Nordamerika zuletzt aus dem Tritt gekommen. Die Verkaufszahlen des US-Passat sinken seit einem Jahr, weil die Platzhirsche von General Motors bis Toyota reagiert haben und ihre Fahrzeuge zu günstigeren Preisen und mit besserer Ausstattung anbieten als Volkswagen.

 

Kommentare

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  1. spatz sagt:

    Das Problem ist dass Amerikaner Qualität, die nun mal Geld kostet nicht interessiert.
    Eine US, oder Japan Kiste die nach 7-8 Jahren quietschend und klappernd daherkommt ist denen gut genug, da wird eben wieder neu gekauft.
    Ähnlich ist es auch in vielen anderen Ländern.
    Ein VW der halbwegs gepflegt auch nach 20 jahren oft noch
    einwandfrei in Schuss ist hat auf den Wegwerfmärkten mit kutzen Konsumzyklen
    klar einen Kostennachteil.

    • Schulz sagt:

      Mhhh, dein Kommentar kann ich selber nicht so nachvollziehen, ich selber bin bis jetzt 3 Modelle aus Wolfsburg gefahren und alle hatten nach kurzer Zeit Probleme mit Rost und einer sogar nen kompletten Getriebeschaden! Unser Mazda dagegen hat sage und schreibe die 500000 km Marke geknackt und das ohne größere Probleme!!
      Aber glaub ruhig was in so Fachkompetenten Zeitschriften wie Auto Motor Sport steht und behalte deinen falschen Nationalstolz!?
      Für mich steht fest nie wieder ne deutsche Karre und wenn dann höchstens nen Opel oder Ford!

  2. Aufgewachter sagt:

    Wenn ich mich recht erinnere, berichtete RiaNovosti vor ein paar Wochen, daß Rußland verstrahlte japanische PKW wieder zurück schickte.

    Man kann eben nicht mehr ohne Geigerzähler ins Autohaus gehen. Warum? Auch in deutschen Autos schlummern viele japanische Teile.

    Und außerdem :

    Sinnlose Produkte / Autos halten nur 2.000 Stunden
    http://aufgewachter.wordpress.com/2012/09/24/sinnlose-produkte-autos-halten-nur-2-000-stunden/

  3. keinen Cent mehr sagt:

    Sp lange die dämlichen deutschen Golfkäufer die Schweinepreise von VW klaglos
    zahlen ( in Italien, Dänemark Finnland oder den Niederlanden kostet die gleiche
    Karre 30 % weniger, hat VW keine Probleme.

  4. Syssiphus sagt:

    „Den Markt in den USA nicht verstanden“ ?
    Für Deutschland gilt das aber auch.Schuld ist u.a.auch die Hochpreispolitik, z.B. 4 x Türen kosten beim VW-Golf 900 € zusätzlich.Die Normalverdiener,falls es sowas in Dtl noch gibt ,können bw. wollen das ncht mehr akzeptieren.Die Chose mit den fehlerhaften DSG-Getrieben,ist ein weiteres Ärgernis,das auch viel zu sinkenden Verkaufszahlen in Deutschland geführt hat.Das Image ist ramponiert !