Banken sollen die Religion ihrer Kunden speichern

Die Behörden informieren künftig die Banken über die Religions-Zugehörigkeit aller Deutschen. Denn die Banken sollen ab 2015 die Kirchensteuer direkt an den Fiskus überweisen. So wollen die Bistümer ihre Einnahmen steigern.

Die Banken informieren derzeit ihre Kunden darüber, dass sie die Kirchensteuer ab 2015 direkt an den Fiskus abführen werden. Betroffen sind alle Sparer, deren Einkünfte aus Zinsen, Dividenden und anderen Kapitaleinkünfte den Freibetrag überschreiten. Um die Kirchensteuer korrekt abziehen zu können, fragen die Banken nun beim Bundeszentralamt für Steuern die Religionszugehörigkeit ihrer Kunden ab.

„Wenn Sie kirchensteuerpflichtig sind, führen wir den Kirchensteueranteil Ihrer Abgeltungsteuer (ab 2015) automatisch für Sie an das Finanzamt ab. So sieht es das Steuerrecht vor“, so eine Mitteilung der ING DiBa. Diese ist mit mehr als 8 Millionen Kunden die drittgrößte deutsche Privatbank. Die Kunden müssten sich „um nichts mehr kümmern“.

Mit der Neuerung im Steuerrecht erfahren die Banken die Religionszugehörigkeit aller ihrer Kunden. Die bisherige Regelung sah vor, dass die Kirchensteuer nur auf ausdrücklichen Wunsch des Sparers direkt von der Bank einbehalten wurde. Die meisten Deutschen taten dies nicht. Sie kümmerten sich im Rahmen ihrer Steuererklärung „selbst um die korrekte Besteuerung“, zitiert Die Welt einen Sprecher der ING DiBa.

Die Neuregelung soll den Bistümern höhere Einnahmen verschaffen. Manche von ihnen finanzieren sich zu 85 Prozent aus der Kirchensteuer. Insgesamt lag das Kirchensteuer-Aufkommen im Jahr 2012 bei 9,8 Milliarden Euro, so das Statistische Bundesamt. Auf die evangelische Kirche entfielen 4,6 Milliarden, auf die katholische 5,2 Milliarden.

Die Einnahmen der Kirchen aus der Lohn- und Einkommensteuer, die den Großteil der Kirchensteuer ausmachen, werden von den Bundesländern sofort an die Kirchen weitergeleitet. Dafür erhalten die Länder eine Aufwandsentschädigung.

Auf Kapitaleinkünfte fallen 25 Prozent Kapitalertrags-Steuer, der Solidaritätszuschlag von 1,375 Prozent und Kirchensteuer an. Die Kirchensteuer aus historischen Gründen Ländersache ist, gibt es innerhalb der Bundesrepublik verschiedene Prozentsätze: In Bayern und Baden-Württemberg beläuft sich die Kirchensteuer auf 8 Prozent von der Kapitalertrags-Steuer, in den übrigen Bundesländern auf 9 Prozent.

Zwar ist die Kirchensteuer als Sonderausgabe vom Gesamtbetrag der Einkünfte abzugsfähig und vermindert folglich das zu versteuernde Einkommen. Dennoch erhöht sie die effektive steuerliche Belastung von Kapitalerträgen auf 27,8 Prozent in Bayern und Baden-Württemberg und 27,9 Prozent in den restlichen Bundesländern.

Der kommende verpflichtende Datenaustausch zwischen Behörden und Banken hat im Internet zu Protesten geführt. Doch nach Einschätzung von Verbraucherschützern haben Steuerpflichtige wenig Handhabe gegen die Weitergabe ihrer Daten. Denn diese ist in Paragraf 51a des Einkommensteuergesetzes klar geregelt.

Kommentare

Dieser Artikel hat 8 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Naclador sagt:

    Das wird eine neue Welle von Kirchenaustritten nach sich ziehen. Glückwunsch, Kirche!

  2. verstech michl sagt:

    Bin ich doch schon vor ca. 10 Jahren meine Kirchenmitgliedschaft gelöscht und es keine Sekunde bereut. Das geht ganz einfach beim Einwohneldeamt mit einem Formular!

  3. Klaus Tritt sagt:

    Mann muss nicht in einer Kirche sein um an Gott zu glauben. Kirchen sind reine Entmündigungs- und Verdummungseinrichtungen, welche sich an den gläubigen Opfern bereichern. Wer nicht allein beten will für den gibt es genug freie religiöse Gemeinschaften. Jesus war auch nicht in der Kirche. Ein schlechtes Gewissen muss man also nicht haben.

  4. Jürgen Kremser sagt:

    27.01.2014

    Es ist widersinnig, dass sich die christlichen Religionen von einem Staat finanzieren lassen, dessen Kommunikation und damit auch ihre von Wahlen abhängigen Politiker vom Diabolos-Rundfunk (Diabolos = Verwirrer, d, h. Teufel) gestaltet wird. Dieser schlägt in die kleinsten Schwächen und Verfehlungen der christlichen Kirchen erbarmungslos hinein, während die sicher nicht minder fehlerbehafteten und hier angesiedelten Muslime fast gar nicht bei ihm erwähnt werden.

    Man darf sich nie von seinem Todfeind finanzieren lassen, selbst wenn er es listig mit Luxus versucht. Die Phytia in Delphi sagte deswegen den Spartanern, als sie anfragten, was ihrem Staat gefährlich werden könnte: „Reichtum, nur Reichtum allein kann Sparta verderben.“ Die christlichen Kirchen werden sich deswegen vermutlich nicht mehr lange erhalten können und Europa dem Islam anheimfallen, wie schon Nordafrika im siebten Jahrhundert wegen des albernen monophysitischen Streits:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Monophysitismus

    Leider haben sich die katholischen Bischöfe, die der NWO bisher tapfer widerstanden, wegen des nervus rerum, d. h. des Geldes, ihre Reformer aus den eigenen Reihen von der Justiz, d. h. dem prinzipiell unterwanderten und ihnen feindllch gesonnenen Staatsorgang, bekämpfen lassen.

    Ich halte es deswegen für einen großen Fehler, daß die katholische Amtskirche sich befriedigt zeigte, daß der katholische Kirchenrechtler Zapf vom Gericht wegen seines Begehrens gegen die Kirchensteuer abgeschmettert wurde.

    http://www.kirchensteuern.de/Texte/AustrittKirchenrechtler.htm

    “Prof. emer. Dr. Hartmut Zapp, Kirchenrechtler, Uni Freiburg

    bezweifelt, dass ein Kirchenaustritt vor staatlichen Stellen automatisch zur Exkommunikation führt.

    Zapp sagte gestern Abend bei einem Vortrag in Bonn, die Beweggründe eines Austritts müssten in jedem Einzelfall überprüft werden. Der Austritt aus einer Körperschaft öffentlichen Rechts aus steuerlichen Gründen habe lediglich bürgerliche Wirkungen. Er lasse sich nicht automatisch mit der “Trennung von der Kirche” gleichsetzen, so die Meinung des Wissenschaftlers, der bis 2004 Kirchenrecht an der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg lehrte.”

    Der Auffassung von Zapf bin ich auch; die Entscheidung darüber wurde jedoch von eventuellen Agnostikern oder Atheisten bei Gericht gefällt!

    Auch gemäß Senator Rand Paul führen die USA einen Krieg gegen das Christentum:

    http://rt.com/usa/rand-paul-war-christianity-728/

    Unter der Ägide der hauptsächlich alttestamentarischen USA löst sich das Christentum im Nahen Osten mehr und mehr in Luft auf. Natürlich teilt uns der Diablos-Rundfunk nicht mit, dass im vergangenen Jahr in Syrien drei christliche Märtyrer für ihren Glauben in den Tod gingen. Gregor III. Laham, Patriarch von Antiochien und dem Ganzen Orient, von Alexandrien und von Jerusalem, berichtet ein Martyrium, wie es nicht anders im 3. Jahrhundert in Nikomedien stattfand: „In Maalula gab es drei echte Märtyrer. Drei Christen wurde dort von den islamistischen Angreifern gesagt, sie sollten zum muslimischen Glauben übertreten. Und die Christen antworteten ihnen: ‚Wir respektieren Euren Glauben. Aber wir sind Christen, und wir wollen auch als Christen sterben.‘ Daraufhin wurde der erste erschossen, die beiden anderen mußten dabei zusehen. Obwohl sie also wußten, dass es die Angreifer ernst meinen, haben sie sich geweigert, den christlichen Glauben abzulegen. Auch sie wurden dann getötet. Das ist ein echtes Martyrium.“

    Aus: http://gruenguertel.kremser.info/?page_id=1924

  5. Uwe Schwenke de Wall sagt:

    Lt. o.g. Bericht leiten die Bundesländer die Kirchensteuer direkt an die Kirchen weiter.Dafür erhalten die Länder eine Aufwandsentschädigung.Meine Frage dazu:“Werden die Aufwandsentschädigungen in welcher Höhe von den Kirchen bezahlt,oder trägt diese Dienstleistung auch wieder der Steuerzahler?

  6. Jupp Hirsenkotzer sagt:

    Werden Moslems und Juden, Orthodoxe Christen auch unmittelbar zur Abgabe ueber den Staat und Banken herangezogen?

    Oder koennen diese religioesen Gruppen ueber -moeglicherweise manipulierte- Spendenquittungen Ihre zu versteuernde Einnahmen, reduzieren????
    Die Kirchen adaptieren die Optimierung der Zwangsabgaben von Krankenkassen und anderen Zwangsmitgliedschaften wir IHK!
    ….Tebratze gibt’s ueberall…..denn aus fremder Leut Leder ist eben gut breite Riemen schneiden!

  7. Hohlkörper³ sagt:

    Wer noch immer nicht geschnallt hat,das es hier nur um Abzocken leicht
    zu kassierender Kohle handelt, dem ist final nicht mehr zu helfen.
    Austreten und gut is.

    • dave4freedom sagt:

      @Hohlkörper
      Richtig, tretet aus der Kirche aus!
      Oder wie in der Offenbarung des Johannes:
      „Ziehet aus von ihr, mein Volk, dass ihr nicht teilhaftig werdet ihrer Sünden und nichts empfangt von ihren Plagen“.