Kühlmittel-Streit: EU eröffnet Verfahren gegen Deutschland

Die EU-Kommission hat ein Vertragsverletzungsverfahren gegen die Bundesregierung angekündigt. Diese habe zugelassen, dass Mercedes in seinen Klimaanlagen nicht das von der EU vorgeschriebene Kältemittel verwendet. Tests des Stuttgarter Autobauers haben ergeben, dass das EU-Mittel entflammbar ist.

Die EU-Kommission will Deutschland im Streit über Kältemittel für Klimaanlagen bei Mercedes-Modellen zur Rechenschaft ziehen. Industriekommissar Antonio Tajani kündigte am Donnerstag ein Vertragsverletzungsverfahren gegen die Bundesregierung an, weil sie Daimler nicht an der Verwendung eines alten, klimaschädlicheren Kühlmittels hindert.

Die EU-Kommission wirft der Bundesregierung vor, neue Fahrzeugtypen von Daimler mit dem bisherigen, klimaschädlicheren Kältemittel zuzulassen. Der Stuttgarter Autobauer weigert sich nach eigenen Tests, die eine Entflammbarkeit des neuen Mittels ergeben haben, die von Honeywell und Dupont produzierte Chemikalie 1234yf in Klimaanlagen einzufüllen. Diese ist aber die einzige, die die seit 2013 geltenden schärferen EU-Klimaschutzauflagen erfüllt.

Bei neuen Fahrzeugtypen ist das alte Kältemittel nicht mehr zulässig. Mercedes hatte für neue Modelle deshalb rückwirkend eine alte Typenzulassung beantragt. Nach EU-Recht muss das schädlichere Mittel schrittweise bis Ende 2016 aus dem Markt genommen werden, um zum Klimaschutz beizutragen.

Daimler entwickelt deshalb als Alternative eine Klimaanlage, die CO2 als Kältemittel einsetzt. Die ersten Tests mit Fahrzeugen sollen im Frühjahr laufen. Die Serienreife will Daimler bis 2017 erreichen.

Kommentare

Dieser Artikel hat 10 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Thomas sagt:

    Mal ne ganz blöde frage zum nachdenken.
    Wer will mich daran hindern wenn ich das Kältemittels 1234yf in meinem Fahrzeug durch das alte R134a durch die Werkstatt ersetzen lasse?? Für mich und meine Familie zählt die sicherheit im Fahrzeug mehr als solch hirnlose, korrupte EU bestimmungen.

  2. 77 sagt:

    Einfache Lösung!
    Austreten aus der EU!
    Wer braucht so ein kommunistisch korruptes System wo jeder kleinkram vorgeschrieben wird.
    Nichtmal die sowjetische Planwirtschaft hat ihren Untertanen soviele Vorschriften und Auflagen erteilt.
    Welchen Zweck das Ganze hat liegt doch auf der Hand.Korruption und Günstlingswirtschaft in noch nie dagewesenem Ausmass!

  3. Gustav sagt:

    Der Industriekommissar Antonio Tajani will Deutschland verklagen. Ausgerechnet ein Italiener als Industriekommissar, das sagt mir schon alles! Es könnte auch sein, dass er vielleicht eher der maroden italienischen Autoindustrie unter die Arme greifen will.
    Das Problem mit den 28 Kommissaren, je 1 pro EU-Mitglied, ist es, dass jeder von denen seine Daseinsberechtigung nachweisen will, auch wenn es völlig sinnlose Dinge sind, wie in diesem Fall. Deutschland sollte sich weigern, dem arroganten Kommissarswunsch nachzugeben.

    • spatz sagt:

      Vielleicht soll er erst mal seine Mifia Kumpels verklagen die
      einfach Giftmüll neben Lnadwirtschaftlichen Flächen
      abkippen.

  4. Stefan Wehmeier sagt:

    Wer als Bürokrat etwas „regeln“ soll, was nicht geregelt werden kann, solange es sich durch das vom Kapitalismus (Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz) befreite Spiel der Marktkräfte nicht selbst regelt, gehört mit Sicherheit zu den Dümmsten dieses Planeten. Die Allerdümmsten sind die EU-Bürokraten:

  5. FoCS sagt:

    Eigentlich sollte es sich mittlerweile herumgesprochen haben:

    Das Problem des Kältemittels 1234yf ist nicht die Entflammbarkeit, sondern der Umstand, dass bei der Verbrennung Flusssäure entsteht, die in geringen Mengen schwere Verletzungen hervorrufen kann!

  6. pedrobergerac sagt:

    Vom Schrauber:
    Gehen Sie getrost davon aus, daß nach Ablauf der Patente für das noch übliche R134a, Honeywell Dupont das Kältemittel entwickelt haben und sich dann von der EU und den USA Zulassungbehörden die Gesetze und Auflagen haben genau dafür maßschneidern lassen.
    Daher ist es das Einzige, das die Auflagen erfüllt.
    Korruption darf man getrost dazu sagen.
    Das Problem bei dem R1234yf ist übrigens nicht, auch wenn die Brandbilder spektakulär aussehen, sondern die Tatsache, daß die Rauchgase in Verbindung mit Wasser, also Kühlwasser, Regenwasser, Nebelschwaden, extrem ätzende Flußsäuredämpfe erzeugen.
    Somit kann keine Retter dorthin, weil das lebensgefährlich ist und die Insassen verrecken jämmerlich an schweren Atemwegverätzungen, wenn das Zeugs auch nur in Spuren ins Fahrzeuginnere kommt, oder wenn sie es beim Aussteigen einatmen.
    Zündpunkte:
    R1234yf: lächerliche 407°C!
    R134a: fast unbrennbar.
    R290 (Propan!): ca. 470°C
    R600a (Isobutan/Butan!): ca. 540°C

    Man sieht: Das, was wir an Feuerzeuggas, LPG oder Multigas kennen und in unseren Kühlschränken auch drin ist (R600a), hat höhere Zündtemperaturen und damit weniger Brandgefahren, als dieses neue Zeugs.
    Und wenn Propan/Butan Gemische abbrennen, dann tun sie das ohne jegliches Gift, außerdem ist das nicht sonderlich spektakulär: 5sec wie ein schlecht eingestellter Campingbrenner, dann ist die Anlage leer.
    Auch wären die Mengen nicht so hoch, wie man meint: Übliche Befüllmengen von 650 g R134 werden mit Propan/Butangemisch etwa 300-350 g. (Kühlschrank hat 60-120) Das als Vergleich!

    Empfehlung für Leute, die ein neues Auto kaufen wollen:
    Haube auf, schauen was drin ist: Bei R1234yf Haube zumachen, umdrehen und rausgehen. Nicht ohne dem Verkäufer gesagt zu haben, warum.
    Es gibt noch genügend Typen aller Hersteller, die ihre Typisierung noch nicht ändern mußten und mit R134a befüllt sind.

  7. bate sagt:

    Wenn die BRD Politiker hätte, die einen Arsch in der Hose hätten, würden wir bei sowas von heute auf morgen die Zahlungen an die demokratisch NICHT legitimierte EU einstellen. Alle!

    • IDUHZ-ha sagt:

      Handelt es sich wirklich um Politiker? Normalerweise haben Politiker etwas zu sagen! Haben wir nicht eher Geschäftsführer mit unnötigen Angestellten?? Sind wir nicht wirklich der 51. Stern???